GOD IS AN ASTRONAUT, 26.03.2026, Im Wizemann, Stuttgart

God Is An Astronaut, Physiker des Unmöglichen. Aus der Leere der Unendlichkeit wird die Dunkle Materie zum Klingen gebracht und der Raum mit unendlicher Dichte gefüllt. Agnostiker geraten ins Zweifeln.
Heute Abend wird das Wizemann zum Teilchenbeschleuniger. Das Experiment wird vorbereitet von Törzs aus Budapest. Soma Balázs (E-Gitarre), Dániel Nyitray (E-Bass) und der neue Schlagzeuger Tamás Szijártó machen instrumentalen Post-Rock, der mal in den Dream Pop gleitet (ähnlicher frühes Coldplay), an anderer Stelle wird aber auch ein E-Saitenspiel angesetzt, das auf das ausklingende Gitarrensolo von David Gilmour in Pink Floyds Comfortably Numb verweisen könnte. Die drei jungen unprätentiösen Sound-Gelehrten empfehlen sich für weiterführende Forschungen, Summa Cum Laude.

Die irische Post- und Psychedelic-Rock-Band God Is An Astronaut wurde 2002 von den beiden Brüdern Torsten Kinsella (Gitarre, Gesang) und Niels Kinsella (Bass) gegründet. Oft zu fünft mit zweitem Gitarristen und Keyboarder unterwegs, spielen sie auf dieser Tour rein instrumental und lediglich zu dritt mit Schlagzeuger Lloyd Hanney (seit 2003).

Heute werden die träumerischen Klangwelten, die auf den Alben vorherrschen, verlassen, es wird auf ausufernde Härte gesetzt, oder um in der Allegorie zu bleiben, es geht hinaus ins All der unendlichen Weite und Dunkelheit. Wände des Schalls baut Gitarrist Thorsten Kinsella auf, mit seinen zig Effektern zapft er die Dunkle Energie an, woher soll denn sonst diese Wucht kommen. Andere Theorien gerne in die Kommentare. Die Millionen an Frequenzen der E-Gitarre werden von Niels Kinsellas Bass unterstrichen, Schlagzeuger Lloyd Hanney behauptet sich hingegen mit Kraft und Grips, wechselt z. B. mitten in einem Track auf einen 7/8-Takt, um so der Soundflut das irritierende Element quantenphysischer Gleichzeitigkeit entgegenzusetzen. Oder er kontrastiert den ruhig fließenden Klang mit einem Double Bass, begleitet von extrem schnellem Stroboskoplicht.

Keine Vocals und Synthis lenken ab. Die eigene Fantasie verliert sich in den Dimensionen, erschafft Kaskaden an Bildern und Assoziationen, bildet Metastasen der Gefühle… Ergebnis ist die unten angehängte Mind-Setlist. Begeisterung wie selten. Großartiges Konzert. Summa Cum Lauter.
Fotograf Claus erkrankte leider kurzfristig, daher konnten lediglich einige Smartphone-Fotos die Phänomene jenseits des Ereignishorizonts festhalten.
Die Mind-Setlist
Entführung
Enthüllung
Entrückung
Entzückung
Entmündigung
Entmüllung
Entsündigung
Erfüllung
Verführung
Verrückung
Verglückung
Verzückung
Verkündigung
Verschüttung
Verfüllung
Verflüchtigung
Verglühung
Die Track-Setlist
Falling Leaves
Epitaph
All Is Violent, All Is Bright
Apparition
Seance Room
Odyssey
Suicide by Star
Frozen Twilight
Fragile
Oscillation
Embers
Forever Lost
From Dust to the Beyond
