KERALA DUST, 14.01.2026, Im Wizemann, Stuttgart

KERALA DUST, 14.01.2026, Im Wizemann, Stuttgart | Foto: Oliver Wendel
Foto: Oliver Wendel

Vor acht Jahren hätte Kerala Dust das letzte Mal in Stuttgart gespielt. Auf dem Marienplatzfest sei das gewesen und deshalb hätten sie heute auch einen Besuch im Galao gemacht. „Reiner! Legende!“ würdigt Frontmann Edmund Kenny den umtriebigen Festivalveranstalter. Wir stellen fest: Das in London gegründete und jetzt in Berlin lebende Quartett hat seitdem echt Karriere gemacht. Der Wizemann Club ist nahezu ausverkauft und wir entdecken im Publikum einige Gesichter vom Maifeld Derby, wo auch wir letztes Jahr auf die Band aufmerksam geworden sind. Das Publikum ist jedenfalls erfreulich divers, die Band scheint Menschen aller Altersklassen anzusprechen.

RAFUSH, 14.01.2026, Im Wizemann, Stuttgart | Foto: Oliver Wendel
Foto: Oliver Wendel

Den Auftakt bestreitet die Berliner Künstlerin Rafush mit einem DJ-Set. Von introspektivem Ambient über Downtempo-Beats bis hin zu housig Tanzbarem baut sie einen eleganten Spannungsbogen auf, der nach vierzig Minuten ein angenehm angewärmtes Publikum an den Main Act übergibt.

KERALA DUST, 14.01.2026, Im Wizemann, Stuttgart | Foto: Oliver Wendel
Foto: Oliver Wendel

Nach einem kurzen Intro („Tornerai“ von Olmo) betritt die Band zu „The Orb, TX“ die Bühne. Einer dieser Songs mit dem typischen Kerala-Dust-Sound: Organisch werden elektronische Patterns und analoge Instrumente verschmolzen und auf ein massives Rhythmus-Fundament gestellt. Das Setup aus mehreren Synthesizern, Gitarre und Drum liefert einen breitwandigen Sound, vor dem Sänger und Songwriter Edmund Kenny mit seiner markant-sonoren Stimme perfekt zur Geltung kommt. Überhaupt, Licht und Sound sind vom Feinsten. Letzterer druckvoll, aber transparent und ausgewogen. Einmal mehr bestätigt sich: Der Club braucht gute Mischer, dann funktioniert er sehr gut.

KERALA DUST, 14.01.2026, Im Wizemann, Stuttgart | Foto: Oliver Wendel
Foto: Oliver Wendel

Mit Verlauf des Sets werden die Beats immer heftiger, das fühlt sich teilweise wie Manchester Rave oder 1990s Big Beat an und entwickelt sich schon fast ein wenig Richtung Techno. Und wenn es an dem Gig überhaupt etwas zu mäkeln gibt, dann nur, dass das durchgängige Four-to-the-Floor auf die Dauer etwas eintönig wird, und dass sich der Effekt, nach einem kurzen ruhigeren Songpart massiv den Bass zu droppen, vielleicht etwas zu häufig wiederholt.

Kenny, ganz elegant in Jacket und weißem Hemd, und auch sonst der adrette Schwiegermutter-Typ, kontrastiert seine seriöse Erscheinung immer mehr durch raumgreifendes, einpeitschendes Rumgetanze, was natürlich auch das Publikum zur Bewegung animiert.

KERALA DUST, 14.01.2026, Im Wizemann, Stuttgart | Foto: Oliver Wendel
Foto: Oliver Wendel

Mit „The Bay“ endet der offizielle Teil des Gigs, es wirden allerdings noch üppige Zugabe nachgeschoben. Mit „Nevada“, „Phoebe“ und „White Noise“ bringen Kerala Dust drei Hits und beim letzten Songs drehen sie Tempo und Intensität auf ein noch höheres Level. Ein fast goa- oder technomäßig treibender Track, bei dem der Wizemann Club seinen Namen wirklich verdient.

Setlist

The Orb, TX
How The Light Gets In
Moonbeam
Fever
Oil Drum
Violet Drive
Bell
Eden To Eden
Still There
Maria
Closer
Love In The Underground
I Remember You A Dancer
The Bay

Nevada
Phoebe
White Noise

Kerala Dust

Rafush

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