FREIKONZERT: SIZARR, OSCAR & THE WOLF, 02.05.2014, Schillerplatz, Stuttgart

Freikonzert

Foto: Michael Haußmann

Und damit ist die Festivalsaison nun offiziell eröffnet. Denn dieses Freikonzert ginge anderswo auch schon als kleines Freifestival durch; große Open-Air Bühne mitten auf dem Schillerplatz, eigenes Booklet inklusive Lageplan, Gummistiefel und Regenponchos. Alles durchdacht und das bis ins letzte Detail. Mit dem exzellenten Booking als I-Tüpfelchen.

Diesesmal gibt es keine langen Gesichter wegen zu großem Andrang. Was aber ausschließlich den anhaltenden Regenschauern geschuldet ist. Trotzdem ist spätestens bei Sizarr der Platz voll. Viel besser hätte das Wetter im Endeffekt also gar nicht sein dürfen.

Alle, die sich dennoch rausgetraut haben, wurden entlohnt. Dem frühen Start geschuldet, komme ich erst zur Silent Disco mit DJ Knead & Sting. Auch wenn ich Silent Disco (die Musik kommt ausschließlich über Funkkopfhörer) immer noch nicht ganz Ernst nehmen kann, scheinen einige es doch zu genießen. Und man muss ja nicht mitmachen.

Oscar & the Wolf

Foto: X-tof Hoyer

Als erste Band des Abends sehe ich Oscar & The Wolf. Mit ihrem knapp eine Woche alten Debütalbum ‘Entity’ im Gepäck spielen sie gegen den Regen an und sind damit sogar mal kurz erfolgreich und die Sonne kommt raus. Getragen wird der Sound der Band vor allem vom Gesang des Frontmanns Max Colombie. Der Dreampop der Belgier gefällt dem Stuttgarter Publikum. Und die Belgier fühlen sich, auch dank Veranstalter Reiner Bocka, sichtlich wohl in Stuttgart. Die Musik passt perfekt zu dem Abend auf dem Schillerplatz und so macht das bisschen Regen dann auch nichts.

Freikonzert

Foto: Michael Haußmann

Sizarr sind mittlerweile trotz ihres Alters schon echte Festivalveteranen und somit ein würdiger Headliner für den Abend. Gewohnt ruhig und gelassen geht es los. Es wird auch nicht viel Aufregung hinzukommen, aber das gehört bei Sizarr auch nicht dazu. Sizarr spielen sich ebenfalls freudig durch ihr Debütalbum. In diesem Falle ‘Psycho Boy Happy’. Allerdings hat dieses mittlerweile schon eineinhalb Jahre auf dem Buckel.

Sizarr

Foto: X-tof Hoyer

Langweilig wird es trotzdem nicht. Durch Supportshows für Woodkid und Vampire Weekend gereift wird alles noch ein wenig souveräner präsentiert. Vor allem die viel besseren Backing Vocals – als noch zur Zeit der Albumveröffentlichung – von Philipp Hülsenbeck heben das Erlebnis Sizarr Konzert auf ein neues Level. Auch bei Sizarr trägt Sänger Fabian Altstötter mit seiner faszinierenden Stimme maßgeblich den Sound der Band.

Freikonzert

Foto: Michael Haußmann

Neue Lieder gibt es von Sizarr leider keine zu hören. Obwohl es Material geben müsste, da die drei seit Anfang des Jahres in dem Erfurter Atomino-Studio an ihrem zweiten Album feilen. Im Gegensatz zum Debütalbum haben sie nun die Chance sich viel Zeit zu lassen und nehmen diese auch wahr. Damit es nicht langweilig wird, veröffentlichen sie fleißig, wie alte Hasen, mit ihren Soloprojekten. Allen voran Schlagzeuger Marc Übel unter dem Namen Gora Sou.

Sizarr

Foto: X-tof Hoyer

Die Sicht auf die Bühne besteht dann leider doch meistens aus einem Regenschirmmeer. Aber Ablenkung gibt es genug. Der Sound ist, wie immer bei Sizarr, sehr basslastig aber gerade für ein Open Air im Regen spitze. Und die umliegenden Gebäude erstrahlen in der Lichtperformance von Kurt Laurenz Theinert. Sizarr verlässt ohne Zugabe aber mit einem herzlichen Dankeschön die Bühne.

Freikonzert

Foto: Michael Haußmann

Danach geht es ruhig weiter mit dem zweiten Teil der Silent Disco. Und für mich mit dem guten Gefühl nicht ins klamme Festivalzelt sondern ins warme Bett gehen zu können.

In diesem Sinne, auf eine schöne Festivalsaison.

Freikonzert

Foto: Michael Haußmann

Sizarr

Oscar & The Wolf

Freikonzert

2 Gedanken zu „FREIKONZERT: SIZARR, OSCAR & THE WOLF, 02.05.2014, Schillerplatz, Stuttgart

  • 5. Mai 2014 um 14:48
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    Jetzt wäre es nur noch schön, wenn die Leute begreifen, dass hinter diesem tollen Event ne gehörige Menge Orga und Kosten stecken und in Zukunft nicht mehr nur ihr Klimpergeld in die Spendenbüchse werfen! Eine Karte für eine dieser Bands allein kostet gerne mal 20 Euro oder mehr, da wird man doch wenigstens den kleinsten Schein zücken können. Ich weiß aus erster Hand, dass das Sponsoring nicht mal 10% der Kosten gedeckt hat, vor allem muss man bedenken, dass Dinkelacker ja ein schwäbisch sparsames Unternehmen ist.

    Nochmal für alle, die es bisher nicht mitbekommen haben: Die Freikonzerte sind hauptsächlich auf die Spenden der begeisterten Zuhörer und die Einnahmen durch Getränkeverkauf angewiesen. Diesmal wurde anscheinend wieder kräftig draufgelegt, ich für meinen Teil hoffe sehr, dass sich die Leute beim nächsten Mal nicht lumpen lassen, sonst isses bald wieder vorbei.

    Best, Johnny

  • 7. Mai 2014 um 10:01
    Permalink

    Freibiergesichter! Sag ich doch.

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