SON ROMPE PERA, 19.07.2026, Sommerfestival der Kulturen, Marktplatz, Stuttgart

„Cumbia is the new Punk!“ Son Rompe Pera setzen mit ihrem explosiven Cumbia-Punk-Marimba-Inferno gleichzeitig den Höhepunkt und den Schlusspunkt des Sommerfestivals der Kulturen.
Boah, was habe ich mich gefreut, als die mexikanische Band Son Rompe Pera als Schlussact des Sommerfestivals der Kulturen angekündigt wurde. Bei meiner Beschäftigung mit den vielfältigen Spielarten der Cumbia ist mir das Quintett um die Brüder Kacho und Mongo Gama vor ein paar Jahren aufgefallen. Neben den vielen „klassischen“ regionalen Varianten, haben es mir besonders die Cumbia Andina, die peruanische Cumbia Psicodélica und die in Mexiko beheimatete elektronische, extrem runtergepitchte Cumbia Rebajada angetan.
Tempomäßig am exakt anderen Ende der Skala befinden sich aber Son Rompe Pera. Sie schaffen es tatsächlich, Cumbia mit Punk, aber auch mit Psychobilly, Ska und Rhythm & Blues zu mischen und einen ganz eigenen Sound zu kreieren.

Das leicht windschiefe Marimbaphon, das die beiden Brüder von ihrem Vater geerbt haben sollen und seit frühester Jugend spielen, steht ganz vorne an der Bühnenkante und dominiert das Bühnengeschehen. Denn was die zwei dort vollführen ist nicht nur extrem virtuos und teils schwindelerregend schnell, es ist auch optisch ein Eyecatcher. Die leicht schräg klingenden Resonatoren unter den Holzplättchen prägen den Sound von Son Rompe Pera. Klar, dass bei diesem Rhythmus-Feuerwerk mit dem so typisch schleppenden Schlagzeug und den treibenden Percussions kein Fuß auf dem Marktplatz unbewegt bleibt.

Ihren programmatischen Song „Cumbia is the New Punk“ hauen sie schon recht früh raus, aber sie haben auch echten Punk im Programm. Und das macht den Reiz ihres Sets aus. Während andere Cumbia-Gigs gerne mal in trance-artige Zustände führen können, bleibt es hier abwechslungsreich und überraschend. Da wird auch mal kurz Depeche Mode oder Clash eingeflochten, da gibt es mal einen veritablen Rhythm & Blues-Track, um wenig später ein Cumbia-Traditional und danach Queens „Another One Bites The Dust“ aus der Marimba rauszuklöppeln.

Das Publikum ist aus dem Häuschen, treibt die fünf Mexikaner zu immer neuen Höchstleistungen und möchte sie auch nach neunzig Minuten am liebsten nicht mehr gehen lassen. Und ja, die Vorfreude hat sich gelohnt: Son Rompe Vera sind der krönende Abschluss des Festivals und reihen sich mit ihrer Gig nicht nur in die Liste meiner liebsten Sommerfestival-Gigs ein, ein Platz auf der Jahresbestenliste dürfte ihnen damit auch sicher sein.
