EX HEX, 22.02.2015, Schorndorf, Manufaktur

Ex Hex

Foto: Steffen Schmid

So schnell kann es gehen. Die Band vor vier Wochen noch nicht gekannt, dann von einem Bekannten auf eine Live-Video von Ex Hex auf Youtube und insbesondere ein Gitarren-Solo aufmerksam gemacht worden, dann ohne Zögern heute den Auftrag in Vertretung übernommen, über das Konzert aus der Manufaktur zu berichten. Erste Tour durch Deutschland mit den Stationen Hamburg, Berlin, Köln, Schorndorf. Womit wieder der Status der Manufaktur unter den deutschen Clubs festgestellt wäre.


Ex Hex

Foto: Steffen Schmid

Zur Bandhistorie lässt sich von mir nicht viel sagen. Es gibt ein 2014 bei Merge Records erschienenes Album. Dem Hafen von Dampfern wie Arcade Fire, Dinosaur Jr., Lambchop oder Neutral Milk Hotel. Nicht schlecht. Nach oberflächlichem Abchecken der Band erwarte ich poppige Punk-Nummern im Stil von 80er US-Punk Bands jedoch garniert mit Gitarren-Solos der gehobenen Klasse.

Erste angenehme Überraschung: Die Vorband Princess aus Irland. Eine fünf-köpfige Band die retro Psyche-und Pop-Rock spielen in einer Lautstärke, über die sich diverse Besucher hinterher beschweren. Ist es zu laut, bist du zu alt. Unglückliche Namenswahl, aber trotzdem ziemlich überzeugend die Band, besonders wenn sie wie beim letzten Stück schwer nach Sonic Youth klingen.

Ex Hex

Foto: Steffen Schmid

Das Frauen-Trio Ex Hex, das mutmaßlich aus Rock-Veteraninnen bestehen muss, weil die Damen aus den USA teilweise schon Ü-40 sind, kommen in anständiger Punk/Glam – Garderobe auf die Bühne, und der Saal hat sich erfreulich gefüllt. Wir sind ja von vielleicht 30 bis 50 Besuchern ausgegangen. Es sind dann aber doch an die 90 an einem Sonntagabend im Februar nach Schorndorf gekommen.

Ex Hex

Foto: Steffen Schmid

Das erste Stück vom Album „Rips“ „I don’t wanna lose“ kenne ich sogar, weil dazu ein Video gedreht wurde, welches sich hier anschauen lässt. Starker Auftakt. So kann und wird es weitergehen. In angenehmer Weise auf die 12. Spielen können sie, keine Frage. Die Gitarristin und Sängerin der meisten Stücke Mary Timony bringt, wie ich es erwartet hatte regelmäßig großartige Soli. Hendrix soll ja acht Stunden am Tag Gitarre geübt haben. Viel weniger dürfte es bei ihr auch nicht sein. Überhaupt klingt das hier so, wie ich es erwartet hatte – Gute-Laune-Powerpop, der den Winter-Blues austreibt. Im vorderen Drittel wird sogar von gar nicht wenigen getanzt – ich hab’s mit eigenen Augen gesehen. Am Sonntagabend in Schorndorf.

Ex Hex

Foto: Steffen Schmid

Zu den einzelnen Titeln kann ich mangels Vorkenntnisse wenig sagen. Es wird wohl das Album runtergespielt. Mal gesungen von der Frau am Bass, mal von Frau Timony, mal gemeinsam, garniert mit „Uhhhhhs“ und Rock-Posen aus dem Lehrbuch, z.B. der „Rock Bible“ von Chunklet.

Natürlich bekommt das „best venue ever“ (Ex Hex) eine Zugabe – das „Lead“, das mich heute überhaupt angelockt hat, wird zum Glück gespielt, und kann hier ab 1:38 nachgehört werden. Ein Johnny-Thunders-Cover passt dann natürlich besser in die Setlist als z.B. eines von Kraftwerk. Wenig Punkte in der Kategorie Originalität, dafür alle Punkte im Bereich Spielfreude, Sympathie und Spaß für 50 Minuten.

Ex Hex

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