CASS McCOMBS, 21.03.2012, Schocken, Stuttgart

Cass McCombs, Schocken Stuttgart, Maerz 2012

Foto: Michael Weiß

Gut klingender Name, Cass McCombs, wobei dem ersten ‚C‘ immense Bedeutung zukommt. Sowas reicht ja bei mir manchmal schon als Hingeh-Grund, so wie ansprechende Albumcover mich auch schon zu Käufen angeregt haben. Klappte auch des öfteren gut die Methode, z.B. bei Zombies sagenhafter „Odessey And Oracle“, Sabrina Salerno-Platten anderes Beispiel.

Mögen die Motivationsgründe unterschiedlich sein, Fakt ist, dass es in Stuttgart nicht sehr viele gegeben haben kann, denn das Schocken ist leider nur sehr spärlich gefüllt. Dabei hat der gute Mann schon sechs Longplayers veröffentlicht, und ist, so schienen meine spärlichen Vorabrecherchen zu zeigen, ein in Fachkreisen bekannter Name.

Sei es wie es sei, gegen viertel vor zehn kommt das Quintett auf die Bühne und beginnt mit „Subtraction“. Kennzeichen: Pedal Steel Guitar, alles dezent zurückhaltend gesungen und gespielt, luftige Country-Americana Stimmung. Ein wenig wie manche der letzteren Sachen von Calexico. Dieser Stil wird vielleicht 2/3 des Konzerts prägen. Das ist einerseits enorm gut gespielt, andererseits ragt nichts so wirklich heraus im ersten Moment. Kleinerer Rahmen, bestuhlt, denke ich mir wäre heute Abend nicht schlecht. Ein bisschen schimmert auch das Problem durch, dass ich mit Künstlern der Singer/Songwriter Ecke habe. Man merkt, dass die Texte wichtig sind, aber musikalisch passiert mir da gerne ein Stück zu wenig. „Typischer Vorwurf eines Banausen, der aber dafür dieses pathetische Milliarden-Noten-Gefuddel von Dream Theater gut findet!“ Einwand akzeptiert.

Ansage: „Thanks for the opening band for not existing.“ Wir thanken auch, faul und alt wie wir geworden sind, und am liebsten auf kurze one-band Abende gehen. „Equinox“ ist das erste Stück, das mich etwas aufhorchen lässt. Die Akustikgitarre wird gegen eine Stratocaster getauscht, harmonisch passiert mehr, ein paar Mollakkorde bringen einen etwas melancholischeren Einschlag, und ein richtiger Refrain wird durch verzerrte Gitarren unterstrichen. Danach geht es wieder weiter im Duktus der ersten Lieder. Für Genre-Fans bestimmt ein Leckerbissen. Andererseits, überlege ich mir, ist das alles nicht so weit weg von Lou Reed, dessen meiste Songs ähnlich unaufgeregt klingen. Vielleicht würde einen das Konzert aber auch ganz anders emotional mitnehmen, wären mehr Zuschauer da und die Stimmung eine andere.

Apropos bessere Stimmung: Wie man es als Zuschauer schafft, während eines eher dezenten Konzerts so nervtötend laut sich zu unterhalten, wird mir ein Rätsel bleiben. Flüche wie „Mögen den Beiden die Zungen im Rachen verdorren!“ schwirren aggressiv durchs Hirnkastl. Der passende Soundtrack kommt dann auch von der Bühne. Ein schweres, schleppend lautes Bluesrockstück. „Satan is my toy, Jesus is my boy“ singt Cass dazu immer wieder. Wird auch richtig schön laut das Stück, und am Ende wird es ein wenig gedehnt durch Gejamme. Sehr toll!

Ein weiteres Stück, das mir gefällt, gibt’s noch gegen Ende. Name weiß ich nicht, aber im Refrain singt Cass sehr schön im Falsett. Mehr von der Sorte, und mir hätte es dann doch richtig gut gefallen.

Ein Gedanke zu „CASS McCOMBS, 21.03.2012, Schocken, Stuttgart

  • 25. März 2012 um 12:41
    Permalink

    die beiden girls die da mehr geschrien als sich unterhalten haben waren die Hölle. denke, die waren besoffen – im schlimmsten sinne des Wortes.

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