gig-blog.net

THE SOUNDCARRIERS – Harmonium

Vor einem Jahr wäre ich auf diese Platte gar nicht gestoßen. Da hatten
sich mir diese ganzen futuristischen Informationskanäle noch gar nicht
erschlossen, Myspace war in meiner Vorstellung so eine Art Pflaumenbaum
2.0.
Anlass genug mich an dieser Stelle bei den Personen zu bedanken (grazie
per sempre!), die mich eines besseren belehrt und mir gigantische
Portale geöffnet haben was das Kennenlernen neuer Musik angeht.
Bezeichnend auch, dass ein Großteil meiner weiteren Lieblingsplatten
2009 (Giorgio Tuma – My Vocalese Fun Fair; Fitness Forever – Personal
Train; Little Boots – Hands) eine Folge dessen sind.
Über MeinRaum und seine Verschlingungen also wurde ich auf eine
Radioshow namens Zeiglers Wunderbare Welt des Pop aufmerksam, bzw.
aufmerksam gemacht. Läuft jeden Dienstag von 20-24 Uhr auf Bremen Vier
und bietet Popmusik in all seinen Facetten und hier bin ich auf The
Soundcarriers gestoßen, bzw. wurde darauf gestoßen.
Ein unglaublich starkes Debüt dieser Nottinghamer Band. Klingt ein wenig
als hätten Stereolab und Broadcast Ende der 60er ein Album zusammen
aufgenommen.
Der schwerelose Mann-/Fraugesang schwebt auf einer sehr dynamischen
Basis aus allen möglichen Instrumenten (Rockbandinstrumentierung +
diverse Keyboardsounds + Querflöte + Soundeffekte etc.), und was mir
besonders gut gefällt ist, dass trotz aller Raffinesse der Arrangements
und der Kompositionen der Sound sehr rauh und live klingt, die Songs
trotzdem kompakt und nachvollziehbar bleiben (im Gegensatz etwa zu
Stereolab, die sich seit Jahren für meinen Geschmack etwas sehr im
diffusem, artifiziellem verloren hatten).
Psychedelicpop allererster Güte also!
Und, sorry, ich muss wieder mit einer Aufzählung von Vergleichen kommen.
Das wunderbare “Caught by the sun” könnte auch von den Byrds stammen als
sie “Eight Miles High” waren, “Uncertainity” kommt mit einer sehr
Gilmourschen Gitarre der allerersten Pink Floyd Jahre daher, während
die Querflöte in “Calling Me” mich an die frühen King Crimson erinnert.
Bedienen sich also nur bei den Besten die Damen und Herren, machen das
allerdings so dermaßen vorzüglich, dass es einfach nur Freude macht dem
Ganzen zuzuhören.

No Comments

0 Kommentare bis jetzt ↓

  • Gib hier deinen Kommentar ab.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

(wird nicht veröffentlicht)