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JAMIE CULLUM, DR. JOHN, 20.07.2014, Jazz Open Stuttgart, Schlossplatz

von Jens Krumeich · 22. Juli 2014

20140720 DSC 1363 Panorama JAMIE CULLUM, DR. JOHN, 20.07.2014, Jazz Open Stuttgart, Schlossplatz

Foto: Michael Haußmann

”You don’t know, how lucky I am to meet one of my greatest heroes, Dr. John, today.” Jamie Cullum strahlt. Der 34-jährige Engländer, der mit frenetischem Applaus und tosendem Lärm wie ein Popstar erster Güte begrüßt wird, zeigt fast demütiges Understatement, als es um die Legende aus New Orleans geht, die vor ihm auftrat. Im Plauderton fährt Cullum fort und erklärt, dass das erste Stück, das er sich mit elf Jahren selbst auf dem Klavier beibrachte, ausgerechnet aus dessen Feder stammte.

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→ 1 KommentarTags: Blues · Jazz · Pop · Rock

REEL BIG FISH, 18.07.2014, Martinskirche, Stuttgart

von Holger · 20. Juli 2014

20140718 DSC 1272 REEL BIG FISH, 18.07.2014, Martinskirche, Stuttgart

Foto: Michael Haußmann

Ungewöhnliche Veranstaltungsorte üben eine unwiderstehliche Anziehung auf uns aus. Wohnzimmer, Marmorsaal, Atombunker – da müssen wir dabei gewesen sein. Auch ein Kirchenkonzert war schon dabei. Und wenn die Evangelische Kirchengemeinde Stuttgart Nord ganz trocken über die Martinskirche informiert

“Das Kircheninnere hat heute ein anderes Gesicht. Altarbereich mit Kruzifix sowie die Orgel sind unverändert, das Kirchenschiff selbst aber ist für die Nutzung durch die Jugendkirche umgestaltet worden: die festen Bänke sind ausgebaut und durch Stühle ersetzt, zudem steht in der Kirche ein großer Gerüstrahmen, der einen variantenreichen Gestaltungsrahmen und unterschiedliche “Inszenierungen” für Gottesdienste der Jugend eröffnet.”,

dann feuert dies unser Interesse zusätzlich an. Wir freuen uns jedenfalls auf “einen variantenreichen Gestaltungsrahmen und unterschiedliche Inszenierungen”, zumal die kalifornischen Happy-Pop-Ska-Punker Reel Big Fish nebst zweier Support Acts angekündigt sind, und davon einiges im Gepäck haben dürften.

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VAN MORRISON, 17.07.2014, Jazz Open Stuttgart, Schlossplatz

von Jochen · 19. Juli 2014

Van Morrison 08 VAN MORRISON, 17.07.2014, Jazz Open Stuttgart, Schlossplatz

Foto: X-tof Hoyer

Ein perfekter Abend – Van Morrison-Konzert, unglaublich tolles, fast schon ein bisschen zu heißes Sommerwetter für ein Open-Air-Konzert, die Stimmung scheint bei allen ebenso blendend wie die Sonne… Als ich mir das Publikum ansehe, sind viele ältere, nicht wenige mittelalte und auch einige junge Fans zu entdecken und im Laufe der Zeit nimmt der betucht aussehende Grauanteil doch noch sehr stark zu. Einen nicht zu unterschätzenden Anteil im älteren bis mittleren Segment bilden dabei die Musiknerds, die leicht durch ihre T-Shirts von Frank Zappa, Bob Dylan, Greatful Dead, The Band oder eben Van Morrison zu identifizieren sind. Dann fällt mir auf: Oha, mehr Wein- und Sektbuden als solche für Bier. Man kann sich dann doch nicht ganz des Eindrucks erwehren, dass Jazzveranstaltungen etwas Versnobtes haben….
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THE SLACKERS, 16.07.2014, 1210, Stuttgart

von Holger · 17. Juli 2014

20140716 M70 6753 THE SLACKERS, 16.07.2014, 1210, Stuttgart

Foto: Michael Haußmann

Mit Ska ist das ja so eine Sache. Love it or hate it. Allzu schnell ist der fröhliche Offbeat in die Ecke dumpfer Party-Mucke geschoben. Und die meisten Musik-Connaisseure fassen dieses Genre ohnehin nur mit spitzen Fingern an. Dass dies zu Unrecht geschieht, haben gestern im Zwölfzehn The Slackers mit einem begeisternden Gig bewiesen. Es war die so genannte “Dritte Welle” des Ska in den späten 1980ern und 1990ern, die das Image dieser ursprünglich jamaikanischen Musik so nachhaltig beschädigt hat. War die 2-Tone-Ära um The Specials Ende der 1970er noch ein erfrischendes und freches Zitieren der jamaikanischen Originale, wurde jetzt immer mehr beliebiger Pop-Ska produziert, der letztlich auch die letzten Fans des authentischen Offbeat vergraulte.

The Slackers gingen aber schon seit Ihrer Gründung Anfang der 1990er einen anderen Weg. Sie besannen sich nicht nur auf den jamaikanischen Traditional Ska und Early Reggae, wie er von Jimmy Cliff, den Skatalites oder auch Toots Hibberts gespielt wurde, sie kombinierten den Offbeat sogar mit noch älterer Musik, die letztlich die Inspiration für den ursprünglichen Ska war. Rhythm & Blues, Soul, Jazz, Blues oder auch Rock ‘n’ Roll, dies sind Ingredienzien, die den Stil des New Yorker Sextetts nicht nur damals über den Durchschnitt erhoben, sie sind auch das Geheimnis ihres dauerhaften Erfolgs über mehr als zwanzig Jahre.
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CODY CHESNUTT, 15.07.2014, Bix, Stuttgart

von Lino · 16. Juli 2014

20140715 M70 6642 CODY CHESNUTT, 15.07.2014, Bix, Stuttgart

Foto: Michael Haußmann

Die gig-blog interne Wette, dass ich es schaffen werde, den Cody ChesnuTT Bericht ohne Marvin Gaye oder Earth, Wind & Fire Vergleiche zu schreiben, muss ich dann doch relativ früh und zähneknirschend als verloren betrachten. Zu limitiert mein Wissen über die Soulmusik, aber auch Cody ChesnuTT himself trägt seinen guten Teil dazu bei mit seinem herausragendem Konzert. Ein Highlight dieses Jahres, gleich zu Beginn der Jazzopen Stuttgart, und das im passendsten Ambiente.
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TAME IMPALA, 09.07.2014, Theaterfabrik, München

von Lino · 11. Juli 2014

Tame Impala TAME IMPALA, 09.07.2014, Theaterfabrik, München

Foto: iPhone Marco

Everybody’s Darling. So zumindest kommt es mir vor, wenn ich in meinem Bekanntenkreis und darüber hinaus so beobachte, wer denn alles große Stücke auf Tame Impala hält. Vom popaffinen Indiehörer über den anspruchsvollen Musiknerd bis hin zum Psychedelic-Klängen nicht abgeneigten Heavy Metal Mensch, alle können sie die Musik der Australier gut leiden. Ich natürlich auch, und da es nur zwei Deutschlandgigs gibt, verschlägt es mich eben nach München.
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MARIENPLATZFEST, 03.-06.07.2014, Marienplatz, Stuttgart

von Carsten, Holger & Thomas · 8. Juli 2014

Tag2 Intergalactic Lovers 14 MARIENPLATZFEST, 03. 06.07.2014, Marienplatz, Stuttgart

Foto: X-tof Hoyer

Was für ein Wochenende! WM-Viertelfinale, Sonne aus allen Knopflöchern und ein Wohnzimmerkonzert der Extraklasse. Unter diesen Umständen gar nicht so einfach, umfassend über das viertägige Marienplatzfest zu berichten. Drei Schreiber und zwei Fotografen unternehmen den Versuch, die einzigartige Atmosphäre des ganz besonderen Stadtteilfests einzufangen. Bei diesem exquisiten Line-Up hätte jede Band eine umfassende Berichterstattung verdient. Da aber auch wir nicht immer überall sein können, gibt’s manchmal nur Bilder, manchmal nur einen Kurzbericht. Und manchmal auch gar nichts. Dem Vernehmen nach sollen zum Beispiel I Am In Love ein wunderbares Set abgeliefert haben, unser Bericht ist aber leider dem Viertelfinale zum Opfer gefallen. Zuerst soll Carsten unser Spezialist für große Festivals nah und fern zu Wort kommen…
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THE INDELICATES, 05.07.2014, Wohnzimmer, Stuttgart

von Holger · 7. Juli 2014

20140705 DSC 0627 THE INDELICATES, 05.07.2014, Wohnzimmer, Stuttgart

Foto: Michael Haußmann

Wer die Indelicates live sehen möchte – und welcher Indie-Feinschmecker möchte das nicht? – muss sich entweder in großer Geduld üben oder zu einem ihrer raren Gigs nach London reisen. Touren der Band außerhalb Englands sind sehr selten geworden. Umso schöner, dass nach dem letzten privat organisierten Gig der Kontakt zu Julia und Simon Indelicate nie abgerissen ist und sich die zwei anlässlich eines Familienbesuchs in Bayern daran erinnern, in Stuttgart ein Grüpplein begeisterter Fans zu haben. Und so legen sie zwischen ihrem Urlaub in Frankreich und dem Besuch in der bayrischen Provinz einen Zwischenstopp in Stuttgart ein.

Es ist Samstag, WM-Viertelfinale, und während halb Stuttgart vor der Glotze hängt und die andere Hälfte es sich auf dem Marienplatzfest gutgehen lässt, hat Familie Rohr mal wieder einen wunderbaren Rahmen für ein Wohnzimmerkonzert geschaffen. Und dieses füllt sich gut, die üblichen Verdächtigen sind dabei, aber auch ein paar neue Gesichter.

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THE DILLINGER ESCAPE PLAN, 29.06.2014, Universum, Stuttgart

von Michael Setzer · 1. Juli 2014

TheDillingerEscapePlan 07 THE DILLINGER ESCAPE PLAN, 29.06.2014, Universum, Stuttgart

Foto: X-tof Hoyer

“One of us must die, but the killer won’t survive”, singt Greg Puciato. Win/Win-Situation geht irgendwie anders, aber gewonnen haben THE DILLINGER ESCAPE PLAN am Sonntagabend im Universum trotzdem. Auch weil das Quintett aus New Jersey in all seiner Unberechenbarkeit etwas macht, das kaum einer in dieser Form erwartet hätte: Musik. Es wäre ihnen vermutlich ein Leichtes gewesen, etwas Chaos anzuzetteln oder durch Sachschaden, Körperlichkeit, Finesse und Wahnsinn zu punkten. Am Sonntagabend zeigten sich Dillinger Escape Plan aber als nahezu perfektes Komplettpaket.

“One, Two, Three, Four”, brüllt Drummer Billy Rymer und nur einen Bums später ist auch die unberechenbarste Abrissbirne der zeitgenössischen Unterhaltungsmusik schon bestens in Schwung. “Prancer” und “Farewell, Mona Lisa” – das ist strukturiertes Chaos, eingerahmt von der Schwerkraft. Ansonsten gibt’s nix und niemanden, der Dillinger Escape Plan an diesem Abend in die Schranken weisen könnte. Wasser reichen auch.

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NXNE FESTIVAL, 12.-21.06.2014, Toronto, Kanada

von X-tof Hoyer · 28. Juni 2014

NXNE 10 NXNE FESTIVAL, 12. 21.06.2014, Toronto, Kanada

Foto: X-tof Hoyer

Irgendwie ist bei meinen meisten Gesprächen in den letzten Wochen dieser Teil dabei gewesen:

“Ich gehe zum NXNE Festival.” – “Hä?” – “Zum North by Northeast-Festival nach Toronto. Das ist ein Musik-, Kunst-, Comedy- und Filmfestival in Toronto.” – “Aha….”

Der musik-affine Stuttgarter kennt evtl. noch das ESxSW (Esslingen by Southwest) Festival. Vermutlich haben aber ein paar mehr Leute schon vom SXSW, dem South by Southwest Festival in Austin, TX, gehört. Aber “I don’t go to USA” und außerdem sind die Kanadier sowieso die cooleren Amerikaner.

Was kann man sich darunter nun vorstellen? Dies sind die Fakten: über 800 Bands spielen an fünf Tagen in bis zu 40 Clubs und Parks. Die ersten Bands spielen z.T. schon morgens um 11:00, die letzten hören nachts um 4:00 auf. Die ganzen Kunst-Aktionen, Filme und Comedy-Veranstaltungen habe ich alle mal ausgeblendet; mit der Musik habe ich schon genug zu tun!

Beim Abholen meines Festival-Armbandes (Preis: ich zahlte 75$ für zwei Stück, regulär kostet eines 149$) bekomme ich noch ein 180-seitiges Buch in die Hand gedrückt, in dem jede Band mit einem kurzen Satz mehr oder weniger treffend vorgestellt wird. Zum Beispiel: Wish – They know, their name is hard to Google.
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