THE MAMAKU PROJECT, 30.07.2011, Galào, Stuttgart

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Foto: Özlem Yavuz

Wenn Reiner Bocka, Galao-Wirt und Konzertveranstalter, The Mamaku Project als seine Lieblingsband ankündigt, dann darf man sich auf etwas besonderes gefasst machen. Bei mehr als 100 Konzerten, die er jedes Jahr organisiert, hat er ja ausreichend Vergleichsmöglichkeiten.

Um es vorweg zu nehmen: Was die vierköpfige neuseeländische Band um die Sängerin Tui Mamaki und den Multiinstrumentalisten Monsieur Escargot im Galao auf die Bühne bringt, sprengt sämtliche Genre-Grenzen, verzaubert und begeistert. Und es geht ins Tanzbein.

Gitarre, Sopran-Saxophon, Querflöte, Akkordeon, diverse Synthesizer und Elektronik, über allem die wunderbare Altstimme von Tui Mamaki: So sieht das Setup aus für eine musikalische Weltreise, die voller Poesie und überraschenden Wendungen steckt. Das Kreuzen von Stilen ist hier Prinzip. Gipsy Jazz, Reggae und Dub sind die Hauptzutaten, gewürzt wird mit Klezmer, Tango, Triphop, Ska, Orientalischen Melodien und Balkansounds. Im Spannungsfeld zwischen erdenschwerem Synthie-Tiefbass und virtuos-jazzigen Saxophon-Improvisationen wird ein ganzer musikalischer Kosmos aufgespannt.

Man könnte dies alles in die Schublade mit dem dämlichen Label „Weltmusik“ stecken und als eklektische Ethno-Collage abtun. Aber genau dies ist es nicht. Dazu ist alles viel zu stilsicher kombiniert, die Musiker sind ausnahmslos Meister an ihren Instrumenten und hier wird kein Ton zu viel gespielt.  Dies ist Musik für Kopf und Bauch. Gesungen wird in englisch, französisch und arabisch. Nicht verwunderlich, einige der Bandmitglieder haben ihre Wurzeln in Frankreich.

In der zweiten Hälfte wird das Tempo angezogen und der Offbeat beginnt zu wirken: viele Besucher hält es nicht mehr auf den Stühlen, das Galao tanzt. Nach 13 Titeln und 2 Stunden endet eines der schönsten Konzerte der letzten Monate. Mamaku Project setzen ihre Tour in Frankreich fort und alle sind sicher, dass dies nicht ihr letztes Konzert in Stuttgart war.

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Foto: Özlem Yavuz

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