SHE KEEPS BEES, 26.11.2014, Manufaktur Schorndorf

She Keeps Bees

Foto: Steve Sonntag

Die Rubrik Top Konzerte für den gig blog-Weihnachtskalender 2014 sind schon eingereicht. Doch irgendwas schwebt hier im Saal, dass das heutige Konzert der Brooklyner She Keeps Bees in der Manufaktur ein Nachrücker auf der Liste werden könnte. Bevor überhaupt eine Note gespielt wurde, ist schon am Merch kräftig eingekauft worden. Mein ungeplanter Kaufrausch fängt mit einem Geschirrhandtuch an (weiße Baumwolle mit aufgedruckten schwarzen Bienen), gefolgt von schwarzer Jutetasche mit weißen Bienen, ebenso ein T-Shirt mit eben erwähntem Band-Logo und die aktuelle CD gehen auch noch über den Ladentisch (An dieser Stelle, Danke lieber Peter, für das zinslose Sofort-Darlehen)!

Zügig geht es los, das Duo Jessica Larrabee (Gesang/Gitarre/Keyboard) und Andy LaPlant (Schlagzeug) inkl. Verstärkung von Gitarrist Adam starten mit Songs „Feather Lighter“, „Breezy“ und „Is What It Is“ aus dem aktuellen Album „Eight Houses“, das vierte Album seit 2006. Und es muss nicht immer Bass sein, die tiefergestimmte Gitarre von Jessica Larrabee hebelt dieses Fehlen komplett aus. Eingehüllt von Jessicas kräftiger und klarer Altstimme traut man sich im Publikum nur Verhalten das IPhone zu benutzen, um diesen Moment bildlich festzuhalten. Die beiden Herren mit ihren Wollmützen auf der Bühne, sie mit ihrem sehr langen Haar, seitlich zu einem Zopf zusammengebunden, prägen ohnehin schon das Bild der natürlichen Lässigkeit.

She Keeps Bees

Foto: Steve Sonntag

Die beindruckende Stimme der Frontfrau der She Keeps Bees wird auch durch den dynamischen körperlichen Einsatz mit mitreißendem Fußstapfen verstärkt. Sie schafft es einfach die Spannung und die Dynamik zu halten, auch in reduzierten Songs, in denen es nur Gesang und die Unterstützung des Schlagzeugspiels von Andy LaPlant gibt. Klangtechnisch blitzt hier und da mal etwas Sonic Youth, Pixies und The Breeders durch. Ein Moment, der das Konzert noch mehr erwärmte, war die Ansage für einen Song, der eine Hommage an Jason Molina ist. Der Frontmann der Band Magnolia Electric Co. ist letztes Jahr im Alter von 39 Jahren verstorben. Jessica Larrabee lag es sehr am Herzen, auch wenn man die Band nicht kennt, ein Gefühl für den musikalischen Geist von Jason Molina zu bekommen. Das produziert Gänsehaut. Sichtlich gerührt fährt Jessica fort und bedankt sich überschwänglich für das zahlreiche Kommen an einem Mittwochabend in LAST EXIT Schorndorf.

She Keeps Bees

Foto: Steve Sonntag

Viele Songs gibt es an diesem Abend, ganz kurze und mittelkurze, einige, die unerklärlich abrupt enden. War es doch gerade so anziehend und man wollte eigentlich wissen wie es weitergeht. Und wer wird schon gerne aus einem schönen Song gerissen. Niemand! Mit einer Mischung aus Rührung, Verlegenheit und Freude steht die Sängerin seitlich der Bühne, so als möchte sie ganz schnell in den Backstage-Bereich abtauchen. Doch da gibt es noch den leicht auffordernden Blick des Drummers, der sie wieder zurück auf die Bühne zieht, um die wohlersehnten Zugaben zu spielen. „Bienen sind lebenswichtig – und genau das ist Musik für mich“ äußerte Jessica Larrabee einst in einem Interview. Die Liebe zu Bienen und zur Musik, genau das ist auch angekommen. Die wunderschönen Dinge am Merchandising-Stand finden noch großen Anklang. Ein Vater nimmt es gleich zum Anlass, das T-Shirt mit dem Bees-Band Logo in der Familienpackung, für sich und seine junge Tochter zu kaufen. Und ja, das Konzert muss noch mit auf die gig-blog Adventsliste.

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