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HELLSONGS, 01.10.2009, Universum, Stuttgart

von Lino · 2. Oktober 2009

hellsongs 150 HELLSONGS, 01.10.2009, Universum, Stuttgart

Fotos: Steffen Schmid

Vorab die Frage: Was ist eigentlich mit diesem verdammten skandinavischen Land namens Schweden los, dass es ständig so rundherum 100% sympathisch-knuffige Popbands herausbringt, als wäre es die größte Selbstverständlichkeit dieser Welt? Friska Viljor, I’m From Barcelona waren schon super Konzerte, die einem mit einem  fetten Grinsen in die Nacht entließen. Und heute Abend Hellsongs, die einen begeisternden Gig abliefern und eine Masse glücklicher Stuttgarter hinterlassen.

Eine neue Sängerin haben sie auf dieser Tour, und die Dame ist ein echter Gewinn. Nicht, dass die Vorgängerin schlecht gewesen wäre, ganz und gar nicht, aber Siri Bergnéhr ist wirklich ein Hammer an Sympathie, Energie und Stimmvermögen. Entzückend!
Das Trio bezeichnet sich ja als die softeste Metalband der Welt, und ihnen gelingt das Kunststück, sowohl die nötige Ironie als auch wahre Liebe zu ihren Metalhelden unter einen Hut zu bringen. Die Coversionen bekannter Metalsongs sind teilweise nur am Text wiederzuerkennen, was aber teils für ganz neue Einblicke sorgt. So ertappt man sich, dass man plötzlich zu Twisted Sisters “We’re not gonna take it” oder Iron Maidens “Run to the hills” ganz gerührt dasteht und mitsingt, oder feststellt wie Megadeths “Symphony of Destruction” oder Metallicas “Seek & Destroy” sich in luftige Popsongs verwandeln.
Aber das alles würde nicht so großartig funktionieren, wenn nicht die Livequalitäten dieser Band wären. Immer wieder wird das Publikum mit Gesangsparts und kleinen Anekdoten miteinbezogen. Die Spielfreude ist groß und Kalle, der Gitarrist, ein ausgemachter Sympathieträger und Rampensau in Personalunion.
Dass sie sich außerdem sozial engagieren und z.B. mit Amnesty International kooperieren, mag jetzt mancher als Gutmenschlertum bezeichnen, ich hab Respekt davor und sag, dass politische Unkorrektheit ihrer selbst willen langweilig ist. Bei Hellsongs kommt das alles ok und glaubwürdig rüber, Respekt dafür!
Kalles Kommentar dazu: “We’re not gonna safe the world, but we’ll try.”
Zumindest haben sie an einem Stuttgarter Donnerstagabend im Oktober die Welt für 90 Minuten zu einem besseren Ort gemacht. Als zweite Zugabe müssen sie nochmal “Seek & Destroy” spielen, da sie keine weiteren Songs haben. Ihrer Aussage, dass Stuttgart mittlerweile einen festen Platz in ihren Herzen hat, darf man spätestens nach diesem Konzert tatsächlich glauben.
Hej så länge!

Hier gibt’s noch mehr Fotos der drei Schweden.

Tags: Independent · Konzerte · Metal · Pop

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