JUNGSTÖTTER, 26.01.2019, Merlin, Stuttgart

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Foto: Martin Schniz

Hallo liebes Gig-Blog Tagebuch,

sorry, dass ich mich so lange nicht bei dir gemeldet habe. Die Gründe dafür diskutieren wir ein anderes Mal, denn heute habe ich was wirklich Wichtiges. Mein alter Schwarm Fabian Altstötter war im Merlin… du weißt schon der von Sizarr. Für mich lange eine der heißesten Bands der deutschen Indie-Szene und Fabian Altstötter vor allem mit seiner Stimme einer der spannendsten Musiker. Das ist er mit Sicherheit immer noch, somit wird das Debütalbum nicht nur von mir mit großer Spannung erwartet. Alles, was bisher veröffentlich ist, ist deutlich ruhiger, deutlich monotoner und insgesamt deutlich reduzierter als das, was man bisher von ihm kennt. Außerdem spielt neben seiner Stimme nicht mehr die Gitarre die Hauptrolle, sondern das  Klavier.

An dieser Stelle erstmal Chapeau an das Merlin, dafür dass Jungstötter eine der ersten Shows außerhalb von ein paar Branchenfestivals genau hier spielt. Irgendwann ist es dann auch ganz angenehm gefüllt, und es geht los. Altstötter alleine mit seiner wunderbaren Stimme am Klavier. Absolutes Gänsehautpotential. Nach dem ersten halben Lied kommt seine Band auf die Bühne: Gitarre, Bass, Schlagzeug. Ich will nicht sagen ab hier geht es abwärts, aber ab hier geht es abwärts. Das liegt definitiv nicht an dem Können der einzelnen Musiker. Aber für mich passt das Gesamtsetting (heute) nicht. Die Musik überlagert immer wieder den Gesang komplett. Von den Texten kann man sehr wenig verstehen, besonders schwierig wenn man das Album nicht vorhören konnte. Mir persönlich klingen die Lieder zu gleich. Tragender Bass, der immer wieder von der Gitarre durch Akzente zerschnitten wird, begleitet von einem recht monotonen Schlagzeug mit vielen Wirbeln und Flams. Szenenapplaus gibt es einmal; für ein Gesangssolo. Irgendwann verlässt Fabian Altstötter das Klavier und ein vierter Bandkollege übernimmt. Damit steigt zumindest die Bühnenpräsenz, nachdem er nun nicht mehr mit dem Rücken zu uns sitzt. Nach 55 Minuten ist Schluss. Mehr Lieder gibt es auf dem kommenden Album „Love Is“ nicht. Eine Zugabe gibt es dann aber doch noch. Fabian Altstötter alleine am Klavier. Dann auch wieder mit Gänsehautgefühl.

Nun frage ich mich, warum fand ich das Konzert so, wie ich es fand? Wie sind die Erwartungen als Sizarr- und Altstötter-Fan? Für die Band ein Segen, da direkt viel Interesse da ist, aber auch ein Fluch durch das latente und ständige Vergleichen. Oder lag es am Kaltstart ohne Vorband? Aufgeheizt werden muss man für Jungstötter nicht, eher runtergeholt Für mich hat das das erste Lied eigentlich auch geschafft, also auch eher nein. Kam das Konzert zum falschen Zeitpunkt? Vielleicht. Ohne das Album vorher zu kennen und mit suboptimalem Hören des Gesangs und aller Feinheiten… Außerdem klingt das grandiose The Baboon Show-Konzert vom Vorabend bei mir noch nach. Klar, andere Baustelle aber manchmal macht auch das den Unterschied.

Tatsächlich bin ich jetzt noch ein bisschen gespannter auf das Album als vorher schon und freue mich auf ein Wiedersehen mit Jungstötter, wenn ich das Album dann auch kenne. Oder auf der Supporttour für Soap&Skin, bei der Fabian Altstötter vermutlich ohne Band antritt. Außerdem bleibt es spannend, was sonst noch so aus der Asche von Sizarr entsteht. Die anderen beiden Phönixe sind die Bandprojekte Gora Sou und PA Hülsenbeck von Altstötters Ex-Bandkollegen. Letztere spielen das Maifeld Derby in Mannheim. Wir werden berichten.

PS: Beim Schreiben höre ich Sizarr, vielleicht bin auch einfach noch nicht über meine frühere Liebe hinweg…

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Foto: Martin Schniz

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