HOLLY GOLIGHTLY, 22.11.2018, Goldmark’s, Stuttgart

HOLLY GOLIGHTLY, 22.11.2018, Goldmark's, Stuttgart

Foto: Armin Kübler

Dass Donnerstag der kleine Freitag unter den Ausgehtagen ist, ist hinlänglich bekannt. Für mich hat er sich als guter Konzerttag etabliert. Das kann ich schon mal sagen, Holly Golightly im Goldmark’s war wieder ein solcher. Holly Golightly ist keineswegs der Künstlername der britischen Sängerin. Auch wenn die Hauptfigur aus der Truman Capote Romanverfilmung „Breakfast at Tiffanys“ aus dem Jahr 1961 ebenfalls diesen Namen trägt. Von dieser Figur war ihre Mutter so begeistert, sie ihrer Tochter diesen Namen gab. Wer so heißt, ist ein Grund für mich hinzugehen.

HOLLY GOLIGHTLY, 22.11.2018, Goldmark's, Stuttgart

Foto: Armin Kübler

Das Goldmark‘s ist gut gefüllt, dem Begrüßungsapplaus nach ist eine ausreichende Fanbase anwesend. Als „Queen des englischen Twang“ und „Sixties-Garage-Pop-Diva“ wird Holly Golithly betitelt. Kaum sind die ersten Songs „Where Ever You Were“ und „Nothing You Can Say“ angespielt, ist schon klar, dass dieser Bezeichnung nichts entgegenzusetzen ist. Das passt. Nonchalance und Eleganz, eine Gemeinsamkeit die die Filmfigur Holly Golightly, gespielt von Audrey Hepburn, und Holly Golightly die Musikerin verbindet. Die Mitmusiker spielen mit Leichtigkeit und sind augenscheinlich bestens aufeinander eingespielt. Bruce Brand (Schlagzeug) und Matt Radford (Kontrabass) setzen mit ihrem Spiel die Akzente. Sie swingen und grooven, sodass sich die leicht rauchige und etwas angerauhte Stimme von
Holly Golighty weich darauf betten kann.

HOLLY GOLIGHTLY, 22.11.2018, Goldmark's, Stuttgart

Foto: Armin Kübler

Die Nuancen des Sets sind fein gesetzt. Nach Sixties-Rock’n’Roll wird das Tempo zurückgenommen. Mehr Laid-Back ist angesagt, lässig akzentuiert von Lead-Gitarrist Bradley Burgess. Holly Golightly hat ein herzliches Lächeln und bedankt sich jedes Mal ganz charming. Sie witzelt mit ihren Mitmusikern, ab und an wird die Setliste neu verhandelt.
Ich lerne viele neue Songs kennen, doch freue ich mich, den einzigen Song zu hören den ich kenne, nämlich „There is an End“ aus der Jim Jarmusch Verfilmung „Broken Flowers“

HOLLY GOLIGHTLY, 22.11.2018, Goldmark's, Stuttgart

Foto: Armin Kübler

Ab der zweiten Hälfte des Sets habe ich den Eindruck, es kommt nochmal mehr Flow in die ganze Sache. Der Klang wirkt angenehm beruhigend, ohne das Tempo zu verlieren und Gefahr zu laufen, langsam und langweilig zu werden. Treiben und träumen, mal mit der lässigen Off-Beat Nummer „Seven Wonders“ und dem Sixties Song Run Cold. Lang ist die Setliste, Holly Golightly verfügt über eine Bandbreite und ein Facettenreichtum von Americana Blues, Rhythm & Blues, Swing – und das gespielt mit einer Unaufgeregtheit und stilsicheren Souveränität. Das gilt eigentlich für die ganze Musiker-Crew. Und dann ist es plötzlich vorbei, wie im Rausch sind die anderthalb Stunden verflogen.

HOLLY GOLIGHTLY, 22.11.2018, Goldmark's, Stuttgart

Foto: Armin Kübler

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