HOLY MOUNTAIN, 10.04.2014, 1210, Stuttgart

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Foto: Michael Haußmann

Es gibt ja Namen, die sind aufgrund erlebter Dinge immer irgendwie positiv besetzt. Bestes Beispiel der Name „Heather“. Als Kind der 80er mit dem dritten Erziehungsberechtigten namens TV, evozieren „Heathers“ bei mir sofort „hübsche Frauen“ (–>Thomas, Locklear, Parisi). Bei Bandnamen funktioniert das ähnlich mit „Mountain“. Mountain Witch und Black Mountain sind schon mal zwei prima Bands, zwingend logisch also, dass ich heute Abend im 1210 lande, bei Holy Mountain, irgendwie Pawlow.

Diese wortassoziative Art der Konzertauswahl scheint aber eher kein Massenphänomen zu sein…17 Leute verlieren sich heute Abend im 1210, wobei so eine Dreiergang eher aus Versehen hier gelandet ist und nach den ersten Klängen von Holy Mountain erschreckt die Location wieder verlässt. Aber der Reihe nach, es gibt noch eine Vorband, die Stuttgarter Mahat.

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Foto: Michael Haußmann

Die bieten arbeitnehmerfreundlich mit Beginn um 20:15 Uhr grungigen Metal oder metallischen Grunge, je nach Song, und erinnern mich von Stil her etwas an Godsmack, vielleicht auch an Soundgarden in ihren härteren Momenten. Punkelemente gibt es bei den schnelleren Songs auch. Natürlich nix Weltbewegendes, v.a. für mich, da Grunge noch nie so ganz mein Ding war, aber die haben trotzdem ganz schön Wumms, spielen gut zusammen und die Songs sind auch nicht übel. Doch, doch, man kann es vorprogrammtechnisch schlechter erwischen.

Kurze Umbaupause und es geht flott um 21:10 Uhr weiter mit dem Glasgower Hauptact. Schotten, natürlich automatisch sympathisch, aber dadurch bei den Ansagen nicht immer hundertprozentig verständlich. Das Trio fängt schon mal gut an mit einem wilden Psychedelic-Heavy-Rock-Instrumental. Earthless ist da die erste, gute Assoziation.

Der zweite Song geht deutlicher Richtung alte Sabbath, und wartet mit psychedelisch verhalltem Gesang auf. Ein Markenzeichen der Band ist es wohl, die Songs mit vielen verschiedenen Parts auszustatten. Im Gegensatz zu den erwähnten Earthless, bei denen die Musik einen noch stärkeren jam-artigen Charakter hat und dadurch organischer wirkt, sind bei Holy Mountain die unterschiedlichen Songparts deutlich voneinander abgesetzt. Das macht es einerseits nie langweilig, aber es geht ein wenig dieses hypnotisch-ekstatische verloren, wenn sich so ein Song nicht Stück für Stück aufbaut und weiterentwickelt, gerade bei dieser Art von Musik.

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Foto: Michael Haußmann

Aber schlecht ist das beileibe nicht, was hier geboten wird. Der Drummer prügelt sich die Seele aus dem Leib, die Typen haben eine sehr sympathische Ausstrahlung, was auch in den Ansagen gut rüberkommt. Die Musik bietet von Heavy-Doom, über langsame Psychedelic-Parts bis hin zu sauschnellem Heavy-Rock ein großes Spektrum an der richtigen Musik. Nur fehlt vielleicht so das letzte Quäntchen, um einen komplett aus den Socken zu hauen. Das mag am etwas zu breiigen (und lauten) Sound liegen, vielleicht haben die Jungs aber auch noch nicht die ultimativ zündende Songidee gefunden.

Aber die sind ja jung, da können wir getrost davon ausgehen, dass die sich noch weiter entwickeln und steigern werden. Und beim nächsten Mal werden sie bestimmt auch noch mehr Songmaterial haben, um dann länger als 50 Minuten spielen zu können.

Mahat

Holy Mountain

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