ECHO, 21.03.2013, Berlin

Foto: ARD/Max Kohr

Jetzt ergibt das alles einen Sinn. Hatte mich schon gewundert, warum plötzlich überall Plakate hängen, die neue Alben ankündigen. Mit David Bowie hat’s angefangen. Dann kam Depeche Mode dazu, dann die Hurts und jetzt hängt ganz Mitte mit Hinz und Kunz  voll. Der Echo ist in der Hauptstadt. Und ich sitze hier auf’m Sofa. Aber so sind wir Berliner halt. Abgebrüht und Kummer gewohnt. Sag ich jetzt mal. Nach drei Monaten Berliner Luft.

Gestern hab ich fast die Bahn verpasst, weil am Grill Royal irgendwas los war. Und ich natürlich schauen musste. Der Echo war’s, weiß ich jetzt bzw. eine seiner PreParties. Lana Del Ray war wohl da – und Rolf Zuckowski. Crazy Crowd. So sind wir in Berlin halt. Wir verrückten Hauptstädter. Sag ich jetzt mal. Und das war’s jetzt leider auch mit Breaking News von der Außenwette.  Den Echo selbst hab ich nämlich zwar live aus Berlin aber auch live vom Sofa aus beobachtet. Mit Pfefferminztee und Wolldecke. Hyper, hyper.

Und ich muss sagen. Schlecht war er nicht. Richtig gut irgendwie sogar. Doch der Reihe nach. Mehr oder weniger.

Helene Fischer hat moderiert und das ist eine richtig nette. Und die längeren Haare stehen ihr gut. Robbie Williams hat in irgendeiner Kategorie gewonnen, war nicht live da, sondern wurde von der Netten vorab mit Trophäe in LA besucht. Abgenommen hat er. Wahrscheinlich raucht er wieder. Vermutet meine Skype-Kumpanin. Die die ganze Choße von einen anderen Sofa aus beobachtet. hat.

Das Piraten Lied fand ich super. Santiago. Gleich mal auf Spotyfi „starren“.  Und mir vornehmen, wieder häufiger ganz oldschool Radio zu hören. Dann hätte ich die nämlich bestimmt gekannt. Weil sowas erfährt man natürlich nicht auf der Straße. Stattdessen wie gesagt Depeche Mode überall. Obwohl deren neues Lied nicht halb so gut ist, wie „ Es gibt nur Wasser“ von den Piraten.

Aber man mache sich selbst ein Bild:

https://www.youtube.com/watch?v=sHDVEETkYBw

https://www.youtube.com/watch?v=87WTUvNI3n0

Und? Eben.

Überhaupt fand ich in diesem Jahr die Stiefkinder in Summe um einiges besser als die vermeintlich coolen. Weil, die sind wenigstens authentisch und klauen nicht wie z.B. der Cro ihre Bühnenshow bei den US-Kollegen. Also echt jetzt, Pandabub. Ne Horde Doppelgänger auf der Bühne? Das ist ja sowas von EMINEM und MTV Awards 2000.  Ich bitte dich.

Aber ernsthaft jetzt: Dieser Echo hat vieles richtig gemacht und vor allem endlich erkannt, dass es in der deutschen Musiklandschaft keine coole Clique und keine Uncoolen gibt sondern nur Künstler, die in 2012 Platten produziert, Konzerthallen gefüllt und Fans glücklich gemacht haben. Und dafür Respekt verdient haben. Oder einen Preis für das Lebenswerk, wie Hannes Wader. Der als Schlussact zusammen mit den Toten Hosen seinen Hit „Heute hier, morgen dort“ schmetterte und damit zeigte, dass  man sich Howard Carpendales Brandrede vom Echo 2011 offensichtlich zu Herzen genommen hat. Well done, ARD.

 

3 Gedanken zu „ECHO, 21.03.2013, Berlin

  • 22. März 2013 um 07:57
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    Wie kann man nur so positiv über so ein Müll wie dem Echo schreiben.

  • 22. März 2013 um 11:02
    Permalink

    Aber hallo! Wusste nicht, dass „Santiano“ solche brillianten Lyriker sind! Da ist ja wirklich alles drin:

    Pointierte politische Analyse:
    Da kommt kein Land in Sicht, nur Wasser vor Bug.
    Wir wollen Meuterei, wir haben genug,
    denn was der Captain sagt, macht uns keinen Mut.
    Wartet auf den Wind.

    Metaphorisch brilliante Reflexionen zur Alterssexualität:
    Denn unser Segel hängt nur müde am Mast.

    Und sogar eine Lösung für alles wird präsentiert:
    Wir brauchen Rum, Rum, Rum

    Da können die spießigen Hosen nicht mithalten!

  • 22. März 2013 um 16:49
    Permalink

    Wer ist das Zahnpastamodel auf dem Foto?

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