Vorschau: SOMMERFESTIVAL DER KULTUREN, 15.-20.07.2025, Markplatz, Stuttgart

Gefühlt ist dieser Sommer noch voller mit Festivals und Events als die letzten. Fast schon ein Problem, die Übersicht zu behalten. Einen festen Platz im Gig-Blog-Kalender nimmt aber traditionell das Sommerfestival der Kulturen ein. Stuttgarts starkes Statement für Internationalität und Vielfalt und vor allem für Anti-Rassismus, das angesichts der politischen Situation jedes Jahr wichtiger wird.
Ich habe mich durch das Programm gehört und eine Liste subjektiv ausgewählter Highlight zusammengestellt. So oder so gilt: Eigentlich solltet ihr jeden Abend auf dem Marktplatz vorbeischauen. Der Opening Act ist für mich allerdings ein ganz besonderer Glücksfall: Die Waliserin Aleighcia Scott hat mit „Windrush Baby“ vor zwei Jahren eines der besten Reggae-Alben veröffentlicht und steht seitdem auf meiner Konzert-Wunschliste. Dass sie nun anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft mit Cardiff das Festival eröffnen darf, ist wunderbar. (15.07. / 18:00 Uhr)
Direkt danach steht mit Omara „Bombino“ Moctar aus dem Niger ein grammy-nominierter Vertreter des Touareg-Rocks auf der Bühne, den wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Mit seinem Crossover, der auch Elemente aus der traditionellen Berbermusik, Desert Blues und Reggae vereint, dürfte er kein Problem haben, aus dem Marktplatz eine ausgelassene Partyzone zu machen. (15.07. / 20:15 Uhr)
Polyphoner, slawischer Gesang, markante Rhythmen, spektakuläre Kostüme und ein theatralischer Auftritt: Die ukrainische Frauenband Yagody, die 2024 die Ukraine beim ESC vertrat, dürfte ein Highlight am Mittwoch werden. (16.07. / 18:00 Uhr)
Ganz ehrlich: von Gnawa-Reggae haben wir noch nie etwas gehört. Die Mischung von Gnawa Diffusion aus nordafrikanischen Melodien und Instrumenten mit dem unwiderstehlichen Offbeat des Reggae klingt aber sehr spannend und lockt uns am Donnerstag auf den Marktplatz. (17.07. / 20:15 Uhr)
Am Freitagabend setzt traditionell das Deutsch-Türkische Forum mit der Caz à la Turka das Programm: Das Kolektif Istanbul wird türkische Hochzeitsmusik mit progressivem Rock, Balkansounds und Jazz mischen. (18.07. / 21:00 Uhr) Garantiert eine große Tanzparty, die nahtlos in das DJ-Set von Nasim Sabuncu übergehen wird. Wäre doch gelacht, wenn sich dazu nicht irgendwo auf dem Marktplatz ein Stand mit türkischen Spezialitäten finden lässt. (18.07. / 22:30 Uhr)
Am Samstag starten wir mit den Local Heroes Nubian Don & the Backyard Tribe mit Reggae, Rubadub und Dancehall. (19.07. / 16:30 Uhr)
Eines der spannendsten Bookings des diesjährigen Sommerfestivals dürfte aber das Kollektiv BCUC (Bantu Continua Uhuru Consciousness) aus Soweto sein. Sein wildes Gebräu aus indigenen Rhythmen, und Funk mit punkiger Energie – auch als „afro-psychedelischer Future Pop“ bezeichnet – hat ihm nicht nur den Womex Award 2023 eingebracht, es dürfte den Marktplatz auch endgültig in Bewegung versetzen. (19.07. / 21:00 Uhr)
Das mongolisch-französisch-bulgarische Trio Violons Barbares ist nicht zum ersten Mal auf dem Sommerfestival – und das zu Recht. Der wahrhaft barbarisch-wilder Mix aus galoppierenden Rhythmen, Kehlkopfgesang und Balkanbeats hat sie schon zu den berühmtesten Festivals inklusive Wacken geführt. (20.07. / 18:00 Uhr)
Wie gesagt: Dies ist nur ein kleiner, subjektiver Ausschnitt aus dem Programm. Wer sich selbst eine persönliche Konzertliste zusammenstellen mag, dem hilft vielleicht unsere Festival-Playlist. Oder ihr schaut einfach jeden Tag vorbei und lasst euch überraschen.
