KYLIE MINOGUE, 09.07.2025, JazzOpen, Schlossplatz, Stuttgart

Endlich bin ich auch mal dabei bei den JazzOpen. Rechtzeitig Programme wälzen, Karten besorgen oder in irgendwelche Listen eintragen liegt mir normalerweise nicht so. Eigentlich schade, denn bei dem seit 1994 in Stuttgart stattfindenden Festival sind immer supertolle Sachen dabei, die leider auch entsprechend schnell ausverkauft sind. Dass ich jetzt spontan zu Kylie darf, und dann auch noch mit privilegiertem Zugang zu richtig guten Plätzen, freut mich sehr.
Das Wetter ist perfekt, die Hitzewelle ist rum, sehr angenehm. Das Publikum am Schlossplatz ist erwartungsgemäß eher Gen X als Gen Z. Einige in der Sonne glitzernde Paillettenröcke sind zu sehen, viel Leomuster. Am Getränkestand gibt’s Kessler Rosé und auf Nachfrage auch Pommes, obwohl wir strenggenommen in der falschen Schlange stehen. Sehr nett.
Das Konzert ist ausverkauft, 7200 Tickets gab es. Für Kylie-Verhältnisse wohl eher intim. Die richtigen VIPs lassen sich mit einem klapprigen Lastenaufzug das Gerüst zu den Logenplätzen hochfahren. Müsste ich jetzt nicht unbedingt haben, aber ich bin ja auch kein VIP. Als Berichtende hat man Zugang zu Plätzen nah an der Bühne, ohne sich durchdrängeln zu müssen, das finde ich schon um einiges attraktiver.
Vor Konzertbeginn wird von der fleißigen Bühnencrew nochmal ausführlich die Discokugel inspiziert, Prioritäten einfach. Nach einem ansprechenden DJ-Warmup geht es pünktlich um Viertel vor neun los.
Ich bin selten bei richtig großen Konzerten und finde es spannend, das alles so nah mitzubekommen. Sehr hilfreich, dass es vorab eine Setlist für uns gibt. Vor dem eigentlichen Konzertbeginn läuft „Dancing On My Own“ von Robyn, passt ja auch gut.
Erstes Stück und Intro ist „Lights, Camera, Action“ vom aktuellen Album Tension II. Sympathisch unprätentiös aufgereiht in spacig anmutenden schwarzen Overalls steht die Begleitband bereit. Und dann kommt der große Auftritt von Kylie in rotem Latexanzug, knallroten Lippen und wallender blonder Mähne. Sieht auch aus (relativer) Nähe super aus, wow.
Die Lieder werden in thematischen Blöcken dargeboten, jedes Mal mit Outfitwechseln verbunden. Outfit zwei kommt recht schnell zum Einsatz, ein gemütlicher roter Glitzer-Onesie mit Reißverschluss. Die Songs sind etwas abgewandelt und so zusammengesetzt, dass ich nicht immer direkt erkenne, ob wir schon beim nächsten sind. Eine Gruppe Tänzer*innen wirbelt geschäftig über die Bühne, natürlich in auf Kylie abgestimmten Kostümen.
Mit „Spinning Around“ ist schon ziemlich früh ein richtiger Hit dabei. Kylie versichert uns glaubhaft, dass wir wunderschön seien und wie wunderbar es sei, hier gemeinsam mit uns den Sonnenuntergang zu genießen.
„Dancing“ wird mit akustischer Gitarrenbegleitung dargeboten, fast schon Neil-Young-esk. Kommt aber bei den Leuten richtig gut an. Kann das wirklich sein, dass wir uns bereits im Jahr 2025 befinden, fragt Kylie sich und uns und das ist natürlich die perfekte Überleitung zur nostalgischen Reise in die Vergangenheit mit dem „Loco–Motion“.
Die riesige Bühne, die epic stage, wird ausdrücklich gelobt, auch wenn die Band heute dadurch ungewöhnlich weit weg sei. Sehr sympathisch, wie Kylie immer wieder den Kontakt zu ihrem Musiker*innen und den drei Backgroundsängerinnen sucht und allen die Möglichkeit gibt, zu zeigen, was sie können.
Ob es Songwünsche gebe, wird das Publikum gefragt und prompt gibt es ein sehr süßes A capella-Ständchen von „Where the Wild Roses Grow“ für eine sichtlich gerührte Fangruppe.
Kostümtechnisch ist man inzwischen bei silbernen Glitzerumhängen angekommen, sehr kleidsam. Im letzten Teil dominiert dann eine Film-Noir-Ästhetik, Kylie trägt jetzt schwarz, das gefällt mir persönlich am besten.
Mein Lieblingssong von Kylie ist „All the Lovers“, das könnte ich immer hören und ist live ein toller Höhepunkt. Kurz vor Schluss hören wir dann das relativ neue „Padam Padam“, das finde ich auch sehr stark, kommt mir aber so vor, als ob das Publikum damit noch ein bisschen fremdelt.
„Love At First Sight“ von 2001 ist schließlich der allerletzte Song einer sehr unterhaltsamen und kurzweiligen Show.
Seltsam, dass das Merch von großen Acts oft so lieblos ist, ich hätte gerne noch viel mehr Geld für Erinnerungsstücke ausgegeben. So bleibt’s bei einem Tour-Bildband, hauptsächlich um eine Tragetüte mit der Aufschrift „Kylie“ zu ergattern.
JazzOpen, wir kommen wieder!


Hallo, sorry:
Kein passendes Feld gefunden, will zum Programm für morgen (echt unglaublich, die Auswahl –
bei Euch in S und überall ?!) nochwas
Anmerken:
Top-act
(!)
–>
Ja!
Lasst euch vom bescheuert klingenden Namen nicht irreführen !)
Wäre auch
In ES:
https://dieselstrasse.de/kalenderdaten/detail/lisl-1907/
Bestimmt besser,
als Kylie usw. alle zusammen – auch wenn der Vergleich zwischen Indie und Hitparaden-Pop etwas unfair gegen Kylie Minogue is‘
*g*