PLACEBO, 04.10.2022, Schleyerhalle, Stuttgart

Placebo

Foto: Steffen Schmid

Long time no Schleyerhalle! Hach, ist das schön. Und ganz ehrlich: Es ist ganz wunderbar, die Band Placebo (wenn auch zu zweit mit vierköpfiger Unterstützung) wiederzusehen. 2016 waren sie zuletzt in der Stadt. Die Welt ist eine andere, wissen wir alle. Und die Weltuntergangs-Stimmung war noch nie so nah wie in diesen Zeiten. Doch so lange Brian Molko aber noch singt, ist die Sache nicht zu Ende. Oder so ähnlich.

Überhaupt: egal, wie sich der Sound ändert, die Welt sich dreht, die Stimme von Brian Molko ist so unique, dass man sie immer wieder erkennt. Sie ist wie Heimkommen. Die hohe Stimmlage von Molko, der seit dem Ausstieg von Schlagzeuger Steve Forrest, gemeinsam mit Stefan Olsdal die Band ist. Molko ist immer noch das androgyne Zauberwesen von damals, der sich wohl schon die Fingernägel lackierte, als Harry Styles noch nicht mal geboren und genderfluide ein unbekanntes Wort war.

Placebo

Foto: Steffen Schmid

Nebenan singt Clueso, auf dem Wasen ist auch so ein Feschdle. Viel los in Bad Cannstatt, was ja auch wirklich wieder schön ist.

Bevor es dann losgeht, wird das Publikum (rund 5000 Fans in der mit Vorhang optisch verkleinerten Halle), gebeten, die Smartphones stecken zu lassen, nicht zu fotografieren und nicht zu filmen. Peace und Namaste! Tun wir einfach alle mal so, als wäre es wieder 1998. Und obwohl der Hauptteil des Konzerts aus Songs des aktuellen Albums „Never Let Me Go“ besteht, ist allein der ganz eigene Sound von Placebo ein bisschen Nostalgie.

Placebo

Foto: Steffen Schmid

Große Worte werden von den zwei Hauptprotagonisten nicht gemacht, mal ein „Thank you“ oder auch ein „Danke“. Hier geht es um die Musik, klar. Und wenn Molko so von „Bionic Demons“ singt, glaubt man ihm jedes Wort, zu „Surrounded by Spies“ gibt es eine flackernde Lichtshow, „Too Many Friends“ ist ein wahnsinnig schöner Song. Und für alle Hit-Nostalgiker gibt es zumindest „For What It’s Worth“, „The Bitter End“ und „Infra-Red“.

Placebo

Foto: Steffen Schmid

Nach 75 Minuten covern Placebo dann „Shout“, ganz zum Schluss dann „Running Up That Hill“. Nicht nur für Placebo-Ultras ein großer Abend.

Der beste Text, der wahrscheinlich jemals über die Band geschrieben wurde, steht übrigens auf dem gig-blog und ist mehr als zehn Jahre alt. Gilt aber alles immer noch.

Placebo

Foto: Steffen Schmid

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