QUESTIONS & ANSWERS – der gig-blog-Fragenkatalog 191 mit NICO AMARA

Gibt es einen besseren Ort, um sich düsterer Musik hinzugeben als in einem unterirdischen Schutzraum? Das Veranstaltungs-Kollektiv Transmission e.V. beweist seit längerem im Kulturbunker unter dem Rosenbergplatz, dass dieser eine geradezu ideale Location ist und hat dort schon eine Menge denkwürdiger Konzerte auf die Beine gestellt. Mit der Einladung der Schweizerin Nico Amara setzen sie diese Reihe fort. Am 04. Juli wird sie in dunkle Sphären zwischen Darkwave und Post-Industrial entführen. Wir stellen Nicole Fior-Greant aka Nico Amara mit unserem Bandfragebogen vor.
Keine Band ohne Gründungsmythos. Wie ist deiner?
Als Komponistin im Bereich der experimentellen und zeitgenössischen Musik hatte ich mir lange vorgenommen, meine berufliche Arbeit und die Musik, die ich privat höre, strikt voneinander zu trennen. Nico Amara entstand in dem Moment, als ich beschloss, diese Regel zu brechen.
Wie würdest du deine Musik jemandem beschreiben, der sie noch nicht gehört hat?
Musik zwischen Darkwave und Post-Industrial: minimalistische Elektronik und Noise. Direkt, distanziert und düster.
Was dürfen unsere Leser:innen bei deinem Gig im Kulturbunker erwarten?
Ein konzentriertes Live-Set mit kalter Energie, Rhythmus und Noise. Wer tanzen möchte, kann tanzen, wer lieber zuhört, kann zuhören.
Was war dein bisher schönstes Konzert?
Wahrscheinlich mein Konzert in Florenz. Mein erster Headliner-Auftritt außerhalb der Schweiz, das bleibt in besonderer Erinnerung.
Wo würdest du gerne mal spielen?
Grauzone Festival.
Das perfekte Konzert in drei Worten.
Intensität. Energie. Konzentration.
Dein peinlichster Moment auf der Bühne?
Bei einem Konzert wurde mir vor dem Auftritt eine Wasserflasche auf die Bühne gestellt. Als ich auf die Bühne kam, konnte ich sie jedoch nicht finden und verbrachte die ersten beiden Songs damit, möglichst unauffällig danach zu suchen. Da mein Keyboardständer mit einem großen Backdrop verhängt war, versuchte ich mit dem Fuss den Stoff etwas anzuheben, um nachzusehen, ob die Flasche darunter gelandet war. Wahrscheinlich hat es niemand bemerkt, aber ich kam mir bei der ganzen Sucherei ziemlich albern vor.
Worauf freust du dich am Beginn einer Tour? Und worauf am Ende?
Darauf, die anderen Künstler:innen kennenzulernen, mit denen man die Bühne teilt, und auf die Gespräche mit dem Publikum nach dem Konzert. Am Ende: Wieder normal zu essen und im eigenen Bett zu schlafen.
Mit welchem Detail auf dem Hospitality Rider forderst du die Veranstalter heraus?
Eher mit dem Gegenteil. Vor Konzerten esse ich meistens kaum etwas und wünsche mir höchstens etwas Obst, ein paar Snacks und Wasser. Wenn dann groß für die Künstler:innen gekocht wird, bekomme ich manchmal fast ein schlechtes Gewissen, weil ich das organisierte Essen oft gar nicht anrühre.
Der schönste Lovesong heißt …
Second Sun (Deine Lakaien)
Das größte musikalische Genie (lebend oder tot)?
No doubt: Bowie!
Dein musikalischer Geheimtipp? Welche wenig bekannte Band sollten wir unbedingt gehört haben?
Vielleicht kein Geheimtipp und auch nicht wirklich wenig bekannt, aber die Schweizer Band The Young Gods muss man gehört haben.
Welche Frage fehlt auf diesem Fragebogen? Und was ist deine Antwort?
Wonach suchst du in deiner Musik?
Nach Klarheit und nach etwas, das bleibt, wenn alles Überflüssige verschwunden ist.

