STEEL PANTHER, KISSIN‘ DYNAMITE, 11.06.2012, LKA, Stuttgart

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Foto: Dominic Pencz

Warnung:
Der folgende Beitrag enthält Passagen, welche mancher Leser als anstößig und….ach, drauf geschissen.

Now I´m in a bitchin´band,
And I´m bangin´every night,
I don´t care If she´s a trailer hoe,
And she´s got three freakin´eyes.

I get up in the afternoon,
Cause I ain´t got a stupid job.
I drink some beer and I watch cartoons,
While the slut polishes my knob.

Fuck all night and party all day!

Besonders letztere Textzeile bringt uns auf den richtigen Kurs für ein Steel Panther Konzert. Es wird steil hinab gehen. Vorbei am guten Geschmack und dem allseits geschätzten Niveau. All das darf heute sowieso getrost zu Hause bleiben, wenn selbst die Damen bei Refrains wie „Eatin´ ain´t cheatin´.You should know that suckin´ain´t fuckin´“ lauthals mitsingen. Der bunte Trip wird uns durch sämtliche Themen führen, welche selbst in den Schlafgemächern experimentierfreudiger Paare nur unter vorgehaltener Hand angesprochen werden.

Also, aufgesprungen auf die Stahl-Pussy und los geht’s – volle Penetration!

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Foto: Dominic Pencz

Wir sind schon recht früh am Longhorn, da es sich auch bis hier herumgesprochen hat, dass die Sex Machines von Steel Panther ein ganz heißes Eisen im Moment sind. Umso mehr erstaunt es dann doch, dass bei Einlass-Beginn nur ca. 40-50 Leute da sind. Prüdes Stuttgart? Schaut man sich die Mädels unter den Wartenden an, ist dem definitiv nicht so. Es scheint fast, als gäbe es einen inoffiziellen Wettbewerb darum, wer die schönere Unterwäsche hat. Hoch erotisch. Auch einige männliche Besucher haben sich dazu hinreisen lassen, sich in ass-tighte Leo-Leggins zu zwängen. Der Titel des zweiten Steel Panther Longplayers ist hier Programm: „Balls out“

Zum Vorspiel. Mehr und mehr füllt sich der Innenraum mit leichtbekleideten Damen und trinkfreudigen Herren. Die ursprüngliche Vorband „ The Treatment“ mussten ihren Auftritt absagen, kurzfristig sind aber die Deluxe Sleazer „Kissin`Dynamite“ eingesprungen. Heimspiel. Schon das Intro „Girls, girls, girls“ von Mötley Crüe wird wärmstens vom Publikum empfangen und mitgesungen. Als die 5 Jungs aus Reutlingen die Bühne betreten, geht es genauso weiter. Zwei hinter mir stehende Mädchen kreischen in voller Ekstase nach Sänger Hannes mit dem Goldkehlchen. Schon ein vorzeitiger Höhepunkt, noch vor Steel Panther? Das sieht schon alles schwer nach den 80ern aus, mehr Haarspray hätte auch Nikki Sixx nicht missbrauchen können. Klasse! Aber auch was Kissin’ Dynamite musikalisch zu bieten haben, lässt sich mehr als sehen. Schon ihr Opener „Sleaze Deluxe“ zieht die nun angeschwollene Menge in ihren Bann. Vor allem Sänger Hannes und Gitarrist Jim stechen aus dieser Performance heraus. Der eine malträtiert von rechts nach links und wieder zurück die Bühne, damit auch wirklich jeder im Publikum etwas von der Show hat, während der andere sich selbst und seine Gitarre dermaßen bearbeitet, dass später auch Steel Panther noch mehrmals von ihm schwärmen. Man spielt sich quer durch die ersten drei Alben „Steel of Swabia“, „Addicted to Metal“ und „Money, Sex & Power“. Das rockt. Mit dem Titelsong des letzten Albums „Money, Sex & Power“ schließen die Jungs leider schon nach 45 Minuten ihr Set. Dieser Auftritt war mit Sicherheit ein weiterer Sieg in der jetzt schon ziemlich erfolgreichen Geschichte Kissin’ Dynamites’. Besser kann man eine Menge nicht in Stimmung bringen.

Es wird kuschelig. Verschwitzte Leiber rücken nun dichter und dichter zusammen. Das hat teilweiße schon was von Soft-Petting. Optimale Vorraussetzungen für Steel Panther. Punkt 21.00 Uhr erlöschen die Lichter und eine tiefe, verzerrte Stimme kündigt die Ankunft der Sex-Maschinen an. Zurückgereist durch die Zeit aus dem Jahr 6969 in die Gegenwart, sind sie nun hier, um die Zukunft auserwählter Vaginas’ zu verändern. Los geht der zweistündige Koitus.

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Foto: Dominic Pencz

Sie eröffnen den Abend mit ihrem Hit „Supersonic Sex machine“ und sofort ist auch hier festzustellen, dass der Album-Name „Balls Out“ Programm ist. Engere Leggins gibt es wirklich nicht. Dessen sind sich die 4 Panther natürlich bewusst. Wie kleine Welpen wedeln sie quer über die Bühne und freuen sich selbst am meisten darüber. Auch das Publikum ist höchst amüsiert, selbst die Männer finden´s cool. Total 80er. Man bejubelt geschminkte Männer in Leggins und Netz-Oberteilen. Ohne Unterbrechung geht es gleich über in den nächsten Hit „Tomorrow Night“. Sänger Michael Starr ist bemüht, sofort die enge Verbindung zum Publikum herzustellen, indem er nach der herrlichen Textzeile „I´m gonna get some pussy, tomorrow night. But tonight I´m gonna jerk off” an ein Mädchen in der ersten Reihe hinzufügt “Into your face!“. Gelungen.

Nach dieser glorreichen Eröffnung muss man sich nun erst mal vorstellen. Ist ja schließlich der erste Besuch in Cleveland. „Sorry, Stuttgart“, berichtigt sich Michael Starr peinlich berührt , nachdem ihn Gitarrist Satchel unter vorgehaltener Hand darauf hingewiesen hat. Dieser wird sogleich von Starr dem Publikum vorgeführt, der auf seine gewisse Ähnlichkeit mit Ben Stiller hinweist. Im Gegenzug erwähnt dieser, dass Starr nur eine Notlösung für den Posten als Sänger ist, da sie auf die Schnelle keinen Besseren gefunden haben und er sowieso zu dick ist und einen kleinen Penis hat. Eigentlich hätten sie doch ganz gerne den von Kissin’ Dynamite. Bassist Lexxi Foxxx stellt sich lieber gleich selbst vor und erwähnt, dass er am Bass nicht der Beste ist, was aber niemanden interessiert solange man „bitchin’“ aussieht. Recht hat er. Im Verlauf des Konzertes ist eh festzustellen, dass der Bass auch ganz gut alleine spielt, ohne dass Lexxi die Hände dran hat. Fehlt noch Schlagzeuger Stix, der sei eben dabei. Nun kennen wir die sympathischen Jungs aus Los Angeles also, die sich nicht nur in der Metal-Szene, sondern auch bei ihren Musiker-Kollegen an einer hohen Beliebtheit erfreuen dürfen. Größen wie Pink, Avril Lavigne, Chad Kroeger, Corey Taylor, Vince Neil oder Winnie Paul wollten schon mit ihnen auf der Bühne jammen oder haben Passagen auf ihren Alben gesungen. Da ist ihnen schon etwas großes gelungen, wo doch ihre Anfänge auf dem Sunset Strip liegen, als Cover-Band von Glam-Rock und Heavy-Metal Songs.

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Foto: Dominic Pencz

Zurück zu Niveauvollerem. Gitarrist Satchel widmet den nächsten Song „Fat Girl“ allen übergewichtigen Frauen, die seiner Meinung nach die Blowjob-Profis sind, mit der Begründung „Fat girls do the best blowjob because they´re fat“. Fragwürdig. Der Song allerdings ist eine astreine, schöne Rock-Ballade, die stark an Bon Jovi erinnert und sofort mitgesungen wird. Durch asiatische Klänge wird direkt im Anschluss der Übergang geschaffen zu „Asian Hooker“. Asiatische Nutten erfreuen sich ja gerade bei Glam-Bands höchster Beliebtheit (nachzulesen in Mötley Crüe´s Anleitung zur Selbstzerstörung: „The Dirt“). Man kann über die Song-Inhalte von Steel Panther zweifellos geteilter Meinung sein, was sicherlich mehr als gewollt ist. Die musikalische Umsetzung allerdings kann durchaus mithalten mit Größen wie Guns’n Roses oder Mötley Crüe. Auch der nächste Song „Gold-Digging Whore“ ist Stadion tauglich mit Mitgröl-Passagen und eingängigen Melodien. Zudem hat sicherlich jeder schon mal eine Goldgräber Hure kennen gelernt, die einem erst den Geldbeutel und anschließend die Würde stiehlt. Manches hat dann doch eine gewisse Message, die auch Normal-sterbliche nachvollziehen können.

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Foto: Dominic Pencz

Pause für die Band. Gitarrist Satchel würde gerne sein Solo spielen. Zwischenrufe werden niedergeschmettert mit dem Hinweis, dass die Freundin des Störers nach der Show ohne Zweifel eine „Double Penetration“ erhält. Satchel ist sicher der talentierteste der Panther, allerdings habe ich bei ihm auch die größten Zweifel an seiner Person. Perücke, ja, nein? Braver Mann mitte 40? Oder etwa doch Ben Stiller? Wie auch immer, an der Gitarre kann er eine Menge und zeigt dies auch in einem fast 10 minütigen Solo. Songs von Slayer, Guns´n Roses oder Metallica werden angespielt und in der Geschwindigkeit gesteigert. Zusätzlich begibt er sich noch ans Schlagzeug um sich selbst zu begleiten. Großes Kino, das natürlich Applaus verdient. Worauf er das Publikum auch mehrfach hinweist. Auch im späteren Verlauf des Konzerts immer wieder. Sänger Starr hat sich mittlerweile umgezogen (keine Ahnung, wie der verschwitzt aus diesen engen Leggins rausgekommen ist), jedoch aus lauter Eile vergessen hat, sich das um den Kopf gewickelte Badehandtuch wieder abzumachen. Kann passieren.

Mit „Community Property“ stellen die vier klar, dass sie alle doch nette und treue Gesellen sind, aber ihre Primär-Waffe einfach öffentliches Eigentum ist und sie deswegen dazu verpflichtet sind, alle Frauen glücklich zu machen. Leuchtet ein, oder? Was man bei diesem und auch bei den nächsten Songs „Eyes of a Panther“ und „Turn out the lights“ feststellt, ist, dass zwischen Gitarrist Satchel und Bassist Lexxi gewisse Revier-Kämpfe herrschen. Der eine mag nicht, dass der andere in sein Mikrophon singt oder auf die Seite des jeweils anderen wechselt. Meist verliert Bassist Lexxi diese Streitigkeiten und richtet sich beleidigt die Haare oder pudert sich nach. Wie schon erwähnt, übernimmt dann sein Bass die Arbeit alleine.

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Foto: Dominic Pencz

Naht der endgültige Höhepunkt? Mittlerweile kann man die Luft schneiden, Band sowie Publikum sind auf der Spitze ihrer Erregung. Zeit etwas das Tempo raus zu nehmen, um nicht zu früh zu kommen. Satchel erwähnte im Laufe des Konzertes sowieso immer wieder, dass alle vier total auf Drogen sind und sie jetzt ein bisschen langsamer machen müssen, damit ihre Köpfe nicht explodieren.
Ein Klavier wird auf die Bühne getragen. Der große Moment von Schlagzeuger Stix, der nun, laut Satchel, dass erste mal ein Instrument spielt, dass auch Musik macht. Mit dem „Weenie Ride“ stimmen sie nun zur sicherlich schönsten Ballade der letzten Jahre an. Satchel kündigt schon im voraus an, dass bei diesem Song kein Höschen trocken bleibt und wir doch später beim rausgehen aufpassen sollen, dass wir nicht im „Vagina Juice“ ausrutschen. Sehr verantwortungsvoll.

I´ll take your ass for a weenie ride,
Spread your cheeks and swallow your pride.
It´s scary like a rollercoaster,
It will stretch you out so wide

Ein wahrer Feuerzeugmoment. Früher. Heute nimmt man sein Handy. Leider hat Starrs Stimme immer mal wieder ein paar Aussetzter, was aber der Kuschelstimmung im Publikum keinen Abbruch tut. Verträumt singen alle gemeinsam vom Weenie Ride. Nun aber wieder zurück zu Härterem. Für die beiden letzten regulären Songs „Party all day“ / „It won´t suck itself“ haben sich die Panther ca. 17 Mädels auf die Bühne geholt, die erregt ihre Hüften kreisen lassen und immer mal wieder die verschwitzten Leiber von Satchel und Starr anschmachten, die sichtlich erfreut über den Einsatzwillen der zum Grossteil minderjährigen Bühnenbesucher sind. Boobies gibt es allerdings keine zu sehen.

Zum Abschluss gibt es noch mal drei Kracher. Beginnend mit ihrem Debüt-Hit „Death to all but Metal“ leiten sie den Endspurt ein. Zum ersten mal sieht man heute Abend auch ein paar Köpfe am bangen. Ist auch ihre härteste Nummer. „Eatin’ ain’t cheatin’“ stellt nochmal die Philisophie der Band dar und mit dem Rausschmeisser „17 girls in a row“ zelebrieren die vier noch einmal auf höchstem musikalischen sowie lyrischen Niveau ihre sexuelle Leistungsfähigkeit bevor sich der letzte Tropfen ins Publikum spritzt.

Ja, wir wurden ziemlich penetriert. Man ist verschwitzt, möchte nur noch eine Zigarette genießen und danach schlafen. Mit den Worten „Be responsible, before you drive home, sniff a line of coke to wake up again“ verabschiedet uns Michael Starr hinaus in die Nacht.

Ein One-Night-Stand, den sicherlich niemand bereut.

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Foto: Dominic Pencz

3 Gedanken zu „STEEL PANTHER, KISSIN‘ DYNAMITE, 11.06.2012, LKA, Stuttgart

  • 13. Juni 2012 um 08:39
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    wohr ich freu mich so sehr für hannes,jim und co. :) das haben die sicher nie erwartet !!

  • 13. Juni 2012 um 09:29
    Permalink

    Klingt nach einer feucht-fröhlichen Sause. Warum die schwarzen Begräbnisrahmen?

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