FRESHLYGROUND, 15.07.2026, Sommerfestival der Kulturen, Marktplatz, Stuttgart

Kürzlich noch in Karlsruhe, jetzt auf dem Sommerfestival der Kulturen. Die südafrikanische Allstar-Band Freshlyground mit brandneuer Sängerin begeistert zum zweiten Mal.
Jaaaa, endlich wieder Sommerfestival der Kulturen! Der Juli mit seinen Festivals ist jedes Jahr eine Challenge für uns Konzert-Blogger:innen. JazzOpen, Parklücke und Sommerfestival, da heißt es Dauerpräsenz zeigen und Prioritäten setzen. Für den Besuch der südafrikanischen Band Freshlyground gab es gleich zwei gute Gründe. Zum einen haben die Kollegen erst kürzlich sehr begeistert von einem Gig aus Karlsruhe berichtet, zum anderen waren Teil der Band bereits vor zwei Jahren beim Sommerfestival, und zwar als Congo Cowboys. Wir erinnern uns.

Tückischerweise fängt es kurz vor dem Ende des vorherigen Gigs – aber gerade rechtzeitig zu meinem Eintreffen – an, aus Kübeln zu schütten. Nach einer lustigen, aber überaus nassen halben Stunde in fideler Multikulti-Runde unter einem der Sonnenschirme sind wir wenigstens ausreichend erfrischt für einen Gig.

Die Frage, ob sich die neue Leadsängerin Mbali Makhoba in der Runde der Routiniers behaupten kann, wurde ja schon in Karlsruhe abgehakt. Sie kann, und wie. Von der ersten Minute an beherrscht die im Vergleich zu den Herren recht zierliche Frontfrau die Bühne. Und das liegt nicht nur an ihrem atemberaubend roten Kleid. Sowohl körperlich als auch stimmlich ist sie äußerst präsent.

Die Songs geben ihr aber auch reichlich Gelegenheit, ihre Klasse zu zeigen. Soul und Funk beherrscht sie ohnehin souverän, richtig lebendig wird sie aber bei den Songs, die südafrikanische Rhythmen und Melodien untermischen. Bei diesen Songs nimmt der Gig immer mehr Fahrt auf, zumal sie von einer einfachen aber überaus wirkungsvollen Choreo der kompletten Band untermalt werden. Das ist wunderbar leichtfüßig und fröhlich, ganz besonders dann, wenn die Gitarre afrikanische Melodien dazu liefert. Mehr als nur einmal kommt da schönstes Paul-Simon-Graceland-Feeling auf.

Der Gig sorgt für allerbeste Stimmung auf dem Marktplatz, der – vielleicht auch wegen der Wetterkapriolen – nicht ganz so brechend voll ist wie in den letzten Jahren. Mit dem WM-Hit „Waka Waka“, den Freshlyground damals mit Shakira aufgenommen hatten, endet der Auftritt, der dann aber doch noch mit einer Zugabe gekrönt wird. Wir sind inzwischen auch wieder trocken und freuen uns auf weitere Abende auf dem Sommerfestival. Bei jedem Wetter.

