DER NINO AUS WIEN, vermutlich Ninos Wohnzimmer, 20.03.2020, Youtube

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Foto: Maren Katze

Wenn mir Freunde sagen, was ich unbedingt für Musiksendungen ansehen muss, sag ich „okay, ich kuck mal“ und will es wirklich in dem Moment und weiß doch, es wird nie passieren. Ich mag es einfach nicht mehr, Konzerte im Fernsehen oder so anzusehen, egal wie toll diese Formate sein sollen.

Aber jetzt gibt es eben aktuell keine Konzerte, der Nino aus Wien hat sich im Livestream angeboten und für ihn springe ich heute über diesen Schatten. Setting und Sound sind dergestalt, dass ich mir zumindest einbilden kann, dass der Nino und ich skypen und er jetzt nur für mich spielt. Ein sehr gutes Mikro versperrt den Blick auf seinen fantastischen Katzenpulli. Das sehr gute Mikro ist aber aus, er sagt, es stünde da zur Zierde. Ich schätze, Nino spielt in seiner Wohnstube. Oder gar in dera Hitten vur sein Haus?

Nach Liedwünschen wird auch gefragt, was bei dem Repertoire, das Nino mit inzwischen um die 10 Langspielplatten aufweisen kann, ziemlich gewagt ist. Ich sehe die Wunschliste und die wird er in dieser knappen Stunde nicht abarbeiten können. Was ich oft lese, ist „Schlagoberskoch“. Das lieb ich auch und schätze, das wird er auch spielen.

Aber erstmal spielt er „Plurabelle“. Ich liebe die Textzeile „und wenn wir in irgendwas gut sind, dann vielleicht, im sich was einfallen lassen“. (Müsste man nicht schrecklicherweise, aber korrekterweise „im Sichwaseinfallenlassen“ schreiben?) Er spielt noch „Hände“, dann bringt er ein neues Stück namens „Taxidriver“. Gefällt mir, ich freu mich auf die nächste Platte. Ob er später noch ein neues Stück spielt, krieg ich nicht mit. Nach dem herrlichen „Unentschieden gegen Ried“, also nach ca. 42 Minuten, drifte ich geistig ab. Ich überlege, ob ich von der Krankenkasse Zahnersatz krieg, wenn ich es wegen Corona nicht rechtzeitig zur Kontrolle schaffe in diesem Jahr. Ich weiß, ein kleines Problem im großen Bild, aber ich kann ja nicht immer was für meine Gedanken. Und da liegt ein Zettel, auf dem steht „Zahnarzt“, der liegt da schon lang. Auf einem Livekonzert liegen solche Zettel nicht rum.

Ein Lied, das wie gesagt viel gewünscht wird, ist Schlagoberskoch und den gibts zum Schluss noch in einer sehr sympathisch abgedrehten holprigen A-capella-Version. Er entschuldigt sich dafür, aber er wollte es halt mal so probieren und als Zugabe würde das ja mal gehen. Ja klar! Ich würde sagen, wenn Livekonzert-Streams für irgendwas gut sind, dann vielleicht, fürs sich was einfallen lassen.

Konzert kann man selber ankucken.

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Foto: Maren Katze

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