DREAM WIFE, 15.11.2018, Merlin, Stuttgart

DREAM WIFE, 15.11.2018, Merlin, Stuttgart

Foto: Martin Schniz

Dream Wife freuen sich im „Land of Club Mate“, so ihre Bezeichnung für Deutschland, zu spielen, und das Publikum freut sich über Dream Wife. Mit großem Elan ist die isländisch-britische Band auf die Bühne gekommen, im Hintergrund läuft sehr passend: Sophie Ellis-Bextor‘s „Murder on the Dancefloor“. “Would you like to spend the night together?” singt Rakel Mjöll und animiert zum Mitsingen. Die Alternative-Punk-Party kann beginnen. Energie hat die Band eine ganze Menge, dass scheint nicht nur am Club Mate Konsum zu liegen. Kennengelernt haben sich die Isländerin Rakel Mjöll (Gesang), Alice Go (Gitarre, Gesang), Bella Podpadec (Bass, Gesang) so wird kolportiert, als Projekt im Rahmen ihres Studiums an der Kunsthochschule Brighton.

DREAM WIFE, 15.11.2018, Merlin, Stuttgart

Foto: Martin Schniz

„Lolita“ und „Fire“ geben gleich an, wo der Hammer hängt. Hier ist Tempo angesagt, etwas punkig und Schrammel-Indie. Dafür sorgen Gitarristin Alice Go und Bassistin Bella Podpadec. Hüpfend und tänzelnd bewegen sie sich über die Bühne. Von ihrem Style her könnten sie einer Mischung aus Steampunk und Manga-Comic entsprungen sein. Sängerin Rakel Mjöll vereint das Spiel mit den Gegensätzen. Hier ein bisschen Lolita, dann ein bisschen Zuckerbrot – und Peitsche. Die Lippen formt sie gekonnt zum Lolita-Schmollmund wie einst Nastassja Kinski (jung). Auf ihre kokett-spielerische Art verkündet sie die feministischen Statements und Themen, die der Band am Herzen liegen: „Gender is a construct“ und singt mit großer Geste “I am not my body, I am somebody“ beschwörend in das Mikro. Ihren Bandname „Dream Wife“ in Deutsch ausgesprochen findet sie sehr kraftvoll. Mit Einfärbung ihres isländischen Akzentes, klingt es für mich doppelt so kraftvoll.

DREAM WIFE, 15.11.2018, Merlin, Stuttgart

Foto: Martin Schniz

Energie-und Bewegungslevel werden nochmal nach oben geschraubt. Fever Dream kommt auf die Bühne. Die isländische Rapperin heißt eigentlich Vigdís Ósk Howser und ist eng mit Dream Wife befreundet. Mit ihrem isländischen und englischen Rap hat sie bereits für ein stimmungsvolles Warm-up gesorgt. Aus vollen Kehlen wird “F.U.U.“ gesungen oder besser performt. Hier zeigt sich auch noch einmal, wo die Vorbilder für ihre Spielart liegen – Die US-Riot-Grrrl-Bands Bikini Kill, Sleater-Kinney und das verspielte der britschen Popband Spice Girls.

Das Wort „Bitch“ bekommen wir viel zu hören war, gemeint im positiven Sinne. Kein Stutenbiss! Da liegt es nahe, dass die Message der Band „Support Your Local Bad Bitch“ ist. Wer dies in die Welt hinaustragen wollte, konnte sich ein Shirt mit diesen Lettern am Merchandise kaufen. Ein Debütalbum hat die Band bisher herausgebracht, viele Touren haben sie hinter sich und ein verrücktes Jahr, in dem viel passiert ist. Da kann man Dream Wife wünschen, dass ihre Engergie lange anhält.

DREAM WIFE, 15.11.2018, Merlin, Stuttgart

Foto: Martin Schniz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.