DIE LIGA DER GEWÖHNLICHEN GENTLEMEN, 24.04.2013, Schocken, Stuttgart

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Foto: Steffen Schmid

Immer dieser unbarmherzige Druck von Seiten der Gig-Blog-Kollegen: „Da freue ich mich ja auf deinen Text“, „Dann bin ich gespannt, was dir so einfällt.“ Das hat man davon, wenn man sich am offiziellen Listeneintrag-Prozedere vorbei als Konzertschreiberin vordrängelt, während die netten Kollegen, die sich Monate vorher vorbildlich anmelden, leer ausgehen. Vielen Dank nochmals an Gig-Blog-Spitzenkraft H., der mir freundlicherweise die Berichterstattung über Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen überlässt. Verdient habe ich es ja nicht.

Das Schocken ist fast so gut gefüllt wie zu Superpunk-Zeiten, angesichts von lauem Frühsommerabend, Champions League und Mittwoch sogar ziemlich gut. Erstes Stück ist „Jeder auf Erden ist wunderschön“, der Song mit dem Trabrennbahn-Intro, das auch als Live-Intro dient. Die auffälligste Veränderung im Bandgefüge ist das Saxophon von Philip Morton Andernach, passt aber sehr gut rein. Ansonsten ist es sicher zulässig zu sagen, dass sich die Unterschiede zwischen der Gruppe Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen und der Vorgängerformation auch live in Grenzen halten. Wortreiche Ansagen und schmissige Northern Soul/Rock’n’Roll-Hits gibt es wie eh und je, muss auch gar nicht anders sein.

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Foto: Steffen Schmid

In der Ansage zu „Nimm mich mit zum Spiel“ fordert Carsten Friedrichs dazu auf, man solle da doch bitte „alles hineininterpretieren, was geht.“ Das Schöne an den Texten von Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen ist tatsächlich, dass sie auf unterschiedlichen Ebenen funktionieren. Da muss man zu Fußball gar kein bestimmtes Verhältnis haben und kann mit der Bitte „Nimm mich mit zum Spiel“ trotzdem einiges anfangen. Das Gruppenerlebnis als bestes Mittel gegen aufkommende Panik zum Beispiel oder das Hobby als Fixpunkt, wenn man in seinem sonstigen Leben zwischenzeitlich den Überblick verloren hat. Das Lieblingsstück unserer Gig-Blog-Clique (nicht repräsentative Schnellerhebung) ist aber eindeutig „Mach mich traurig“, von Carsten als „Stück über sexuelle Abartigkeiten“ bezeichnet, in Wirklichkeit aber ein ziemlich schöner Lovesong.

Man merkt, dass das Publikum mit den neuen Stücken noch ein bisschen fremdelt, denn mitgesungen wird eher weniger (die Lieder haben aber eben auch sehr viel Text) und so ein richtiger Superhit, zu dem dann alle ausflippen, fehlt natürlich auch noch. Applaus gibt’s nach jedem Song trotzdem üppig. Gespielt wird das komplette Album, das mir bisher nicht bekannte Stück „Kennst du Werner Enke?“, zwei Superpunk-Stücke („Man kann einen ehrlichen Mann nicht auf seine Knie zwingen“ und „In der Bibliothek“) und eine Coverversion von Bernd Begemann.

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Foto: Steffen Schmid

Das Ganze geht mir entschieden zu schnell vorbei, als letztes Stück gibt’s noch einmal „Jeder auf Erden ist wunderschön“ aber leider keine Zugaben, logisch, soviel Material existiert auch noch nicht. Wegen mir hätte man auch gerne noch mehr Superpunk-Titel spielen können, nach wie vor extrem schade die Vorstellung, dass man die allermeisten Songs vermutlich nie wieder live hören wird.

Tolles Konzert, wie immer. Wir freuen uns schon auf die nächste Tour. Und Kollege H. hat hiermit was gut bei mir.

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Foto: Steffen Schmid

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