OM, 25.01.2010, Schocken, Stuttgart

Lichens

Foto: Steffen Schmid

OM, die keiner von uns kannte, veröffentlichen auf dem kalifornischen Southern Lord Records Label, was als Argument genügen sollte, sich die Show anzuschauen. Von den Konzerten der Labelmates SunnO))) und Earth wurde von  dieser Stelle bereits berichtet, ich verweise auf die knallhart recherchierten, überzeugenden Gig-Blog-Berichte hier und hier.

Das Schocken ist schon früh gut gefüllt, was auch an dem, uns ebenfalls nicht bekannten, Support namens Lichens liegen kann. Die anwesenden Jungs vom FFUS berichten, dass es die Show des Robert Lowe, einziges Mitglied von Lichens, in deren Club, in 10 Jahren Clubgeschichte, unter die Top 10 geschafft hat. Wundert nicht, denn was der Afroamerikaner in der viel zu kurzen Show abliefert, ist beeindruckend. Wer letztes Jahr Alexander Tucker in der Manufaktur als Bohren & der Club of Gore-Support erleben durfte, dem kam die Lichens-Show nicht ganz so fremd vor. Ähnlich wie Tucker schickt er verschiedene Sounds (Gitarre, zwitschern nach Art der Vögel, hohen textlosen Gesang fast Dudelsackklänge – abgesehen von der Gitarre alles mit der Stimme erzeugt) in eine Endlosschleife, bis ein Klanggebilde entsteht, das niemanden kalt lassen kann. Viele stehen mit geschlossenen Augen da und lassen das Geschehen auf sich wirken. Meditativ ist das, was Schamane Lowe da vorträgt. Dazu bewegt er sich roboterhaft, ein psychedelisches Erlebnis. Er hat mir am Merch-Stand zugesichert, dass es ihn früher oder später wieder nach Stuttgart führen wird – „I’ll be back“. Hoffentlich.

OM sind dann auf etwas lautere Art auch irgendwie den meditativen Sounds zuzuordnen. Lowe ist mit dem Instrument Stimme, den Keys und Percussions ebenso an der Show beteiligt. Es werden Kerzen aufgestellt, und Wein wird aus der Flasche getrunken. Romantisch. Die beiden OM-Typen an Bass und Schlagzeug spielen ziemlich unpeinlichen, teils instrumentalen, treibenden Heavy-Rock, aus dem man, wenn man denn will, z.B. Melvins-Einflüsse raushören kann, oder auch einen Hauch von Dub. Die Texte werden  vom Basser mehr sprechend vorgetragen als gesungen, einige Stücke fangen zunächst ruhig an, werden dann aber hochgepeitscht, der Bass verzerrt, der Drummer haut im Keith-Moon-Style rein, und Hänfling Lowe drischt so dermaßen auf die Tamburine ein, dass man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen kann: So hat das wehrlose Ding noch niemand gequält.

Hat uns gefallen, um es mit einem anderen prominenten, zugereisten Amerikaner, Apu Nahasapeemapetilon zu sagen: „Come again.“

Die Psychedelic-Woche bei Gig-Blog geht am Freitag mit den Black Angels weiter.

OM

Foto: Steffen Schmid

2 Gedanken zu „OM, 25.01.2010, Schocken, Stuttgart

  • 30. Januar 2010 um 13:46
    Permalink

    Toxxer, sag bescheid, wenn Lichens noch mal kommt. Will da auch hin!

    Immer eine Quelle der Information, Deine Texte…

  • 30. Januar 2010 um 18:49
    Permalink

    Wird erledigt, ich behalte den Typen im Auge.

    Danke für die Blumen.

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