I HEART SHARKS, 27.11.2014, Schocken, Stuttgart

I Heart Sharks

Foto: Carsten Weirich

Bissle kalt ist es schon, als wir an diesem Donnerstagabend vor dem Schocken stehen und darauf warten endlich reingelassen zu werden. Eigentlich sollte schon längst Einlass sein. Die Stimmung ist trotzdem prächtig. Liegt es daran, dass wir bald die Elektropopper von I Heart Sharks zu sehen kriegen? Oder daran, dass es heute Weihnachtsgeld gegeben hat? Ich schätze mal beides. Vor uns stehen ein paar recht junge Mädels, die sich mindestens genauso sehr auf das Konzert freuen wie wir und schon mal ein bissle vorgrooven. Drinnen ist noch Soundcheck und der bringt die Scheiben draußen ordentlich zum Beben. Als nette Geste für die Warterei kommen zwei der Haie zu uns raus, entschuldigen sich für die Verspätung und verteilen heißen Tee und Süßigkeiten. Das nenne ich mal Service. Könnte die Deutsche Bahn noch was von lernen. Irgendwann öffnen sich die Türen dann doch noch und das Schocken beginnt sich langsam aber sicher zu füllen. Am Ende wird es angenehm gefüllt, aber nicht ausverkauft sein.

Pünktlich gegen 21 Uhr betreten Heinrich als Einheizer die Bühne. Klingt übel, isses aber gar nicht. Heinrich sind drei junge und ziemlich hippe Berliner Geschwister, die einfach ihren Familiennamen zum Bandnamen erkoren haben. Und obwohl ich für Popmusik mit deutschen Texten meist wenig Vertrauensvorsprung habe, überzeugen die Drei da auf der Bühne recht schnell. Die flotten und schön tanzbaren Beats der äußerst sympathischen Geschwister bringen die Menge schon mal ganz gut in Tanzlaune. Im Sommer im Autoradio passt das bestimmt auch bestens. Eine halbe Stunde machen Heinrich Werbung in eigener Sache bevor sie die Bühne wieder verlassen.

I Heart Sharks

Foto: Carsten Weirich

Gegen 22 Uhr betreten dann I Heart Sharks die Bühne. Sänger Pierre Bee und seine Bandkollegen verlieren keine großen Worte, sondern starten sofort mit dem Opener „Wait“ durch und bringen die Fans auch gleich sichtlich in Wallung. I Heart Sharks, das ist flotter Elektropop mit eingängigen Refrains und viel Ohohoh-Passagen zum Mitsingen. Das können sie und das zieht, bei mir wie auch bei allen anderen Anwesenden (soweit ich das denn beurteilen kann). Und ein paar ihrer Hits hauen sie auch gleich am Anfang raus. „Karaoke“ und „To be young“ zum Beispiel. Das Schocken tanzt, von überall strahlen junge Mädchenaugen in Richtung Bühne, in der ersten Reihe werden mit Händen Herzen geformt und irgendwie haben die Meisten ein Lächeln im Gesicht. Das ist einfach ein richtig gutes Popkonzert. Zwischendrin verschenken I Heart Sharks ein eigens zusammengestelltes Mixtape samt Walkman an einen Fan, der sich dafür im Karaoke-Battle beweisen musste. Schiedsrichter ist das Schocken. Danach verzaubert die deutsch-britische Kombo aus Berlin ihre Fans weiter mit Songs wie „Eleanor“, „Headlines“, „Suburbia“ oder ihrem einzigen deutschen Song „Neuzeit“, der mir live besonders gut gefällt. Die Sharks haben Spaß, das sieht man. Wir singen mit und steppen so vor uns hin.

Nach etwas mehr als einer Stunde und den Zugaben „Only love“ und „Half a heart“ war es das dann auch und die Haie verlassen uns, natürlich nicht ohne das obligatorische Foto von ihren Fans zu machen, das man dann am nächsten Tag auf Facebook sehen kann. Klasse Konzert. Kommt ja nicht auf die Länge an, sondern wie man damit umgeht.

I Heart Sharks

Foto: Carsten Weirich

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