QUESTIONS & ANSWERS – der gig-blog-Fragenkatalog 192 mit SELIN SÜMBÜLTEPE

Foto: Taha Balta

Morgen ist es endlich soweit: Das Sommerfestival der Kulturen startet! (Hier unsere Vorschau.) Vom 14. bis 19. Juli wird sich der Marktplatz wieder in eine bunte, fröhliche Festivalzone verwandeln und wir werden so oft wie möglich vorbeischauen. Das Line-up ist voller Hochkaräter und wir möchten euch Selin Sümbültepe mit unserem Band-Fragebogen vorstellen. Sie ist der Headliner am Freitag, der unter dem Motto „Caz à la turca“ traditionell in Kooperation mit dem Deutsch-Türkischen Forum mit einer türkischen Band bestückt wird. (Eine deutsche Übersetzung des Fragebogens findet ihr weiter unten auf der Seite)

No band without a founding myth. What is yours?
I’ve loved music for as long as I can remember, so studying it felt like the most natural choice. I started writing my first songs when I was 15. After graduating from the conservatory, I focused on making my first album—and the rest followed from there.

What was the most wonderful gig you ever played?
Sines Festival in Portugal. It was the most incredible audience I’ve ever sung for. It felt like we were breathing together. I’ve never experienced such an engaged and interactive crowd.

Where would you absolutely love to play?
I’m more drawn to the spirit of festivals than to specific venues. If I had to choose one, I’d love to play at Roskilde Festival one day. And, of course, it would mean a lot to perform in my hometown, Hatay.

How would you describe your music to someone who hasn’t listened to it yet?
Music shaped by cultural memory, but told in a contemporary language. It moves somewhere between Anatolian and Levantine influences, with touches of folk and pop

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Describe the perfect stage outfit.
I design most of my stage outfits myself, and sometimes I even sew them from scratch. For me, a stage outfit isn’t just about looking good—it should reflect care, originality and personality.

The perfect gig in three words.
Connection. Curiosity. Joy.

Your most embarrassing moment on stage?
None so far. I hope it stays that way!

Which things must always be in your tour bag?
My flute, earplugs, a notebook, lip balm and my vitamins. I never leave for a tour without them.

What do you look forward to at the beginning of a tour? And what at the end?
At the beginning, I look forward to the unknown and meeting new people. At the end, I look forward to sleeping in my own bed and seeing the people I love.

With which detail on the hospitality rider do you nag the promoters?
I’m actually not very demanding. But every now and then, I do ask for tequila.

Which song never fails to make you sing, hum or whistle along?
It doesn’t really work like that for me. Any song can get stuck in my head at any moment.

And what song gets you on the dance floor right away?
In Turkish we have a saying: „She’d dance even to the sound of a creaking door.“ That’s pretty much me. I don’t need a particular song to start dancing.

Which song of the Beatles deserves a cover by you?
Across the Universe.

The greatest musical genius (dead or alive)?
I’d probably say Rachmaninoff. But Lebanon’s Rahbani Brothers will always have a very special place in my heart.

How’s the musical scene in Turkey? Which new bands should our readers know? (Beside yours)
Turkey’s independent music scene is going through one of its most difficult periods. Opportunities are becoming increasingly limited, which makes it harder to create and sustain independent projects. Even so, there are still incredibly talented artists making exciting music. One band I’ve really been enjoying lately is Aysay.

What question do you miss on every band questionnaire? And what is the answer?
Question: If you weren’t making music, what would you be doing?
Answer: I’d probably find another way to tell stories.

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Deutsche Übersetzung

(Selins Management war so freundlich, den Fragebogen auf Deutsch zu übersetzen)

Keine Band ohne Gründungsmythos. Was ist deiner?
Ich liebe Musik, solange ich mich erinnern kann, also fühlte sich das Studium wie die natürlichste Entscheidung an. Mit 15 habe ich angefangen, meine ersten Songs zu schreiben. Nach dem Konservatorium habe ich mich ganz auf mein erstes Album konzentriert – und der Rest hat sich von da an ergeben.

Was war das schönste Konzert, das du je gespielt hast?
Das Sines Festival in Portugal. Das unglaublichste Publikum, für das ich je gesungen habe. Es fühlte sich an, als würden wir zusammen atmen. So ein aufmerksames und interaktives Publikum habe ich noch nie erlebt.

Wo würdest du unbedingt einmal spielen wollen?
Mich zieht eher der Geist von Festivals an als bestimmte Locations. Wenn ich mich für eines entscheiden müsste, würde ich gerne einmal beim Roskilde Festival spielen. Und natürlich würde es mir viel bedeuten, in meiner Heimatstadt Hatay aufzutreten.

Wie würdest du deine Musik jemandem beschreiben, der sie noch nicht kennt?
Musik, geformt durch kulturelle Erinnerung, aber in einer zeitgenössischen Sprache erzählt. Sie bewegt sich zwischen anatolischen und levantinischen Einflüssen, mit Anklängen von Folk und Pop.

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Beschreib das perfekte Bühnenoutfit.
Ich entwerfe die meisten meiner Bühnenoutfits selbst, manchmal nähe ich sie sogar komplett von Grund auf. Für mich geht es bei einem Bühnenoutfit nicht nur darum, gut auszusehen – es sollte Sorgfalt, Originalität und Persönlichkeit widerspiegeln.

Das perfekte Konzert in drei Worten.
Verbindung. Neugier. Freude.

Dein peinlichster Moment auf der Bühne?
Bisher keiner. Ich hoffe, das bleibt so!

Was muss immer in deiner Tourtasche sein?
Meine Flöte, Ohrstöpsel, ein Notizbuch, Lippenbalsam und meine Vitamine. Ohne die gehe ich nie auf Tour.

Worauf freust du dich am Anfang einer Tour? Und worauf am Ende?
Am Anfang freue ich mich auf das Unbekannte und darauf, neue Menschen kennenzulernen. Am Ende freue ich mich darauf, in meinem eigenen Bett zu schlafen und die Menschen zu sehen, die ich liebe.

Mit welchem Detail im Hospitality Rider nervst du die Veranstalter?
Eigentlich bin ich nicht sehr anspruchsvoll. Aber hin und wieder bitte ich schon um einen Tequila.

Welcher Song bringt dich immer zum Mitsingen, Summen oder Pfeifen?
So funktioniert das bei mir eigentlich nicht. Jeder Song kann sich jederzeit in meinem Kopf festsetzen.

Und welcher Song bringt dich sofort auf die Tanzfläche?
Im Türkischen gibt es ein Sprichwort: „Sie würde sogar zum Quietschen einer Tür tanzen.“ Das bin ziemlich genau ich. Ich brauche keinen bestimmten Song, um zu tanzen.

Welcher Beatles-Song verdient ein Cover von dir?
Across the Universe.

Das größte musikalische Genie (tot oder lebendig)?
Ich würde wohl Rachmaninow sagen. Aber die libanesischen Rahbani-Brüder werden immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen haben.

Wie steht es um die Musikszene in der Türkei? Welche neuen Bands sollten unsere Leser kennen? (Außer eurer)
Die unabhängige Musikszene der Türkei durchlebt gerade eine ihrer schwierigsten Phasen. Die Möglichkeiten werden immer begrenzter, was es schwieriger macht, unabhängige Projekte zu schaffen und aufrechtzuerhalten. Trotzdem gibt es nach wie vor unglaublich talentierte Künstler:innen, die aufregende Musik machen. Eine Band, die ich in letzter Zeit wirklich genieße, ist Aysay.

Welche Frage vermisst du in jedem Bandfragebogen? Und was ist die Antwort?
Frage: Wenn du keine Musik machen würdest, was würdest du dann tun?
Antwort: Ich würde wahrscheinlich einen anderen Weg finden, Geschichten zu erzählen.

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