SHOUT OUT LOUDS, 02.10.2013, Wagenhallen, Stuttgart

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Foto: X-tof Hoyer

Jawoll, Schweden ist mal wieder im Haus, diesmal in Form der Indie-Rocker Shout Out Louds. Und dass die Skandinavier nicht nur gute Filme sondern auch richtig gute Musik machen, ist ja wohl bekannt. Also auf in die Wagenhallen. Weil: gute Band und gute Location. Ich habe die zum letzten Mal auf dem Southside gesehen. Muss 2010 gewesen sein. Wir sind kurz nach 20 Uhr vor Ort. Und siehe da, die Vorband hat sowas von pünktlich angefangen, dass wir den Anfang verpasst haben. Empire Escape heißen die Berliner, die mich stark an die Editors und The National erinnern. Schön dunkler Indie-Rock. Klingen so gar nicht nach Deutschland. Im Gepäck haben sie ihr Debütalbum „Colours“, das passenderweise in Schweden produziert wurde, womit sich der Kreis dann auch wieder schließt.


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Foto: X-tof Hoyer

Scheint auch ganz gut angekommen beim Publikum in den wohl nicht ganz ausverkauften Wagenhallen. Man swingt so vor sich hin und der ein oder andere eingefleischtere Fan singt sogar recht textsicher mit. Die ersten Reihen bleiben trotzdem leer. Traut sich irgendwie keiner. Ich frage mich währenddessen, warum um alles in der Welt man bei einem solchen Konzert zwei – wenn auch äußerst freundliche – Security-Jungs braucht, die die Bühne flankieren. Hier stürmt doch sicher keiner die Bühne und auch die Gefahr einer wilden Pogotreterei liegt wohl eher bei Null. Egal, wird sich schon wer was dabei gedacht haben. Die ganz in schwarz gekleideten Empire Escape spielen gut eine halbe Stunde und bedanken sich artig beim Publikum und auch dem Hauptact des Abends. Ganz netter Opener würde ich sagen.

Als kurz nach 21 Uhr die Shout Out Louds auf die Bühne kommen, schließt sich die Lücke zum Publikum dann auch gleich. Die sympathischen Schweden legen ohne viel Firlefanz und Plapperei mit „Sugar“ los. Klingt schon wesentlich fröhlicher als bei der Vorband. Das Publikum braucht auch nur gefühlte 0,5 Sekunden um beim flotten Indie-Rock der Stockholmer in Fahrt zu kommen. So ziemlich alles groovt und swingt. Toller Start. Mit dem schnelleren „Fall hard“ wird dann auch gleich nochmal bisschen Benzin in den Bewegungsmotor geschüttet. Sauber. Vor allem Mädchenaugen leuchten überall selig, aber auch die Jungs sind heute überraschend tanzlustig. Vor der Bühne ist voller Körpereinsatz angesagt, weiter hinten wird immerhin noch entspannt mitgewippt. Wir sind tanztechnisch irgendwo dazwischen.

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Foto: X-tof Hoyer

Viel gesprochen wird nicht gerade zwischen den Songs. Nur hier und da mal Dank ans Publikum und eine Gratulation zur Wiedervereinigung. Muss ja auch nicht sein. Und wäre ja auch irgendwie uncool, wenn 20 Minuten eines einstündigen Konzertes für Geplapper draufgehen würden. Also lieber Klappe halten und spielen. Lustig auch wie unterschiedlich die einzelnen Bandmitglieder heute gekleidet sind. Sänger Adam Olenius hat noch seine Wanderstiefel an, Gitarrist Carl von Arbin spielt im Britpopjäckchen, Bassist Ted Malmros eher so mit Social-Distortion-Hut und Keyboarderin Bebban Stenborg versucht offenbar ihre Schönheit unter einem riesigen 80ies-Schlabberhemd und einem Omaknödel zu verstecken. Klappt eh nicht. Sympathische Truppe. Wirklich.

Den größten Applaus gibt es dann beim wunderschön ruhigen und traurigen  „Impossible“, vielleicht ihrem größten Hit. Erinnert mich stellenweise, wie auch einige der anderen Songs, an The Cure. Nach nicht mal einer Stunde ist dann auch erstmal Schluss. Klar, die kommen auch nochmal zurück, mit „Walls“. Und alle so:

 „Whatever they say,

We’re the ones building walls.

Whatever they say,

We’re the ones who never say no.“

„Please please please“ ist dann der letzte Song des Abends. Nach etwas mehr als einer Stunde verlassen die Schweden die Bühne und hinterlassen ein zufriedenes, wenn auch nicht gerade erschöpftes Publikum. War trotzdem ein richtig gelungener Abend. Und na gut, hat man schon mehr Zeit für den Rest des Abends. Ist ja Feiertag morgen. Nur so nebenbei, als Randnotiz sozusagen: Gig-Blog-Liebling Svavar Knútur hat vergangene Woche im Brückenhaus über vier Stunden gespielt. Ganz allein und nur mit Giarre und Ukulele bewaffnet.

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Foto: X-tof Hoyer

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