BLOC PARTY, 12.11.2012, Theaterhaus, Stuttgart

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Foto: Steffen Schmid

Ist es eigentlich noch Indie und Alternative, wenn das aktuelle Bloc-Party-Plattencover als Etikett auf den Flaschen einer großen Brauerei prangt? (Solch feinsinnige Fragen stellt sich – und damit mir – der Kollege Lino, der sich zeitgleich bei einer anderen Band rumtreibt und offensichtlich im Geiste ein bisschen hier ist) Ich frage mich das nicht. Ist mir egal, das Bremer Konsens-Bräu gibt’s hier im Theaterhaus eh nicht. Dafür Einheimisches aus Plastikbechern. Und zwar reichlich.

Braucht man auch, allein der Elektrolyte wegen. Denn was die vier aus London hier abliefern, ist äußerst schweißtreibend. Einfacher geht’s kaum noch: zwei Gitarren, ein Bass, ein halbnackter Schlagzeuger und Kele Okereke. Bühnendeko? Gerade aus dem Heimwerkermarkt geholt und flugs zusammengezimmert. Lightshow? Egal, Hauptsache hell und viel. Bühnenshow? Überflüssig. Sound? Und ob! Laut, aber gut.

Vier Jahre Sendepause gab’s bei Bloc Party. Das aktuelle Album „Four“ (ja, das von den Bierflaschen) hat bei Fans und Presse bestenfalls mittelgroße Begeisterung ausgelöst. Trotzdem: Das Theaterhaus ist ausverkauft, und das an einem Montagabend. Viele sind wahrscheinlich schon beim letzten Gig im November 2007 hier gewesen. Damals war gerade „A Weekend In The City“ herausgekommen, der Nachfolger ihres epochalen Erstlings „Silent Alarm“, der Hype um die Band am Höhepunkt. Und damals haben die vier das Theaterhaus wahrhaftig gerockt.

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Foto: Steffen Schmid

Die spannende Frage: Sollte dies wieder gelingen? Die einfache Antwort: na klar! Was auf der neuen Platte ungewohnt hart klingt, ist live einfach nur mächtig. Das sind Gitarren voll in die Fresse. Das steht wie eine Wall of Sound im Raum. (wie gesagt: sehr anständiger Sound im Theaterhaus) Und dann ist da die Fülle der „alten“ Hits… Alles, was die ersten Alben hergeben, „Hunting for Witches“, „Song For Clay“, „Banquet“. Genug Stoff, um sich begeistern zu lassen.

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Foto: Steffen Schmid

Kele Okereke ist und bleibt der sympathische Strahlemann mit der unverkennbaren Falsett-Stimme, Matt Tong trommelt sich weiter die Seele aus dem Leib, Gitarrist Russell Lissack übt sich immer noch in perfekter Shoegazer-Pose und Gordon Moakes tut das, was Bassisten so tun: wichtig sein, aber möglichst nicht auffallen. Kurzum: Bloc Party machen da weiter, wo sie 2008 aufgehört haben.

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Foto: Steffen Schmid

Kurzer Schreck: nach einer Dreiviertelstunde verlässt die Band die Bühne. Soll es das schon gewesen sein? Fordert das Alter doch seinen Tribut? Mitnichten. Nun komme die zweite Hälfte des Konzerts, verkündet Okereke. Und es wird nochmal eine Schippe draufgelegt. Die Menge wogt, klatscht, singt – so sehen einfache, aber gute Rock-Konzerte aus.

Mit „Helicopter“ wird in der Zugabe nochmal einer der vielen Hits rausgehauen. Nach knapp eineinhalb Stunden ist der Spaß vorbei. Vieles mag in den letzten vier Jahren ja schlechter geworden sein – Bloc Party sicher nicht.

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Foto: Steffen Schmid

2 Gedanken zu „BLOC PARTY, 12.11.2012, Theaterhaus, Stuttgart

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