ANNA TERNHEIM, 18.11.2017, Neues Schloss, Stuttgart

Anna Ternheim

Foto: Özlem Yavuz

Funkelnde Lüster, stuckverzierte Decken, weiche Teppiche, eine schöne schwedische Sängerin … Die fabelhaften Bilder von Özlem könnten eigentlich an diesem Abend für sich sprechen. Doch ist dies nicht im Sinne der Erfinderin, daher: 

Selig umwölkt von eilig hinabgestürzten Weißweinschorlen (pünktlicher Konzertbeginn!) schreiten wir empor in den weißen Saal des Neuen Schlosses. Auf jeden Fall was anderes als zugige Hallen,  verrauchte Kneipen oder andere Etablissements, in denen sich der interessierte Konzertbesucher sonst so wiederfindet. Zahlreiche Gäste tun es uns gleich (ausverkauft), das Publikum ist bunt gemischt aber zumeist nicht mehr ganz so jung. Aber wer ist das schon. Die Bühne schaut aus, als wollten sich mindestens 7 Berufsmusiker gleich darauf stürzen, aber nein, es erscheinen lediglich die Sängerin Anna Ternheim und der sie auf allen möglichen Instrumenten begleitende (Multiinstrumentalist) Martin Hederos (früher: The Soundtrack of our Lives). Nächste Woche erscheint das neue Album der Schwedin („All the Way to Rio“) und während der kurzen Anekdoten, mit denen sie neue Lieder ankündigt oder alte erklärt, wird klar, dass sie Sängerin schon auf eine beachtliche musikalische Karriere zurück blicken kann (erstes Album erschien bereits 2004).

Anna Ternheim

Foto: Özlem Yavuz

Mit viel Hall aber einer dennoch sehr klaren und eindringlichen Stimme (und süßem, beinahe unmerklichem Akzent) singt sie von großen Emotionen (ja, meist der einen….) und schafft es damit auch, das Publikum zu berühren. Toll ist, wenn sowohl sie als auch ihr Mitmusiker auf Flügel bzw. Keyboard oder Harmonium ineinander verwobene Melodien hervorzaubern und dies durch ihre wirklich sehr schöne Stimme noch getoppt wird. Mir fällt es dennoch recht schwer, die einzelnen Songs der ersten Konzerthälfte auseinanderzuhalten.  Dies ändert sich für mich dann zum Glück doch noch bei  Song Nr. 14 „What have I done“ – Klaviere,  Stimme, Licht: alles passt, großer Konzertmoment. Die anderen haben’s auch eh schon gespürt, daher Standing Ovations nach dem Ende des offiziellen Teils und noch vier Zugaben von einer sichtlich erfreuten und gerührten Anna Ternheim. Mit signierten Platten und gemeinsamen Schnappschüssen entlässt sie ihre Fans in eine Welt, in der Liebe zum Glück nur ein – mal größerer, mal kleinerer – Teil des Lebens ist.

Anna Ternheim

Foto: Özlem Yavuz

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