ANDY FRASCO & THE U.N., 17.12.2015, Keller Klub, Stuttgart

ANDY FRASCO & THE U.N., 17.12.2015, Keller Klub, Stuttgart

Foto: Reiner Pfisterer

Heute erzähle ich euch mal eine Geschichte. Und zwar die von zwei Männern, ihrem großen Plan und einem glücklichen Ende. Der eine ist der Micha Schmidt. Der macht in Stuttgart Konzerte. Und zwar so lange, wie ich denken kann. (Und das ist schon sehr lange) Ihr kennt den auch: Der steht bei jedem Konzert am Eingang und verteilt seine Flyer. Und der andere, das ist der Andy Frasco. Der kommt aus Kalifornien, hat lustige Wuschelhaare und macht lustige Musik. Und der Micha, der lädt nur Musiker ein, die er wirklich gut findet. Und wenn ihr die Musiker, die der Micha gut findet, nicht kennt, dann kommt ihr nicht auf seine Konzerte. Und der Micha verliert dann ganz viel Geld. Klingt blöd, ist aber so. Und den Andy Frasco, den findet der Micha so gut, dass er ihn inzwischen schon vier Mal nach Stuttgart eingeladen hat. Zweimal kamen aber nur zwanzig Leute. Kannte halt keiner.

ANDY FRASCO & THE U.N., 17.12.2015, Keller Klub, Stuttgart

Foto: Reiner Pfisterer

Beim dritten Mal hat der Micha den Andy auf das Umsonst & Draußen-Festival eingeladen. Das war im August. Das gibt’s auch schon so lange, wie ich denken kann. Und wenn’s nichts kostet, dann kommen auch viele Leute. Auch ihr. Egal, ob ihr die Musiker kennt oder nicht. Endlich konnten alle sehen, warum der Micha den Andy so toll findet. Der hat nämlich auch einen Plan: Er will die Menschen glücklich machen. Und zwar mit Musik. Ihr habt getanzt wie die Wilden und habt hinterher gesagt: „Wenn der Andy mal wieder nach Stuttgart kommt, da gehe ich wieder hin. Und ich erzähle es allen meinen Freunden“. Jetzt ist der Micha aber nicht doof. Solche Sprüche hat er schon oft gehört. Und dann kam doch wieder keiner. Aber irgendwie hat er wohl geahnt, dass es diesmal klappen könnte. Und er hat den Andy wieder eingeladen. Und weil es dem in Stuttgart immer gut gefällt, und weil er immer unterwegs ist, und kein Zuhause hat, hat er auch zugesagt.

ANDY FRASCO & THE U.N., 17.12.2015, Keller Klub, Stuttgart

Foto: Reiner Pfisterer

Und nun ist das passiert, was der Micha immer gehofft hat. Ihr habt den Andy wirklich nicht vergessen (Vielleicht habt ihr ja auch nochmal unseren Bericht gelesen?), dann habt ihr es all euren Freunden erzählt. Und nun steht der Micha da am Eingang und freut sich: Heute wird der Keller Klub richtig voll. Und heute verliert er kein Geld.

HAWELKA, 17.12.2015, Keller Klub, Stuttgart

Foto: Reiner Pfisterer

Und weil der Petr, der Jan Georg und der Chris, also die von Hawelka, schon zwei Mal mit Andy gespielt haben, hat er sie auch gleich nochmal eingeladen. Jetzt ist der Keller aber so voll, und die Leute so aufgeregt, und die Musik nicht besonders laut, dass wir da ganz hinten beim Bier Hawelka nicht wirklich gut hören. Macht aber nix, vorne sehen wir alle lachen und manche tanzen.

ANDY FRASCO & THE U.N., 17.12.2015, Keller Klub, Stuttgart

Foto: Reiner Pfisterer

Und als dann der Andy und seine sieben Freunde auf die Bühne kommen, zieht er erstmal sein Schuhe aus. Und seine Socken. Seinen Geldbeutel und sein Handy versteckt er unter der großen Trommel. Dann springt er auf einen Stuhl, hämmert auf sein Klavier und es dauert nichtmal eine Minute, bis ihr tanzt. Ist ja auch kein Wunder, so wie Andy und seine Kapelle loslegen. Die können das nämlich besser als die meisten anderen. Kein Wunder: neunhundert Konzerte haben die in drei Jahren gespielt. Da sind die wohl ganz gut in Übung.

ANDY FRASCO & THE U.N., 17.12.2015, Keller Klub, Stuttgart

Foto: Reiner Pfisterer

Blues-Rock und Soul nennt man das wohl. Und auch Boogie-Woogie, Ska und Polka und so. Ist aber auch egal. Das ist einfach ein ganz großes Fest. Der Dicke bläst in die Tuba, dass es eine Freude ist. Die Gitarren kreischen und der Trommler trommelt wie ein Wilder. Nur der „Supaman“ mit der Bassgitarre hat heute Pech. Sonst klettert er nämlich ganz oben auf die Lautsprecher. Geht heute aber nicht, weil der Keller Klub im Keller und so niedrig ist. Deshalb klemmt er immer ein bisschen unter den Lüftungsrohren.

ANDY FRASCO & THE U.N., 17.12.2015, Keller Klub, Stuttgart

Foto: Reiner Pfisterer

Der Andy macht aber nicht nur ganz tolle Musik, er macht auch ganz schön viel Quatsch mit euch. Zuerst lässt er sich von euch durch den ganzen Laden tragen. Dann trinkt er einem von euch das Bier weg. Dann tauscht er mit einem das Hemd. (Hat der jetzt eigentlich das Hemd von dem Zuschauer von gestern bekommen?) Dann lässt er euch wie eine Hammelherde von links nach rechts und von rechts nach links rennen. Und er spielt einen Priester und ihr schreit alle: „Hallelujah!“ Dann springt er von der Bühne und tanzt mit euch. Und ihr macht wirklich jeden Blödsinn mit und seid total aus dem Häuschen. Auch der Reiner, unser Fotograf. Deshalb holt der Andy den dann auch noch auf die Bühne.

ANDY FRASCO & THE U.N., 17.12.2015, Keller Klub, Stuttgart

Foto: Reiner Pfisterer

Und auch der Andy mag gar nicht genug bekommen. Nach zwei Stunden schreit er: „Und jetzt nochmal sieben Lieder“. Und ihr singt immer alle mit. Nicht schön, aber laut. „Fight for your Right to Party“ und „Killing in the Name of“ hat er sich nur ausgeliehen, geht aber trotzdem.

Glaubt aber nicht, dass der Andy nur ein Quatschkopf ist. Ganz im Gegenteil. Er ist sogar ein sehr ernster Mensch. Der viel nachdenkt. Über das, was er so macht. Leute glücklich machen ist nämlich nicht immer einfach. Aber er will es so, und hat hier alles aufgeschrieben.

ANDY FRASCO & THE U.N., 17.12.2015, Keller Klub, Stuttgart

Foto: Reiner Pfisterer

Das schönste an dieser Geschichte: der Micha und der Andy haben beide einen Plan. Und heute ist er endlich aufgegangen. Und wir merken uns: Wenn man ganz fest an das glaubt, was man macht, dann hat man auch irgendwann Erfolg damit. Und der Andy hat auch gesagt, dass er bald wieder nach Stuttgart kommen will. Am liebsten auf dieses Festival. Egal wohin, wir sind dann wieder alle da. Und bringen unsere Freunde mit. Echt jetzt.

ANDY FRASCO & THE U.N., 17.12.2015, Keller Klub, Stuttgart

Foto: Reiner Pfisterer

Hawelka

Andy Frasco & the U.N.

2 Gedanken zu „ANDY FRASCO & THE U.N., 17.12.2015, Keller Klub, Stuttgart

  • 3. Januar 2016 um 11:46
    Permalink

    Super Geschichte:)
    Meine Freunde und ich sind sehr froh,dass wir daran teilhaben durften. Und ja, wir werden auch wieder kommen,wenn es soweit ist. Ach ja, das Hemd… Das eine hängt jetzt bei mir zuhause, das andere gehört jetzt Andy Frasco und er hat es auch schon bei einem weiteren Gig getragen ( wie angekündigt) den Beweis, dass wir das Hemd nicht nur für einen Abend getauscht haben liefere ich mit diesem Facebook-Link gleich mit. Liebe Grüße Tommy

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