PINK MOUNTAINTOPS, 11.06.2014, Manufaktur, Schorndorf

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Foto: Steve Sonntag

„Peace, Love and Fuzz“, so steht es auf der Facebookseite der kanadischen Psych-Rock`n`Roller Band Pink Mountaintops. Sollte es ein Versprechen sein, so wird es auch eingehalten und direkt in den Saal der Manufaktur hineingetragen. Kurz noch ein Blick auf das Tourplakat, nach dem „Orange Blossom Festival“ in Beverungen, Gigs in Hamburg und Berlin, reiht sich Schorndorf als vierte Station in Deutschland ein, bevor es für das Quartett weiter nach Genf geht. Das hat doch etwas Exklusives, wenn Köln und Frankfurt einfach mal ausgelassen werden. Exklusiv ist auch die Zuschauerzahl, es ist sehr überschaubar, ausreichend Platz ist für alle da.

Es wird nicht lange gefackelt, vier Gestalten bahnen sich den Weg durch den rotpinkfarbenen Kunstnebel zu ihren Instrumenten. Im ersten Moment bin ich etwas irritiert, im Gegenlicht schaut es auf den ersten Blick so aus, als wäre Matt Mitcham alias Peter Mullan direkt aus der Serie „Top Of The Lake“ gesprungen. Aber es ist Sänger und Gitarrist Steve McBean, der mit seinem Vollbart und zottligem halblangem Haar, deutlich freundlicher wirkt als der Protagonist aus der Serie. McBean ist kein Unbekannter, ebenfalls ist er Leader des kanadischen Band-Kollektivs Black Mountain. Ob Schwarz oder Magenta, die Bergwelt wird nicht verlassen nur die Licht – und Klangverhältnissen wechseln. Seinen Wohnsitz hat McBean allerdings mittlerweile von Vancouver nach Los Angeles verlegt. “Get Back”, ist das vierte und jüngste Album, erschienen im April 2014 auf Jagjaguwar.

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Foto: Steve Sonntag

Die Inspirationsquellen für das Album sind unterschiedlichster Art: „Alleys, curbs, walls, and cigarette-stained gig flyers. An island on the Pacific coast. Fake British towns. Slayer posters. The beauty of youth. It’s about listening to ‚Driver’s Seat‘ and ‚Guns of Brixton‘ and hotboxing The Duster“, sagt McBean.

“Ambulance City” und “Wheels” kommen wie ein unangekündigtes Gewitter mit viel Hall und Echo in den Saal. Lead –und Rhythmusgitarre sowie der Bassist preschen gleich vor, der Drummer boxt und treibt das ganze Konzert über weiter nach vorne. Wie in “Second Summer Of Love” erklingt rau, fast flehentlich ein dreistimmiger Gesang.

Als hätten die Sounds der Dinosaur Jr, Pixies, Pavement und Pink Floyd alle eine Liaison zu unterschiedlichen Zeiten miteinander gehabt. Die Klangwelt der Pink Mountaintops fängt diese auf und überzeugt mit Eigenständigkeit.

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Foto: Steve Sonntag

Mit “Through All The Worry”, “Sell Your Soul” und “Shakedown” bringen die Kanadier turbulent, dennoch beruhigend – hypnotisch einen Mix aus Fuzz, Folk, Psychedelic auf die Bühne. Zwischen den einzelnen Stücken klingt immer ein Ton nach, sei es ein wabernder oder ein sanftes Rauschen.

Die Musiker auf der Bühne kümmern sich in der sportlichen knappen Stunde um ihr rhythmisch ambitioniertes Spiel. Die Haare strubbeln vor sich hin, Griffbretter werden vollstens beackert, begleitet von turbulenten Effekten. Geschichten von Tourerlebnissen und/oder Friends & Family werden ausgespart. Steve Mc Bean verliert nicht viele Worte, abgesehen von „Thank you“ und einem Satz der irgendwas mit “Coffee” beinhaltet.

“The Last Dance” ist dann auch der letzte Song des Abends. Das Klatschen des Publikums hält einige Minuten an, doch vergeblich, das Saallicht geht an ohne die erhoffte Zugabe.Leider.
Aber hey, geschätzte Pink Mountaintops, es gilt ja Peace & Love!

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Foto: Steve Sonntag

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