HEINZ STRUNK – Vorbericht

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Wieso sind manche Humor-Beiträge so bezaubernd lustig und brillant, dass man sich direkt in die Schöpferin oder den Schöpfer der Pointe reinverliebt vor Glück und andere so unerträglich, dass selbst harmlose Menschen an Zuhauen denken, weil sie sich angesichts der Lieblosigkeit und Respektlosigkeit des Umgangs mit kostbarem Witz-Material anders nicht mehr zu erwehren wissen?

„Das Lächerliche wollte von jeher nicht in die Definitionen der Philosophen gehen,“ stellte schon Top-Humorist Jean Paul (1763-1825) in der Vorschule der Ästhetik fest. Das Komische lässt sich nicht begreifen, ein Witz, den man erklären muss, ist meistens nicht mehr lustig, die lieben Mitmenschen zum Lachen zu bringen, lässt sich in der Regel nicht lernen.

Ich möchte versuchen zu beschreiben, was mir an Heinz Strunk gefällt. Und das ist viel bis alles. Richtig lustig sein kann vielleicht nur, wer auch mal richtig traurig war. Humor als letzte Abzweigung vor kompletter Verzweiflung. Oder nach kompletter Verzweiflung. Weitere unverzichtbare Bestandteile sind Zärtlichkeit und Respekt. Heinz-Strunk-Helden sind traurig, aber sie sind nicht zynisch. Sie verzweifeln an den Anderen, aber sie verachten sie nicht. Sie versuchen ihr Bestes und geben nicht auf.

„…mein einziges Leben.“ (Die Zunge Europas)

„Ich wachse.“ (Fleckenteufel)

Wer solche letzten (Halb-) Sätze schreibt, ist einer von den Guten.

Heinz Strunk hat außerdem den Mut, über Aspekte von Körperlichkeit zu schreiben, über die man sich in der Regel gerne ausschweigt, und er kann das ohne doofes Blödeln oder – noch schlimmer – überästhetisierte Kunstsprache. Das ist schwierig, und das können nur Wenige, und das muss man sich erstmal trauen.

In „Die Zunge Europas“ gefällt mir mit am Besten der Text „Unsere Mission“ über „die Alten“ (bitte Buch kaufen und selber nachlesen, Paraphrase wird schwierig). Heinz Strunk ist vielleicht am Brillantesten, wenn er sich vom Plot fernhält, das mag ein Verlag vielleicht nicht immer ganz spitze finden, vielleicht will das auch tatsächlich niemand lesen außer mir. Vielleicht aber auch doch.

Wir freuen uns alle sehr auf unseren lieben Heinzer. Tickets kaufen wäre jetzt Zeit, liebe Freunde. Es wird nämlich garantiert voll.

Heinz Strunk liest im Schocken Hirschstr. 36 in Stuttgart am Dienstag, 20. Oktober um 21 Uhr.

Hier ist die offizielle Webpräsenz des Meisters.

2 Gedanken zu „HEINZ STRUNK – Vorbericht

  • 14. Oktober 2009 um 11:38
    Permalink

    „Unsere Mission“ ist auch mein absolutes Heinzer-Highlight, ich habe es sogar meiner Mutter vorgelesen.

  • 14. Oktober 2009 um 11:42
    Permalink

    ich stell mir gerade vor wie ich das meiner Mutter vorlese…reicht meine Fantasie leider nicht:-)

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