FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE, POHLMANN, 24.07.2026, Zeltspektakel, Winterbach

Manche Konzerte kann man sehr kurz zusammenfassen. Auch das von Fury in the Slaughterhouse auf dem 14. Winterbacher Zeltspektakel ist so ein Fall: Es war einfach der Hammer!
Ja, ich meine das so. 100 von 100 Punkten. Also: Informieren. Hingehen. Spektakel genießen! Reminder fürs nächste Zeltspektakel in zwei Jahren setzen!
Das war die Nettoversion des Artikels. Gleich kommt die Bruttoversion. Wem das zu viel ist, der schaut direkt, was das Winterbacher Zeltspektakel diese Woche noch an Programm zu bieten hat, und besorgt sich Tickets – zum Beispiel für Uriah Heep, die hier am kommenden Freitag ihr wohl allerletztes Konzert in der Region spielen. Okay, Nettoversion. Ich bemühe mich, das Ganze kurz zu halten, und lasse dafür schon mal meine übliche Kaffeebewertung weg. Wer meine anderen Berichte kennt, weiß, was ich meine.
Ohne Soundtrack wären die besten Filme nie ein Klassiker geworden
Eigentlich bin ich kein Fury Fan. Aber, und so denke ich geht es vielen, gehört die Band zum Soundtrack meiner Jugend. Immer wieder dudelte irgendein Song von ihnen im Hintergrund, während ich mich unkontrolliert und in vollen Zügen ins Leben stürzte. Luft anhaltend ins Leben eintauchte, eskalierte, mich selbst und mein Leben kennenlernte. Mit allen Ups and Downs und schon mittendrin, ohne es damals schon realisiert zu haben. Also war die Entscheidung nicht schwer: Zeitsprung bitte, ins Jahr 1992. Ich geh hin.
Ohne Herzblut nicht möglich.
Winterbach. Wo zur Hölle ist Winterbach? Winterbach ist ein knapp 7.600-Seelen-Ort bei Schorndorf. Dort engagieren sich ca. 500 Personen ehrenamtlich in der Kulturinitiative Rock e.V. bereits zum 14. Mal, um auf einer Wiese im Ort ein bemerkenswertes Festival auf die Beine zu stellen. Lasst euch das mal bitte auf der Zunge zergehen und lest laut: 500 Ehrenamtliche von 7.600 Bewohnenden des Ortes. Jede Person, die selbst ehrenamtlich engagiert ist weiß, was das bedeuten muss. Richtig: Viel Herzblut!! Anders geht so etwas nicht.
Den Beweis hatte ich direkt bei Ankunft. Ein durch und durch nettes und wertschätzendes Orgateam (bestätigte sich im Laufe des Abends weiter), obwohl und trotz einem organisatorischer Großakt. Danke @Golle und Andi für den netten Empfang und auch an die Personen an der Info. An dieser Stelle möchte ich betonen, dass es auch Abziehtattoos vom Zeltspektakel gibt, neben all dem anderen professionellen Merch. I LOVE IT! (die Abziehtattoos kommen nicht nur bei Kindern gut an)
Auf dem Zeltvorplatz kam die nächste Begeisterung: unglaublich gut durchorganisiert. Selbst wer nicht auf ein Konzert geht, kann dort Biergartenatmosphäre vor dem Zelt genießen, mit viel Auswahl an Getränken und Speisen. Das Gelände ist barrierearm und das Team unterstützt Menschen mit Behinderung beim Konzertbesuch. Eine Blaskapelle spielte Rock und Pop Songs (Pride Flag am Notenständer – YEAH). Harmonisches Gesamtbild. Es fiel nicht schwer mit anderen Menschen in Kontakt und in den Austausch zu kommen, was mit Sicherheit auch an der allgemeinen Stimmung des Festivals lag.

20 Uhr war Konzertbeginn. Ca. 30 Minuten davor bewegten sich alle, die zum Konzertbesuch vor Ort waren, Richtung Zelteingänge. So auch ich. Während ich im hinteren Bereich, vor der Tribüne mit Sitzplätzen dann auf den Beginn der Konzerte wartete, sprach mich eine ältere Dame an, die auf ihrem Rollator saß. „Für wen schreiben Sie?“. Nachdem ich ihr vom Gig-Blog erzählte, sagte sie stolz und strahlend: „Steffen ist mein Sohn“. Dieser hatte kurz zuvor die Bühne mit SWR1-Moderator Michael Lehmann betreten. Steffen Clauss ist der 1. Vorsitzende der Kulturinitiative Rock e.V. Weiter sagt sie: „das hat er von seiner Mutter, Musik ist mein Leben!“. Wertschätzend bedankten sich die beiden auf der Bühne bei allen, die dieses Spektakel in Winterbach möglich machten, bei allen Mitwirkenden bis hin zu den Sponsor*innen, währenddessen ich mich mit ihr weiter unterhielt.
Überraschung Pohlman, als Maurer wäre seine Stimme nie so zur Geltung gekommen.
Die Vorband ist Pohlmann aus Hamburg. Dieser spielte schon des Öfteren mit Fury in the Slaughterhouse. Pohlmann betritt die Bühne mit zwei weiteren Musikern, einem Cellisten und einem Gitarristen. Pohlmann selbst auch an der Akustikgitarre. Die drei spielen Stücke aus verschiedenen Alben und nehmen das Publikum schon nach kürzester Zeit mit in ihre musikalische Welt. Wohl bemerkt, sicher nicht ganz einfach, wenn durch und durch Fury-in-the-Slaughterhouse-Fans auf den Hauptakt des Abends warten. Der Gitarrist wechselt während der Songs auch immer wieder ans Keyboard. Die ersten Gänsehautmomente des Abends sind im Zelt zu spüren. „Fliegende Fische“, „Starwars“, „Wenn jetzt Sommer wär“ uvm. Lieder, die Lehmann bekannt machte. Die drei sind mit Spaß dabei, was deutlich zu spüren ist. Pohlmann hätte wohl, wenn es nach dem Vater gegangen wäre, Maurer werden sollen. Er entschied sich dagegen. Gut für uns, dachte ich so bei mir, als Handwerker im Bauwesen wäre die Stimme aber wirklich nicht so gut zur Geltung gekommen. Im Oktober/November sind sie auf Tour. Mit auf dem Tourplan steht Stuttgart, Im Wizemann. Hört rein, geht hin. Ich mag Pohlmann. Ich mag die Stimme, ich mag Cello.

Spontan, nett, ungezwungen, echt. Nicht nur die persönlichen Begegnungen.
Die Pause war kurz, zu kurz, denn die netten Begegnungen gingen weiter. – Hey Jana, war schön, dass Du da warst – Ich saß mit Jana in der Wiese vor dem Zelteingang, und wir quatschten, als würden wir uns schon ewig kennen. Ich mag solche Begegnungen auf Konzerten. Spontan, nett, ungezwungen, echt.
Während Jana noch ihre Zigarette fertig rauchte, hörte ich die ersten Klänge aus dem Zelt. „Changes“. Damit stiegen sie in das Konzert ein. Das Titellied ihrer aktuellen Platte. Gänsehaut. Die Bühne war eingetaucht in orangenes Licht. Die Stimme von Kai Wingenfelder klar und unverkennbar. Die sechs Bandmitglieder Kai Wingenfelder, Thorsten Wingenfelder, Christof Stein-Schneider, Rainer Schumann, Gero Drnek und Christian Decker waren präsent, vom ersten Ton, der das Zelt beschallte. Im Hintergrund lief ein Videoclip passend zum Lied und zur Stimmung in der Location. One, two, three, four, five, six, seven, eight. Nun war wohl auch die letzte Person im Zelt von der Stimmung gepackt.

Nach diesem mitreißenden Einstieg ging die Band in den Austausch mit dem Publikum. Kai fragte, ob es den Anwesenden heiß sei, verkündete, er würde das nur einmal diesen Abend fragen und tauchte plötzlich mit einem Eimer in der Hand auf. Woher er den so schnell hatte, konnte ich leider nicht nachvollziehen. Und während er so über die Bühne lief, offensichtlich mit dem Gedanken dem Publikum schon zu Beginn eine Abkühlung zu bescheren, stolpert er und landet mit samt dem Eimer auf dem Boden der Bühne. Aber was wäre eine Band und ihr Sänger, wenn sie über sich selbst nicht lachen könnten. Das Zelt lachte, die Stimmung lockerte sich noch spürbar mehr in diesem Moment. Wenn Stars eben menschlich und echt sind, bekommen sie es spürbar zurück. Das Verschütten des Wassers ließ ihn nicht von seinem Vorhaben abbringen. Zügig war ein nächster Eimer da, dessen Inhalt seinen Weg dann zielsicher ins Publikum fand. Während die Band „Milk and Honey“ anspielte, machte sich der Leadsänger auf den Weg runter von der Bühne. Er lief während des Songs durch das Publikum. Auf den Monitoren sind strahlende, mitsingende Gesichter zu sehen. Das Zelt tobt an dieser Stelle schon. Menschen tanzen bis in die letzten Reihen. Eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter, die Hand in Hand tanzen, standen vor mir. Die Mutter von Stefan neben mir strahlt bis über beide Ohren, ein Pärchen, das sich lächelnd anschaut und danach küsst. Positive Stimmung soweit mein Auge es erfassen konnte. Die Jungs von Fury in the Slaughterhouse haben eine Atmosphäre ins Zelt gezaubert die die Menschen, die ich sehen kann, in den Bann zieht.
Als Folge- und viertes Lied spielen sie „Letter to myself“. Danach erzählt der Frontmann der Band, dass er zwei Interviews am Mittag gab. Er sei bei beiden gefragt worden, welchen Song sie spielen würden. Er habe gesagt 8/8/8. Acht vom aktuellen Album, acht Songs, die sich vermutlich alle wünschen, und acht, worauf sie einfach Bock hätten. Dann sagt er ins Publikum: „Jetzt kommt eines der zweiten Kategorie“, und die ersten Töne von „Radio Orchid“ werden von der Band angestimmt, während Kai wieder den Weg ins Publikum geht.

Take your lonely Heart and let it fly
die Anwesenden singen laut mit und wieder sind diese vielen strahlenden Gesichter im Publikum zu sehen. Während Wingenfelder an ihnen vorbei geht, Hände schüttelt und Selfies machen lässt. Nach Radio Orchid teilt man mit dem Publikum die Sorge, die vor dem Konzert aufkam, dass es keinen Getränkehalter geben könnte, während das Bandmitglied – ich glaube, es war Thorsten Wingenfelder – zu einem als Marshall-Verstärker getarnten und gut bestückten Kühlschrank geht und sich dort auf der Bühne ein Bier daraus hervorholt. Als das Bier im Bierhalter im Mikrofonständer platziert ist, kommt „Why Worry“, gefolgt von „Lost and found“, also ein Lied des aktuellen Albums. Die Startbahn auf dem Bildschirm im Hintergrund passt perfekt zum Gefühl dass das Lied vermittelt. Thorsten Wingenfelder erklärt, dass sie im nächsten Jahr 40 Jahre gemeinsam auf der Bühne stehen. „Why Worry“ nahm er zum Anlass, eine Konzertanekdote zu erzählen, von einem Traum vor einem Konzert. Sie sollten damals auf einem Konzert spielen, in dessen Namen sich auch das Wort „Spektakel“ befand, und er hätte in diesem Traum geträumt, dass sie für einen Mittelaltermarkt gebucht worden wären. Es war dann nicht so, wie sich glücklicherweise herausstellte. Die Band würdigte an dieser Stelle die Organisation hinter dem Zeltspektakel und sprach ihren Dank den 500 Ehrenamtlichen aus. Dann stimmte Thorsten Wingenfelder in „Haunted Head and Heart“ ein.
Haltung, danke!
Lied neun ist wieder vom aktuellen Album. Sie spielen es in Akustik und nun kam ein Part, der mir als Besucherin immer sehr wichtig ist, bei allen Konzerten. Politische Position beziehen! Für mich sind Künstler*innen immer Personen mit Einfluss und für mich ist es daher wichtig dass sie Menschenrechte vertreten. Wingenfelder (Kai) spricht an, dass sie nun Sorrowland spielen werden.
Einen Song, der unser Land nun dringend benötigt,
die ganze Scheiß-Welt und vor allem die USA!
spricht er laut und deutlich ins Mikro. Danke Fury in the Slaughterhouse, danke, dass ihr zeigt wo ihr steht. Das ist nicht selbstverständlich in der heutigen Zeit, zu viele ducken sich weg, aus Angst anzuecken, Fans zu verlieren. Es zeugt von Größe seine Position kundzutun. Es ist wichtiger denn je, wenn wir unsere Freiheiten behalten wollen, die unsere Generationen zuvor hart erkämpft haben. Sie spielen Sorrowland akustisch. Ein wahrer musikalischer Genuss. Ich glaube, in diesem Moment nicht nur für mich! Danach sagt der Leadsänger, wir hätten es ja nicht anders gewollt, nun würde wieder ein Lied aus Kategorie zwei kommen. Neugierig welcher Hit nun wohl kommen würde, beginnt die Band „In Love with a Clown“ zu spielen. Das Publikum reißt die Hände hoch. Alle im Zelt sind mitten im Konzert angekommen, spätestens jetzt sind sie mehr als nur dabei. Auch Steffen Clauss’ Mutter steht nun vom Rollator auf. Auch die Personen auf den Sitzplätzen stehen nun und haben die Hände oben. Folgend kommen die Songs „Viva La Revolution“ und „Every Generation“. Wieder einer der Klassiker. Es ist ein Erlebnis, dieses Lied live zu hören, umgeben von Menschen, die diese Band so dermaßen feiern. Darauf folgt „Fix this Crack“ und nachdem die Gitarre zwischen beiden Liedern kurz nachgestimmt wurde, „Trapped today, trapped tomorrow“, welchem Song die Band durch ein Gitarrensolo das musikalische Krönchen aufgesetzt hat. Lied 16 ist dann aus der Kategorie drei, wie uns Kai wissen lässt, also eines, worauf sie „Bock“ haben: „Rain will Fall“. „Party Girl“ kommt ohne weitere Pause hinterher, währenddessen auf der Leinwand im Hintergrund tanzende Katzen in rosa Bikinis zu sehen sind. Übrigens, kleiner Hinweis am Rande: Party Girls lieben Party Boys… schön, wenn sie das gleiche Mindset haben, denn dann kann die Nacht so richtig mit WUMS Geschichte schreiben. Soundtrack und so. I Love my Party Boys, cute little asses they’ve got.

Ein Hoch auf die jungen Menschen unserer Gesellschaft.
Daraufhin folgt „Kick it Out“ und „Youth is Wasted on The Young“ diesen Song widmet die Band der Jugend, so der Frontmann – der Jugend, die noch immer für eine bessere Welt auf die Straße geht; er verneige sich vor ihnen. Viel zu oft würde man hören, wie über die Jugend geschimpft wird und dass dies seiner Meinung nach nicht stimmt. Das Zelt applaudiert in einer zuvor nicht dagewesenen Lautstärke. Da kann ich ihm und dem Publikum, die seine Ansage durch ihr Applaus zu bestätigen scheinen, nur beipflichten. Auch ich verneige mich vor der Jugend. Ihr wird die Zukunft geraubt. Was die Generationen vor ihr zerstörten, was unsere aktuelle Regierung im Sozial- und Gesundheitswesen anrichtet, eine Regierung die den Klimawandel ignoriert und auf „weiter so“ setzt. Da ist es nur schwer, eine optimistische Zukunftsperspektive zu entwickeln. Mit der Aussicht auf eine noch schlechtere Gesundheitsversorgung, einen Renteneintritt, der für sie nicht mehr absehbar ist. Abbau unseres Sozialstaats, auf den die Nachkriegsgeneration so stolz waren, was sie für die Nachgenerationen erschaffen hatten. Das Motto, wer hart arbeitet, erreicht auch was im Leben, ist für viele aus verschiedenen Gründen zur blanken Lüge geworden. Sie sollen wieder zum Militär, man spricht von Kriegstüchtigkeit des Landes, diese Regierung macht Rollen rückwärts – ohja wir sind so im Sorrowland – ich hoffe für die Jugend, dass wir das gemeinsam aufhalten und wir wieder mehr Solidarität erleben und ihre Bedeutung wieder an Wichtigkeit gewinnt. Ich persönlich habe Hoffnung, denn ich kenne viele junge Menschen, die noch wissen, wofür unsere Menschen- und Völkerrechte einst geschrieben wurden und denen sie gegenüber mehr Verpflichtung empfinden, als es ein Friedrich Merz je in seinem Leben auch nur ansatzweise spüren und tun wird.
Also ein Hoch auf die Jugend! Und: Es gibt da „Alte“, von denen habt ihr die volle Unterstützung.

Won’t forget these Gänsehaut
Danach stimmen sie „Won’t forget these days“ ein. Das Publikum singt mit, die Stimmung kann gefühlt kaum noch steigen. Ich bekomme schon alleine Gänsehaut, beim Schreiben dieses Berichts, während ich den Song erneut dabei höre. Fury in the Slaughterhouse, im Element der Live Auftritte. Ich hätte mir das in den kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Ein Publikum, im Durchschnittsalter 50+, die den Abend feiern! Selbst als die Band dann die Bühne verlässt, singt das Publikum „Won’t forget these days“ weiter. Die Band ist kurz danach wieder auf der Bühne und singt erneut den Refrain mit. In diesem Moment bin ich mir sicher, vielen denken an „these Days“ in ihrer Jugend und werden in der Zukunft auch noch gerne an diesen Abend denken. Thorsten erzählt nun, dass sie vor 37 Jahren Vorband der „The Pogues“ waren. Diese haben es wohl gekonnt zu saufen, aber ebenso Musik zu spielen. Die Bühne ist in orangerotes Licht getaucht, in den Farben des aktuellen Albums. Sie spielen „Years of Thunder“. Das Publikum ist begeistert und steigt weiter in die Stimmung ein, die Fury in the Slaughterhouse entstehen lassen, gemeinsam mit ihren Fans. Sie fangen die Stimmung vom Lied zuvor ein und schaffen es diese weiter in die Höhe zu treiben. Der richtige Zeitpunkt für „Time to Wonder“: Feuerzeuge werden angezündet und in die Höhe gehalten, Handylichter sind über den Köpfen des Publikums zu sehen. Auch jetzt singt das ganze Zelt mit. Der nächste Gänsehautmoment des Abends (ich hab sie irgendwann nicht mehr gezählt, so viele waren es). Danach kommt ein erneuter Abschied von der Bühne. Einige verlassen schon das Zelt.
Die Fans, die bleiben, sind sich einig, sie wollen eine Zugabe und geben dies dann auch laut kund. Ich denke mir in diesem Moment, wie wollen sie diese Stimmung wieder aufgreifen, es geht wohl kaum zu steigern. Aber da habe ich die Rechnung gedanklich ohne die sechs musikalischen Hochkaräter auf der Bühne gemacht. „Goodbye so long“ ist der nächste Song. Danach wünschen sie ihrem Publikum viel Spaß und bitten alle das Handy rauszuholen. Ein Sternenhimmel würden sie sich wünschen, ein Sternenhimmel aus LEDs. Wirklich jede Person hat gefühlt ihr Handy in der Hand. Die ca. 4000 kleinen Lichter erhellen nun das Zelt. Respekt, denke ich, und bin begeistert von dem Können dieser Band, ihre Fans – die Menschen – mitzunehmen. Sie schließen den Abend mit „Sister Moon“. Welch Stimmung.

Mehr als Soundtrack, (er-) Leben!
Danke an alle, die da waren. Danke für diesen Abend. Danke, dass ich da sein durfte. Danke, dass ihr den leisen Soundtrack der alten Tage meines Lebens habt wieder so laut werden lassen. Ihr wisst, wie viel der Soundtrack in Filmen ausmacht. Viele Filme wären niemals ohne die musikalische Unterstreichung zum Klassiker geworden. Eventuell hatte Fury in the Slaughterhouse an manchen Stellen meines Lebens mehr Bedeutung, als mir bis zu diesem Abend bewusst war. In diesem Sinne. Erlebt das Zeltspektakel in Winterbach selbst. Es ist ein Besuch wert. Leben beginnt dort, wo sich Menschen begegnen. Und der Soundtrack im Hintergrund ist manchmal wichtiger als man erahnt.

Liebe Jasmin, was für ein toller Bericht! Fühle ich zu 100%, besonders auch „Ein Hoch auf die jungen Menschen unserer Gesellschaft.“ Als ich 1992 nach Stuttgart als „Wirschaftsgeflüchtete“ eingewandert bin, war ich totaler Fury-Fan…hatte es nur fast „vergessen“ ;-), deshalb lieb ich deinen Artikel, auch wenn ich nicht dabei sein konnte, da ich wie fast jedes Jahr beim „Noisehausen“ Festival in Schrobenhausen war, das auch von einer wahnsinnig engagierten regionalen Community lebt. Was mir dieses Jahr dort besonders auffiel, waren die vielen Anmerkungen der Bands zum akuten (Indie-)Festivalsterben besonders auch kleinerer Festivals, mangels Finanzierung/Streichen staatl. Kulturförderungen. Deshalb auch mein Aufruf an alle…unterstützt sie so gut ihr könnt, mit Tickets (im Vvk), Essen und Trinken vor Ort oder durch eure ehrenamtl. Mithilfe!
Liebe Doreen,
vielen Dank für dein so wertschätzendes Kommentar. Es hat mich unglaublich gefreut. Du warst meine erste Kommentatorin zu meinen Berichten ♥️, was es für mich nochmal aufregender machte, und dann auch noch so ein tolles.
Ich bin absolut bei dir, mit allem, was du über Festivals usw. geschrieben hast und schließe mich deinem Aufruf an.
Vielen Dank, liebe Doreen