THE NITE STEADIES, 01.05.2026, Hobbyhimmel, Stuttgart

Die lokalen Ska-Helden The Nite Steadies treffen auf das Publikum der Critical Mass – die Mischung geht auf: Die Musiker sind in Höchstform und eine begeistert tanzende Menge vor der Bühne eröffnet die Open-Air-Saison.
Seit 16 Jahren gibt es in Stuttgart bereits die Rad-Demo „Critical Mass“, die auf die Rechte der Drahtesel-Nutzenden im Stadtverkehr aufmerksam machen will. Da man den fünfzehnten Geburtstag versäumt hat, feiert man kurzerhand den sechzehnten groß. Und da eine solche Feier nur mit einer guten Liveband funktioniert, spielen eben die Nite Steadies auf, die dieses Jahr passenderweise ebenfalls ihren 16. Geburtstag zelebrieren können.

Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt auf den heutigen Abend: Die Band, bei der Gig-Blogger Martin Schniz am Bass spielt, habe ich vor zwei Jahren schon einmal bei der Heslacher Hocketse gesehen, damals aber leider mit etwas wenig Publikumsbeteiligung. Heute bei der Abschluss-Veranstaltung vor dem „Hobbyhimmel“ in Feuerbach ist das glücklicherweise anders. Das Publikum ist gut gemischt in allen Altersklassen, geschätzt von sieben bis siebzig Jahren. Insbesondere eine Gruppe junger Menschen tanzt ausgelassen den ganzen Abend lang direkt vor der Bühne mit.

Die Band begeistert von Anfang an mit vielen selbst geschriebenen Stücken wie „Ska Party“, „Pleasure And Pain“ oder „This Train“. Zwischendrin gibt es immer wieder eine Coverversion. „Baba Boom Time“ von den Jamaicans groovt auch dank Drummer Rumsi gut vor sich hin und verwandelt sich zu einer schönen Jamsession auf der Bühne: Petra am Saxophon und Karsten an der Trompete liefern begeisternde Soli ab (Posaunist Simon ist leider an diesem Abend ausgefallen).
Angesichts des großen Zuspruchs meint Sänger und Gitarrist Rudolf Speth: „Ab jetzt spielen wir an jedem ersten Freitag im Monat!“ Ob es im Winter ebenfalls so „g’schmack“ ist wie an diesem lauen Maiabend, möchte ich bezweifeln, stimme aber überein, dass die Band bei solch einer guten Stimmung ruhig öfter auftreten könnte. Der Abend erinnert stimmungsmäßig auch an die Auftritte auswärtiger Bands im heißgeliebten Goldmark’s.

Mein persönliches Highlight des Abends ist das Cover des Specials-Klassiker „Ghost Town“: Die Klänge der Hammond-Orgel im Original werden nicht von Keyboarder Frank nachgespielt. Nein, Petra steigt dafür auf die Querflöte um, spielt mit dem Instrument die wabernde Melodie allein und es passt perfekt! Auch hier zeigt sich die ganze Band sicher und bringt eine eindrucksvolle Version des doch musikalisch anspruchsvollen Hits aus der Thatcher-Ära dar. Das hat mich wirklich begeistert!
Nach knapp zwei Stunden schließt eine Zugabe den Abend ab. Trompeter Karsten Treiber wechselt für den von ihm geschriebenen letzten Song des Abends „The Blue Trombone“ ans Flügelhorn und sorgt noch einmal für einen eigenen Abschluss.

Von den anderen Anwesenden, die nicht unbedingt Ska hören, bekomme ich ebenfalls viel Gutes zum Auftritt der Nite Steadies zu Ohren. Alle, die sich selbst einen Eindruck verschaffen wollen oder die Band noch einmal erleben möchten, haben im Juli das nächste Mal Gelegenheit: Am Mittwoch, 22. Juli spielen die Ska-Musiker in Stuttgart auf dem Henkersfest. Drei Tage später, am Samstag, 25. Juli gibt es den nächsten Clubgig im „Lammba Zamba“ in Reutlingen.


Sehr schöner Artikel mit sehr schönen Bildern. Das wird der Sache sehr gerecht und freut uns sehr…
Rudolf, THE NITE STEADIES