QUESTIONS & ANSWERS – der gig-blog-Fragenkatalog 138 mit MALAKOFF KOWALSKI

Foto: Pepper Levain

Die Süddeutsche Zeitung schrieb über ihn: „Musik wie ein flüchtiger Kuss. Elegische Klavierkompositionen. Wunderbar leichte Liebeslieder.“ Jetzt kommt Malakoff Kowalski gleich zwei Mal hier her. Er spielt in der Akademie für Darstellende Kunst (30.4., Ludwigsburg) und im Schocken (1.5., Stuttgart). Und er hat vorab unseren Fragenkatalog sehr ausführlich, ehrlich und toll beantwortet. Die Konzerte sind eine Kooperation der Ludwigsburger Schlossfestspiele mit dem Internationalen Trickfilm-Festival Stuttgart und dem Animationsinstitut der Filmakademie Baden-Württemberg.

1. Was war dein schönstes Konzert?
Mein Solokonzert im letzten Dezember am Schauspielhaus Köln. Ich hatte schon seit fünf Jahren keine Konzerte mehr gespielt und wollte es auch dabei belassen. Ich hielt viel von der Idee, meine Musik nur in Studioaufnahmen hörbar zu machen. Als ich dann, nach der Veröffentlichung des letzten Albums eine sehr herzliche Einladung bekam, ein einzelnes Ausnahmekonzert zu spielen, im Rahmen eines Theaterhauses, mit gesetztem Publikum in konzentrierter Atmosphäre, habe ich zugestimmt. Es wurde das schönste Konzert, an das ich mich erinnern kann. Meine No-Concerts-Policy geht seitdem nicht mehr auf. Es gibt nun Solo-Shows, und ich freue mich sehr darüber.

2. Wo würdest du gerne mal spielen?
Ich spielte letztens in David Lynchs Silencio Club in Paris. Auf dem Weg dorthin schlenderte ich am Folies-Bergère-Konzertsaal vorbei. „Hier muss ich auch spielen“, dachte ich.

3. Was war dein schlimmstes Erlebnis im Studio?
Es gibt nichts schöneres als im Studio zu sein. Egal was passiert, im Studio kann man alles in Ordnung bringen. Also ist auch nichts wirklich schlimm. Ich kann mich an keine Katastrophen erinnern. (Leuten, die mit mir arbeiten müssen, geht es sicher anders…)

4. Was für Musik würdest du machen, wenn es Elvis nicht gegeben hätte?
Ich habe zu Elvis kein Verhältnis. Nur zu dem Stück „You Don’t Have To Say You Love Me“. Ich liebe es sehr. Herzzerreissend schön.

5. Das Buch, das dich am meisten berührt hat, heisst…
„Der Sandmann“ von E.T.A. Hoffmann

6. Welchen Klingelton nutzt du?
Analoges Telefon mit Wählscheibe. Oldschool. Wie bei „Mad Men“ im Büro. Ich hasse alle anderen Klingeltöne. Auch bei anderen. Ich hatte noch nie einen anderen.

7. Der schönste Lovesong heißt…
„As Long As There Is You“ von Timi Yuro

8. Welchen deutschsprachigen Schlager kannst du komplett mitsingen?
Nicht einen einzigen. Ich kenne noch nicht mal wirklich einen. Nicht meine Welt.

9. Boxer oder Schlüpfer?
Weite Boxer zum Schlafen. Boxer Briefs in Trainingshosen. Und super knappe, enge Briefs in engen Anzughosen, damit sich keine Linien absetzen. Wie Tom Jones.

10. Welchen Beatles-Song würdest du gerne anständig covern?
Girl. Keine Frage.

11. Welche Fernsehsendung ist unverzichtbar?
Fernsehsendungen sind wie Elvis für mich. Ich habe kein Verhältnis zu ihnen. In Amerika nennt man Serien nicht „Series“, sondern „Shows“. Darf ich also eine Fernseh-Show stattdessen wählen? MAD MEN. Immer und für immer.

12. Bitte erzähl uns deinen Lieblingswitz.
Ich liebe es, Witze zu hören. Ich kann mir aber keine Witze merken. Wer keinen Witze kennt, sollte auch keine erzählen.

13. Beschreibe das perfekte Bühnenoutfit.
Was ist das perfekte Essen? Es gibt unendlich viele Möglichkeiten. Ich selber trage auf der Bühne exakt dasselbe, was ich auch tags als Zivilist trage: Weißes Hemd, schwarze, enge Anzughose, gekürzt bis über die Knöchel (damit vermeidet man den Business-Look), schwarze Stiefel, Prinz-Heinrich-Mütze, silberne Armbanduhr, silberne Panzerkette, Silberring. Ich trage nie etwas anderes. Außer ich gehe laufen. Dann sehe ich aus wie Rocky.

14. Was ist deine Lieblings-Süßigkeit?
Helva auf getoastetem Vollkornbrot. Aber da sind zuviele E-Stoffe drin. Ich habe jetzt mein eigenes Rezept. Tahin (Sesampaste) und Honig zusammen aufgestrichen aufs Brot: gleicher Geschmack, aber kein Trash.

15. Was wäre aus dir geworden, wenn es nicht zum Musiker gereicht hätte?
Übersetzer vielleicht? Wahrscheinlich nicht. Habe mir diese Frage nie wirklich gestellt. Mit 15 wusste ich, was ich machen möchte.

16. In welcher Band (außer deiner eigenen) würdest du gerne mitspielen?
Bands sind nichts für mich. Ich arbeite nur allein. Demokratie in der Kunst? Diskutieren? Abstimmen? Nein.

17. Was ist dein Lieblingsmusikinstrument?
Das Klavier.

18. Das größte musikalische Genie (lebend oder tot)?
Bill Evans aus der neueren Zeit (obwohl die 60er auch schon eine Weile her sind). Brahms, Jim Morrison, Bach, Artur Rubinstein. Es gibt viele. Einer besser und größer als der andere.

19. Die schönste Frau/der schönste Mann im Showgeschäft?
Keine Idee. Aber ich mag schöne Menschen. Und es gibt so viele davon. Sean Connery in seinen guten Jahren? Als Teenager fand ich Helena Christensen immer toll.

20. Was würdest du mit einem unerwarteten Geldgeschenk von 1000 Euro anfangen, wenn du es nicht für Alkohol, Zigaretten, Drogen, Urlaub oder Prostitution ausgeben dürftest?
Und wenn ich es nicht spenden würde – um politisch korrekt zu bleiben. Ich würde meine Freunde zum Essen einladen. Oder mir eine Massage-Flatrate buchen. Für meine Schulden bringen 1000 Euro nicht viel.

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