ICELAND AIRWAVES, DAY 1, 13.10.2010, Reykjavik

His name was Indiana Jones, but we called him Indie.

Iceland Airwaves again. Andere fahren in den Skiurlaub, wir eben nach Reykjavik auf das wunderbare Iceland Airwaves-Festival, das gleich mal mit einem Dejá-Vu-Erlebnis beginnt: Rökkurró im legendären Plattenladen 12 Tónar. Es ist so voll in dem kleinen gelben Häuschen, dass nicht alle darin Platz finden. Egal. Draußen sieht und hört man auch. Pluspunkt: Blick auf die futuristische Kirche Hallgrímskirkja.

Rokkurro

Fotos: Steffen Schmid

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Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, hier nur annähernd alles zu sehen: 252 Bands in fünf Tagen. Zum Glück spielen manche Künstler mehrmals während des Festivals. Und: Kunst ist in der kleinsten Hütte.

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Im Laden Havari gibt es eine Ausstellungseröffnung mit sehr ulkigen Exponaten – ausgestellt von Örvar Poreyjarson (múm/ FM Belfast), Sindri Mar Sigfússon (Seabear/ Sin Fang), Ingibjörg Birgisdóttir (FM Belfast) und Lóa Hllin Hjálmtysdóttir (FM Belfast/ Prinspóló). Lóa spielt inzwischen in zwei Bands, wird diese Woche sieben Konzerte spielen, hat nebenbei noch diese Ausstellungseröffnung und macht u.a. für die Stadtzeitschrift The Reykjavik Grapevine, die wirklich einen tipptopp Überblick über alles bietet, ganz wunderbare Illustrationen.

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Im Hresso – zwei Häuser weiter oder so – spielen derweil Retro Stefson auf. Die sind sowas wie der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich alle Isländer einigen können. Die Musik ist eine lustige Mischung aus Rock, Ska, Pop und Tiergeräuschen.

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Die Eröffnung im wunderschönen Club Nasa bestreitet die Indierock-Band Film aus Griechenland (!), die aber auch irgendwie mit Rökkurró verbandelt ist, zumindest kommt deren Sängerin für ein Lied auf die Bühne. „You guys have a great festival“, sagt die griechische Sängerin. Und ja, Recht hat sie.

Foto: Steffen Schmid

Die Vorteilsliste des Iceland Airwaves ist lang. Die Konzerte sind drinnen. Es gibt also keinen Matsch beziehungsweise Sonnenbrand (eh schwierig auf Island). Das mit dem Matsch heißt aber auch, dass nicht nur die Menschen auf der Bühne tipptopp angezogen sind. Auf dem Iceland Airwaves wird auf so etwas wie einen „Headliner“ verzichtet. Auch wenn dieses Jahr – mit neuem Veranstalter-Team – mit Robyn und Hurts zwei respektable große Namen gebucht wurden. Der letzte Abend im Nasa wurde bis dato traditionall von GusGus gestaltet, doch dieses Jahr treten hier FM Belfast auf. Genug Insider-Gequatsche. Noch mehr Vorteile des Iceland Airwaves gefällig? Es findet in Reykjavik statt, der kleinsten und liebenswürdigsten Hauptstadt so far. Es gibt massig Off-Venues. Überall wird musiziert: in Klamotten- und Plattenläden oder auch in einem der örtlichen Hallenbäder. Und: Es gibt immer wieder viele musikalische Überraschungen.

Lara Runars

Fotos: Steffen Schmid

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Erste am ersten Abend: Lára Rúnars. Klischee as Klischee can: Am Keyboard steht ein elfengleiches Wesen im Hochzeitskleid. „Surprise“ heißt der erste Song – und das ist es auch. Das Astrid-Kirchherr-Lookalike Lára singt zuckersüß. Ihr Pop ist von den Sixites inspiriert, die Stimme glockenhell.

Foto: Steffen Schmid

Praktisch, wenn eine Venue einfach Venue heißt. Die ist neu auf dem Iceland Airwaves-Plan. Hier spielt Snorri Helgasson bezaubernde Popmusik.

Foto: Steffen Schmid

Und wir treffen Lóa von FM Belfast wieder, die bei Prins Póló hinterm Keyboard steht. Sie trägt eine Krone wie die anderen Prinzen in der Band. Der Chefprinz erzählt viel zwischen den Songs. Es muss witzig sein, dem Lachen im Publikum nach zu urteilen. Wir verstehen kein Wort. Isländisch hört sich aber toll an.

Benny Crespo's Gang

Fotos: Steffen Schmid

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Bei Benny Crespo’s Gang im Nasa ist die Schlange davor sehr lang. Es liegt hoffentlich daran, dass alle Gäste schon da sind und noch nicht alle Venues geöffnet haben, dass so viel los ist. Bei Benny Crespo’s Gang spielt Lay Low Keyboard. Auf dem Hinflug mit Iceland Air gab es eine herzige Doku der Guten zu sehen. Und außerdem auch diesen Promo-Film fürs Iceland Airwaves. Die Musik der Gang ist aber eher isländischer Indierock und hat wenig mit Lay Low’s Singer-Songwriter-Zeug zu tun.

Foto: Steffen Schmid

Die Bloodgroup macht Elektromusik. Zudem ist da ein kleines Streichorchester auf der Bühne. Sehr anders, sehr gut. Das Problem mit den Schlangen und überfüllten Läden macht uns etwas zu schaffen. Deshalb war’s das für den ersten Abend. Und hey: 9 Bands an einem Abend. Eine Neuentdeckung darunter. Guter Schnitt.

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