Vorschau: Sommerfestival der Kulturen 2019

Vorschau: Sommerfestival der Kulturen 2019

Foto: Michael Haußmann

Kein Geheimnis: Unter den vielen tollen Sommerfestivals im Kessel mögen wir eines ganz besonders: das Sommerfestival der Kulturen. Bereits zum neunzehnten Mal findet es statt, dieses Jahr vom 16. bis 21. Juli und natürlich wieder auf dem Marktplatz. Und es gibt mindestens zwei gute Gründe, es möglichst häufig zu besuchen: Zum einen ist es ein wunderbar buntes und fröhliches Stadtfest, das Stuttgart und seine multikulturelle Bürgerschaft von ihrer besten Seite zeigt. Zum anderen hat es sich im Laufe der Jahre zu einem echten Schwergewicht in der internationalen Weltmusik-Szene entwickelt. Für das, was hier an sechs Tagen auf die Bühne kommt, muss man sonst weit reisen und andernorts teure Festivaltickets kaufen, in Stuttgart findet es bei freiem Eintritt direkt vor dem Rathaus statt!

Wir haben für euch das Festivalprogramm gesichtet und versucht, ein paar Highlights herauszupicken. Wir sind leider gescheitert, weil es einfach keinen Programmpunkt gibt, der uns nicht interessiert. Ihr werdet also kaum umhinkommen, jeden Tag mindestens einmal nach Feierabend auf dem Marktplatz vorbeizuschauen. Auch wenn euch die meisten Bands eher unbekannt sind, ihr könnt davon ausgehen, dass sie in ihren Heimatländern meist eine große Nummer oder sogar Stars sind. Wie zum Beispiel die Argentinierin La Yegros, die das Festival am 16.07. um 18 Uhr mit ihrer modernen, Variante der kolumbianischen Tanzmusik Cumbia eröffnet.

Gleich danach, um 20:15 geht es musikalisch nach Westafrika: aus Ghana kommt die Afro-Soul- und Funk-Legende Gyedu-Blay Ambolley. Mit seinem dreißigsten Album und seiner 8-köpfigen Originalband Sekondi wird der „Erfinder des Rap“ den Markplatz garantiert in eine riesige Tanzparty verwandeln.

Am Mittwoch, 17.07. um 18:00 Uhr präsentiert das Institut Français Electrik GEM, ein 14-köpfiges Ensemble aus Straßburg, das einen unglaublichen Mix aus mediterranem Rock, Frauenchören, Big-Band-Sound und Neofolk produziert.

Im Anschluss gibt es mit Gingkoa Electro-Swing aus Paris und New York. Fans von Parov Stelar und die Electro-Swing-Community aus den Wagenhallen sollten sich das keinesfalls entgehen lassen.

Und der Donnerstag bringt bereits um 18 Uhr den nächsten Pflichttermin: die Amsterdam Klezmer Band – Haupt-Stilrichtung und Herkunft brauchen hier nicht weiter erläutert zu werden – hat die jüdische Musik mit einer ordentlichen Portion Balkan Beats und Ska angereichert. Die Tanzschuhe solltet ihr wieder dabei haben.

Im Anschluss setzt das Nour Project in etwa das fort, was wir im Rahmen des Stutt:Ard-Festivals erst kürzlich im Innenhof des Waisenhauses gesehen haben. Moderne nordafrikanisch-arabische Rock- und Pop-Musik. (Fun Fact am Rande: das Sommerfestival begann 2001 ebenfalls im Waisenhaus-Innenhof. Mal sehen, wo es das Stutt:Ard noch hinführen wird)

Ab Freitag stehen dann immer drei Bands auf der Bühne. Bereits um 16:30 eröffnet das zypriotische Trio Monsieur Doumani, bevor dann um 18:30 mit Rupa and the April Fishes aus San Francisco Neo-Folk-Pop-Rock mit Latin, Ska und Jazz vom Feinsten geboten wird. Rupa hat bereits 2010 den Marktplatz in einen Hexenkessel verwandelt. Wäre ein Wunder, wenn das nicht wieder gelingen sollte.

Doch damit nicht genug: Mit Baba Zula steht um 20:45 die vielleicht wichtigste Rockband der Türkei auf der Bühne. Mit ihrer hypnotischen Mischung aus traditionell-türkischer Musik, Psychedelic Rock und Dub werden sie garantiert wieder eines der Festival-Highlights setzen. Pflichttermin! (Baba Zula haben wir übrigens hier schon mal vorgestellt)

Der Samstag beginnt mit VOŁOSI, fünf Streichern aus Polen, direkt gefolgt von der Londoner All-Star-Band The Turbans, die mit Mitgliedern aus Griechenland, Italien, Iran, Israel, Bulgarien, der Türkei und England einen heißen Mix aus den Musiken eben dieser Länder braut.

Mit Reggae,Dub, Raggamuffin und Funk aus Neapel dürften Almamegretta ein rauschendes Fest in der Samstagnacht veranstalten. Mal sehen, wie lange wir bei dieser Anhäufung tanzorientierter Bands durchhalten werden…

Der Sonntag beginnt traditionell mit Tanzaufführungen aus aller Welt. Am frühen Abend werden Söndörgö aus Ungarn traditionelle Balkanmusik zum Besten geben, bevor dann Mário Lúcio & Simentera von den Kapverden das sechstägige Festival beenden wird. (Und wir vermutlich eine Erholung benötigen)

Eine Playlist zur Vorbereitung gibt es natürlich auch:

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