WOLFMOTHER, MOTHER’S CAKE, 16.11.2016, LKA Longhorn, Stuttgart

Foto: Michael Weiß

Als ich gegen 19 h am LKA eintreffe, bin ich erstaunt, dass schon alles vollgeparkt ist und viele Leute da sind. Es geht doch offiziell erst um 20 h los! Ich merke, ich war schon lange nicht mehr in einer Halle dieser Größenordnung, hier scheint es wohl pünktlich loszugehen. Als ich um 19.30 h nochmal vor die Tür will, beratschlagen sich dann sogar zwei Ordner, ob das noch geht. Okay, irgendwas läuft hier anders, als ich es gewohnt bin.

Ich bin im Vorfeld dieses Abends ganz schön naiv gewesen. Ich dachte, dass sich nur vor der Bühne alles drängen wird und ich gemütlich hinten und an der Seite rumflanieren kann. Pustekuchen. Schon bei der Vorband Mother’s Cake ist das LKA gestopft voll mit blutjungem, typischem Festivalpublikum sowie Altrockern. Und Freunde habe ich auch getroffen und heute erst erfahre ich, dass die zwei Mädels mal eine Wolfmother-Coverband hatten. Beim ersten Stück von Mother’s Cake sehe ich kaum auf die Bühne, weil vor mir eine Säule ist und denke, dass eine Frau singt. Ist aber ein Mann. Die ersten Songs gefallen mir ganz gut, allerdings ist der Sound nicht toll und es wird irgendwie anstrengend bzw. es kriegt mich nicht so richtig. Rob, der neben mir steht, meint aber, das liege nicht am Sound, sondern daran, dass die zu viel rumfrickeln. Ja, stimmt irgendwie, trotzdem Sympathie für diese Band.

Ali, der Sängerin der Wolfmother-Coverband, ist dank ihrer Körpergröße sehr daran gelegen, doch noch ganz nach vorne zu gelangen und bahnt uns den Weg in die erste Reihe, ich habe nun einen erstklassigen, luftigen Platz vor einem Ordner. Wolfmother kommen unter tosendem Geschrei auf die Bühne und jetzt merke ich, dass der Schönheitsfehler ist, dass ich nur Sänger Andrew Stockdale und einen Boxenturm sehe. Zum Glück sind die anderen da und weisen mich später auf Sehenswertes hin, z.B. dass der Basser und Keyboarder, Ian Peres, Bass und Keyboard gerade gleichzeitig spielt.

Foto: Michael Weiß

Wolfmother bringen am Anfang ein ganz schönes Hitgewitter, als sie gleich mal „Victorious“, „New Moon Rising“ und „Woman“ raushauen. Im Laufe des Abends stelle ich aber fest, dass ja eh jeder Song von ihnen ein Hit ist. Ob das an der Musikrichtung liegt? Bei „Clutch“, die ich hier im nächsten Monat hören werde, finde ich auch jeden Song ziemlich gleich stark. Das Publikum singt inbrünstig mit, ganz vorne wird luftgetrommelt und die Ordner haben ziemlich viel zu tun; fast im Sekundentakt nehmen sie Crowdsurfer in Empfang. Tatsächlich sind es sie, die bei uns fast für die größte Unterhaltung sorgen, manche lassen sich gleich mehrere Male durchreichen. Die sind echt lustig! „Mein“ Ordner wirkt anfangs in Bezug auf mich sehr nervös und weist mich immer wieder freundlich darauf hin, zurückzubleiben. Irgendwann hat er aber gemerkt, dass ich wohl nicht auf die Bühne flitzen will und entspannt sich und lächelt sogar mal.

Foto: Michael Weiß

Das Konzert ist so intensiv, dass ich vergessen habe, dass ich schon seit dem ersten Ton aufs Klo muss und mir total heiß ist. Leider ist der Sound, wo ich stehe nicht so richtig toll, aber ich erfahre später, dass er hinten auch nur ein bisschen besser war. Tut diesem genialen Rockspektakel aber keinen Abbruch. Wikipedia nennt Wolfmother in einem Satz mit Led Zeppelin, Black Sabbath, AC/DC, Aerosmith, Deep Purple und Black Crowes, unterschreib ich. Was für eine Liveband – und freundlich sind sie auch! Es gibt nur eine Zugabe, „Joker and The Thief“, aber ich bin total begeistert von diesem Abend und lasse ihn mit der Wolfmother-Coverband und Rob im Fischlabor in Stuttgart-West ausklingen.

Wolfmother

3 Gedanken zu „WOLFMOTHER, MOTHER’S CAKE, 16.11.2016, LKA Longhorn, Stuttgart

  • 18. November 2016 um 17:49
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    Ich hoffe, dass der Mann mit der Schiebermütze den Gig-Blog kennt und dieses wunderbare Foto von sich entdeckt ….

  • 20. November 2016 um 12:38
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    Ich kenne ihn und werde ihn morgen fragen… ;-)

  • 23. November 2016 um 21:26
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    Supero!!!

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