A SUMMER`S TALE FESTIVAL, 01. – 04.08.2018, Luhmühlen

Tocotronic

Foto: Steffen Schmid

Mitten in der Lüneburger Heide findet seit nun vier Jahren das A Summer`s Tale Festival statt. Es ist ein Märchen für Eltern, die gern auf Festivals gehen, aber bisher ihre kleinen Kinder eher nicht mitnehmen konnten. Aber auch für ihre Großeltern. Und Menschen ganz ohne Bälger.

Linus Voklmann

Foto: Steffen Schmid

Das Musikprogramm ist mit Bands wie etwa Belle & Sebastian, Isolation Berlin, Tocotronic und Gurr gut besetzt. Headliner sind unter anderen Mando Diao und Madness. Aber hier geht es nicht nur um Musik. Das Setting, vor allem die kleine Waldbühne, ist bezaubernd. Liebevoll ist alles gestaltet. Sogar die Abtrenngitter sind in der passenden CI. Es gibt eine App, mit der man sich perfekt zurecht findet und sein persönliches Programm zusammenstellen kann. Eines unserer Programmpunkte zu Beginn: Linus Volkmann liest zur Prime Time im Grünen Salon „Warum ich Festivals hasse“, hihi. 18 Gründe, warum der Besuch von Open Airs unbedingt zur vermeiden ist. Punkt 2: die Kackfrage. Seine Lösung vor Besuch eine Handvoll Immodium Akut. Danach müsse der Stuhl eben operativ entfernt werden. Der kürzeste Punkt: kurze Hosen. Punkt 4: Fun, Fun, Fun. Open-air-Veranstaltungen bitte drinnen und ohne Leute. Dann auch noch Zelten und Handbrot. Ja, so ist das bei Festivals. Das A Summer’s Tale ist aber schon irgendwie anders.

Reggaehase Boooo

Foto: Steffen Schmid

Es gibt sehr viele überzeugende Momente hier mitten in der Lüneburger Heide, die Girls von Gurr zählen dazu, aber auch Tocotronic, Belle & Sebastian, Editors, Hudson Taylor, Oh Wonder und Meute. Für die Kinder war es natürlich toll beim Reggaehase Booo und Raketen Erna. Madness beschrieb einer als „sehr gute Madness-Coverband“ und hat es damit gut getroffen. Was hier beim A Summer`s Tale so gut funktioniert: Es gibt keine Müllberge. Die Menschen sind umsichtig, es gibt kompostierbare Kunststofflöffel und natürlich Becherpfand. Getrunken wird viel. Denn natürlich macht einem die Hitze zu schaffen. Vor allem im Zelt ist es abartig heiß. Oh ja die Hitze. Das weiß auch Stuart Murdoch von Belle & Sebastian, der meint wir sollen „Global Warming“ noch „enjoyen“, so lange wir können. Für den Brexit entschuldigt er sich. Und die Musik ist natürlich bezaubernd wie immer. Und wahrscheinlich war es einer der schönsten Festivalmomente, als Belle & Sebastian Fans mit zum Tanzen auf die Bühne holen. Später kommen noch Mando Diao, die für viele Menschen ein veritabler Headliner sind.

Gurr

Foto: Steffen Schmid

„Danke dass ihr euch gegen Tai Chi entscheiden habt. So viel Konkurrenz heute.“, sagt Marcus Wiebusch und singt „Graceland“ für „die paar unter 30 Jährigen“. Kettcar haben den „weiten“ weg aus Hamburg auf sich genommen und rufen mit „Money left To Burn“ auf, das letzte Geld zu verprassen. Läuft bei uns so weit. Hier im Norden haben Kettcar augenscheinlich noch eine größere Fanbase. Was beim A Summer`s Tale auch noch wichtig ist, sind die Workshops und Vorträge. Die sind für umsonst, bei manchen kann man sich im Vorfeld anmelden. Was man auch machen sollte, da die meisten immer voll sind. Das A Summer`s Tale ist mehr als Musik. Der Veranstalter verspricht, dass es nicht viel größer wird. Der Erfinder des Festivals Stephan Tanscheidt steht mit Tim Mälzer auf der Bühne. Der Koch erzählt lustige Anekdoten, wie etwa, dass bei ihm „fürs Essen hat noch keine den Schlüpfer fallen hat lassen“. Und „Als ich früher aufm Festival war, war ich zu besoffen um zu essen“ Dosenravioli seien die beste Festival-Kitchen der Welt. Mälzer erzählt von seiner Jugend als Kiss-Fan und lästert ein bisschen über Blogger. Das ist natürlich ungewöhnlich für ein Festival-Line-Up, passt aber gut hier her, wo es allerlei fancy Food, jede Menge Workshops und Komposttoiletten gibt. Das musikalische Programm steht natürlich im Mittelpunkt, aber es ist eben auch das Drumrum, das zählt. Und das ist alles hier wirklich sehr toll.

Belle & Sebastian

Foto: Steffen Schmid

A Summer`s Tale

Isolaton Berlin

The Lion & The Wolf

Belle & Sebastian

Gisbert zu Knyphausen

Gurr

Jonathan Jeremiah

KT Tunstall

Linus Volkmann

Mando Diao

Wladimir Kaminer

Grizzly Bear

Kettcar

Madness

Raketen Erna

Editors

Meute

Oh Wonder

Reggaehase Boooo

Tim Mälzer

Tocotronic

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